Ein Rennen, so viele Geschichten: Die schnellsten Athletinnen der Welt bescherten den Triathlon-Fans bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Marbella ein wahres Renn-Highlight.
Im Jachthafen von Puerto Banús sorgt Lucy Charles-Barclay für die Vorentscheidung. Am Ende holt die Britin ihren dritten Ironman-Titel und den zweiten über die 70.3-Distanz. Doch der Reihe nach …
Die Nummer eins für die Nummer eins? Nach drei WM-Triumphen in Folge ist Taylor Knibb die große Favoritin auf den Sieg in Marbella.
7:50 Uhr: Das Rennen um die nächsten WM-Krone ist eröffnet.
Während sich fast alle Top-Athletinnen rechts einsortieren, wählt Taylor Knibb als einzige die linke Seite.
Lucy Charles-Barclay macht im 17 Grad kalten Wasser kurzen Prozess. Wer nach dem Hawaii-Drama an ihrer Stärke zweifelte, sieht sich schnell eines Besseren belehrt. Die Britin macht Tempo und setzt sich nach vorn ab.
Keine Überraschung beim ersten Wechsel. Lucy Charles-Barclay schwingt sich mit fast einer Minute Vorsprung als Erste aufs Rad. Die paar Sekunden, die sie beim Anziehen ihrer Radhandschuhe verliert, spielen keine Rolle.
Tanja Neubert ist stark unterwegs. Die Kurzdistanzspezialistin hält den Rückstand auf dem bergigen Kurs in Grenzen und verschafft sich eine starke Ausgangsposition für den abschließenden Halbmarathon.
An Taylor Knibb führt auf dem Rad kein Weg vorbei. Die US-Amerikanerin absolviert die 90 Kilometer in 2:28:36 Stunden am schnellsten. T2 erreicht die 27-Jährige damit als Führende.
Lucy Charles-Barclay fährt wenige Sekunden nach Knibb in die zweite Wechselzone. Das Setting erinnert an Kona. Doch diesmal werden die beiden Topstars bis ins Ziel durchhalten.
Für Paula Findlay und Katrina Matthews läuft es auf dem Rad noch solide, und Matthews kann mit einer mutigen Abfahrt nach Marbella sogar Zeit auf die Spitze gutmachen. Für beide Podiumskandidatinnen heißt es am Ende trotzdem DNF.
Lucy Charles-Barclay läuft die 21,1 Kilometer kontrolliert an. Wie sich herausstellen wird, ist das die beste Taktik an diesem Tag.
Nicht ganz eine Runde benötigt sie, um sich wieder ins Spiel um den Sieg zu bringen. Im Jachthafen von Puerto Banús setzt die Ironman-Weltmeisterin von 2023 zur entscheidenden Attacke an.
Auf dem Rückweg ist aus der kleinen Lücke ein deutlicher Abstand geworden. Taylor Knibb versucht alles, doch die Sache ist klar. Für sie geht es von jetzt an darum, den zweiten Platz abzusichern.
Tanja Neubert läuft stark und macht Boden gut. Durch die Ausfälle von Findlay und Matthews ist das Podium plötzlich in Griffweite.
Bianca Boden ist ebenfalls gut unterwegs. Die Leipzigerin ist das erste Mal bei der WM am Start.
Lucy Charles-Barclay macht das Rennen und betreibt Wiedergutmachung für ihr dramatisches Aus bei der Ironman-WM auf Hawaii.
Tränen im Ziel zeigen, was der Siegerin dieser Erfolg bedeutet. In 1:17:14 Stunden gelingt Lucy Charles-Barclay nach dem schnellen Schwimmen auch der beste Halbmarathon. Ihre Endzeit nach 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen: 4:14:54 Stunden.
Taylor Knibb landet zum fünften Mal in Serie auf dem Podium. Nach Platz drei 2021 und drei Siegen zwischen 2022 und 2024 ist es diesmal der Silberrang.
Tanja Neubert macht ihre Ankündigung wahr – mehr sogar. Mit Platz fünf hatte sie gerechnet, am Ende ist es tatsächlich der dritte WM-Platz in ihrem zweiten Ironman-70.3-Rennen.
Jetzt geht es Schlag auf Schlag, und eine Athletin nach der anderen erreicht das Ziel. Georgia Taylor-Brown (links) läuft mit der zweitschnellsten Zeit des Tages (1:17:30 Stunden) noch auf Rang vier, während Ironman-Weltmeisterin Solveig Løvseth (Mitte) diesmal Sechste wird. Zweitbeste deutsche Profi-Athletin ist heute Bianca Bogen auf Platz 13.
Schnelles Schwimmen, Radattacke, Kopf-an-Kopf-Lauf? Kaum im Ziel treffen sich die drei schnellsten Frauen des Tages zur ersten Rennanalyse.
Ein Tänzchen im Ziel: Lucy Charles-Barclay ist die neue Ironman-70.3-Weltmeisterin.