Tübingen lieferte beim Mey Generalbau Triathlon 2026 die perfekte Bühne für das zweite Saisonrennen der frubiase SPORT 1. Triathlon-Bundesliga – und für Entscheidungen, die erst im allerletzten Moment fielen.
In der stimmungsvollen Kulisse der Universitätsstadt, mit Laufpassagen durch die Altstadt und einem bis zum Ende offenen Schlagabtausch, setzten sich bei den Frauen wie bei den Männern die Teams aus dem HYLO-Lager durch. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als komfortabel: Ein Fotofinish bei den Frauen und eine späte Lauf-Attacke bei den Männern machten Tübingen zum Krimi auf der Sprintdistanz.
Fotofinish in Tübingen: Foltz siegt hauchdünn
Von Beginn an entwickelte sich bei den Frauen ein packendes Rennen, das sich auf den zwei Laufrunden durch die Tübinger Altstadt zuspitzte. Appoline Foltz vom HYLO Team Viernheim/Saar ging als Erste auf die Laufstrecke – ein Vorteil, der sich zunächst wie ein beruhigendes Polster anfühlte, aber schnell zu einem nervenaufreibenden Balanceakt wurde. Denn das Feld blieb in Schlagdistanz, und jede kleine Schwäche hätte in diesem hochklassigen Bundesliga-Setting sofort bestraft werden können.
Foltz hielt dem Druck stand und brachte nach 56:10 Minuten einen hauchdünnen Vorsprung ins Ziel. „Nachdem ich als Erste auf die Laufstrecke gegangen bin, habe ich versucht, mich immer wieder zu pushen. Ich habe die anderen beiden hinter mir gespürt. Das hat mir ein bisschen Angst gemacht. Aber es hat am Ende noch geklappt. Ich freue mich sehr“, sagte die Französin nach dem Zieleinlauf.
Direkt dahinter wurde es dramatisch: Bianca Bogen vom PV Triathlon TG Witten finishte mit nur einer Sekunde Rückstand. „Es ärgert mich ein bisschen. Ich bin beim zweiten Wechsel nicht so gut in die Schuhe reingekommen. Deswegen hatte ich von Anfang an Abstand zu Appoline. Am Ende wurde es dann noch einmal extrem knapp. Beim nächsten Mal läuft es besser“, bilanzierte Bogen. Mit weiteren zwei Sekunden Rückstand komplettierte Annabel Morton (Sparda-Bank Team Hagen) in 56:13 Minuten das Podium – ein Ergebnis, das die Enge an der Spitze perfekt abbildete.
HYLO Team Saar dominiert auch bei den Männern knapp
Im Männerrennen war lange Zeit alles auf ein Finale in der Gruppe hinausgelaufen. Doch auf der letzten Laufrunde setzte Valentin Wernz vom HYLO Team Saar genau den Stich, der in solchen Rennen den Unterschied macht: eine Attacke zur richtigen Zeit, am richtigen Ort – und mit der nötigen Konsequenz bis zur Linie. Die Verfolger einer kleinen Ausreißergruppe fanden keine Antwort mehr, Wernz zog durch und machte aus einer offenen Konstellation einen klaren Tagessieg.
In 50:19 Minuten feierte er damit seinen ersten Sieg in der frubiase SPORT 1. Triathlon-Bundesliga. „Ich habe mich schon beim Schwimmen gut gefühlt. Dann habe ich nach der ersten Runde bergab eine Lücke aufgemacht. Dann habe ich mich relativ sicher gefühlt. Es war mega cool“, erklärte Wernz im Zielinterview. Hinter ihm sicherten sich Fabian Kraft (DSW12 Darmstadt, 50:28 Minuten) und Leo Fernandez (METALLART-Team AST Süßen, 50:31 Minuten) die Plätze zwei und drei – auch hier entschied letztlich ein enges Zeitfenster über die Podiumsreihenfolge.
Der Erfolg von Wernz war zugleich der Grundstein für den Teamtriumph: Angeführt vom Tagessieger gewann das HYLO Team Saar mit Luca Fahrenson, Sebastian Ziekman Benitez und Emil Holm sowie einer Platzziffer von 11 die Mannschaftswertung. Bemerkenswert dabei: Gleich drei Team-Athleten landeten in den Top Ten, was die mannschaftliche Breite unterstrich. Dahinter folgten das METALLART-Team AST Süßen (20) auf Rang zwei und das Team Weimarer Ingenieure (47) auf Platz drei.
Das Bundesliga-Rennen in Tübingen zeigte, wie schmal der Grat zwischen Triumph und verpasster Chance sein kann – eine Sekunde bei den Frauen, eine einzige entscheidende Attacke bei den Männern. Während Appoline Foltz den Fotofinish-Krimi für sich entschied und Valentin Wernz mit Mut auf der letzten Runde den Deckel draufmachte, belohnten sich beide HYLO-Teams mit den Tagessiegen in der Mannschaftswertung.