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„Reine Glückseligkeit“: Jonas Deichmann sammelt Erfahrung auf dem Triathlonrad

Geschwindigkeitsrausch meets Komfort. Für sein Projekt „Challenge 120“ steigt Jonas Deichmann erstmals auf ein Triathlonrad. Ein ganz anderes Gefühl als beim gewohnten Bikepacking. Seine Eindrücke.

Marc Bernreuther

Es hat ein bisschen gedauert. Anfang Februar durfte Jonas Deichmann sein neues Triathlonrad, ein Scott „Plasma 6 RC Ultimate“, in Empfang nehmen. Anschließend standen noch ein Bikefitting und kleinere Arbeiten an der Maschine an. Am Mittwoch war es schließlich so weit: Der Abenteurer konnte zum ersten Mal mit dem Flitzer durch die Landschaft rund um Girona düsen, auf dem er auch sein Projekt „Challenge 120“, insgesamt 120 Mal die Challenge Roth in 120 Tagen, absolvieren wird. Die erste Session hielt 156 Kilometer bereit – für den Extremsportler ein Klacks, den er auf Instagram mit den Worten „reine Glückseligkeit“ umschrieb. Das in seinem Gesicht nahezu festgefrorene Lächeln sprach Bände. „Es fühlt sich wie fliegen an“, kommentierte Deichmann seinen ersten Ausritt in Aero-Position.

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Erster Eindruck: „Saugeil“

Am Donnerstag folgten direkt 90 weitere Kilometer. „Es ist saugeil“, brach es auf der anschließenden Koppeleinheit, auf der wir ihn erwischten, aus Deichmann heraus. „Das Fahrverhalten ist talwärts der Wahnsinn. Du hast das Gefühl, du saust einfach los, kannst 50 Kilometer pro Stunde fahren, ohne große Anstrengung. Auch die Position ist bequem. Aber ich merke, dass man sich ein bisschen daran gewöhnen muss.“ Etwa an die Sitzposition, die Belastung im Hals- und Nackenbereich – oder das Fahrverhalten in kurvenreichen Passagen, in denen der Geradeausläufer mehr gebändigt werden möchte als Deichmanns gewohnte Untersätze. „Beim Bergauffahren merke ich natürlich, dass es kein Rennrad ist. Und bei böigem Wind von der Seite muss ich aufgrund der hohen Felgen richtig aufpassen.“ Deichmanns Fazit: „Das ist sicherlich kein Rad, das ich für eines meiner anderen Abenteuer nehmen würde. Aber für Roth ist es genau das Richtige.“

Bike wird sukzessive noch angepasst

Um das Bike perfekt auf sich abzustimmen, hat Deichmann mit seinem Team die Anbauteile nach seinen Wünschen und Erwartungen zusammengestellt. Neben dem Scott-Rahmenset kommt die 2×12-Schaltgruppe Shimano „Dura Ace Di2“ zum Einsatz. „Wenn man durch Afrika oder Südamerika radelt, bin ich weiterhin ein Fan von mechanischen Schaltungen, die ich selbst reparieren kann. Aber in Roth habe ich ja vollen Support, der mir bei Problemen helfen kann.“ Die Lightweight-Laufräder „Fernweg Evo“ mit aufgezogenen 28-Millimeter-Reifen von Schwalbe („Pro One“) halten den Kontakt zur Straße. Den nötigen Komfort für das Mammutprojekt soll unter dem Hintern der „SR Triathlon Saddle“ von Ergon Bike liefern. Die Fahrdaten erfasst und übermittelt als Head Unit ein „Elemnt Roam“ der Marke Wahoo. Bis zur „Challenge 120“ wird das Rad allerdings sukzessive noch weiter an Deichmanns Bedürfnisse und Vorlieben angepasst. So zum Beispiel die Extensions, bei denen er die aktuelle flache Variante nicht unbedingt favorisiert. „Ich möchte das Handgelenk nicht so stark abknicken, sondern in etwas entspannterer Haltung fahren.“

Die Mischung macht’s

Bis zum Start des Projekts „Challenge 120“ wird Jonas Deichmann (noch) nicht ausschließlich auf dem Triathlonrad trainieren. „Ich habe eine Mischung aus langen flachen Fahrten und bergigen Passagen zum Training der Kraftausdauer. Da werde ich auf mein normales Rad immer mal wieder zurückgreifen.“ Derzeit lautet das Verhältnis nach Trainingstagen laut Deichmann 4:2 für das noch ungewohnte Triathlonrad. Der Faktor wird sich aber noch in Richtung der Zeitfahrmaschine verschieben, je näher das Projekt rückt. Das erste Fazit des Extremsportlers: „Mir macht es super Spaß.“

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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