Hayden Wilde hat bei den Spain T100 einen weiteren Beweis für seine Unantastbarkeit im 100-Kilometer-Format erbracht. Jonas Schomburg schaffte es nur sechs Tage nach der Ironman-WM hinter Jelle Geens auf das Podium.

Vier T100-Rennen, vier Siege: An Hayden Wilde führte in dieser Saison bisher kein Weg vorbei, so auch bei den Spain T100. Der Neuseeländer hat in Oropesa del Mar deutlich vor Jelle Geens (BEL). Jonas Schomburg sicherte sich nur sechs Tage nach der Ironman-WM mit einem Schlussspurt phänomenal Platz drei.
Große Gruppe beim Schwimmen
Nach dem Start am Sandstrand formierten sich zunächst zwei Gruppen, die jedoch nach circa zwei Minuten zu einer großen Gruppe zusammenfanden. Nahezu alle Athleten pflügten somit gemeinsam durchs Mittelmeer, keiner konnte sich entscheidend absetzen. Nach der ersten Runde war es der Brite Samuel Dickinson, der als Erster am Australian Exit war, Jonas Schomburg jedoch direkt dahinter, ebenso wie der Franzose Vincent Luis und Fabian Kraft. Die große Gruppe erstreckte sich weitgehend lückenlos mit bis zu 17 Sekunden Rückstand, wobei Nicolas Mann den Abschluss bildete. Es folgten noch Pieter Heemeryck (BEL) und Frederic Funk mit knapp einer Minute Rückstand auf die Spitze. Nach dem Ende der ersten Disziplin hatte auch Rico Bogen zur Spitze aufgeschlossen, sodass sich gleich drei Deutsche in den Top 5 befanden. Nach 24:43 bis 24:45 Minuten verließen sie das Wasser, Samuel Dickinson und Vincent Luis in Führung. In der großen Gruppe befand sich noch Jannik Schaufler, Nicolas Mann hatte den Anschluss verloren (+1:20 Minuten) und der Rückstand von Frederic Funk war auf knapp zweieinhalb Minuten angewachsen.
Bogen kämpft sich nach Zeitstrafe zurück
Auf dem weitgehend flachen Drückerkurs angekommen, bildete sich auf dem Rad eine Gruppe aus sechs Athleten, die sich immer wieder abwechselten: Rico Bogen, Hayden Wilde, Mathis Margirier, Jelle Geens, Wildcard-Inhaber Guillem Montel Moreno, Kyle Smith. Einen Dämpfer gab es für Bogen und Smith bereits zu Beginn der zweiten von sechs Radrunden: Beide mussten eine Zeitstrafe absitzen. Bogen gelang es, sich danach wieder sukzessive nach vorn zu arbeiten und befand sich vor Jelle Geens und seinem Landsmann Jonas Schomburg in guter Gesellschaft.
Nach knapp der Hälfte der Radstrecke war aus der Spitze ein Trio aus Margirier, Wilde und Moreno geworden. Dickinson, Schomburg und Geens fuhren jeweils mit einigen Sekunden Abstand für sich allein, während Bogen eine weitere Vierergruppe anführte. Im weiteren Verlauf war es Mathis Margirier, dem es gelang, sich abzusetzen. Rico Bogen hatte zwar mittlerweile wieder an Position zwei aufgeschlossen, allerdings mit rund 30 Sekunden Rückstand auf den Franzosen. Rund 20 Kilometer vor der zweiten Wechselzone war Hayden Wilde genau da, wo er sein wollte: an der Spitze. Es war nun eine siebenköpfige Spitzengruppe aus Wilde, Geens, Dickinson, Moreno, Bogen, Schomburg und Margirier, die sich auf den Weg zur dritten Disziplin machte. Rico Bogen war es, der nach 1:46:10 Stunden als Erster die Zeitmessmatte überquerte – gemeinsam mit Hayden Wilde, Jelle Geens und Samuel Dickinson. Jonas Schomburg folgte als Siebter mit 22 Sekunden Rückstand.
Wilde bietet beim Laufen keine Angriffsfläche, Schomburg mit beeindruckender Leistung
Wilde verlor einige Sekunden beim Wechsel, sodass Jelle Geens auf der Laufstrecke sofort die Initiative ergriff und zunächst Abstand zwischen sich und Bogen brachte, der augenscheinlich nicht sofort in seinen Rhythmus fand. Wilde hatte Bogen bald eingeholt und saugte sich auch an seinen Konkurrenten Geens heran – der vielleicht einzige Athlet, der es läuferisch mit dem Neuseeländer aufnehmen kann. 13 Kilometer vor dem Ziel schloss Wilde auf und beide Athleten blieben zusammen – bereit, zum gegebenen Zeitpunkt zu attackieren. Während Bogen immer mehr Zeit verlor und zurückfiel, zeigte Jonas Schomburg eine Leistung, mit der knapp eine Woche nach Platz sechs bei der Ironman-WM nicht unbedingt zu rechnen gewesen war. Der 31-Jährige behauptete sich nicht nur im Feld, sondern machte auch Plätze gut und befand sich nach einem Drittel der Laufstrecke an starker dritter Position.

Hayden Wilde beließ es nicht lang bei der Allianz mit Jelle Geens und setzte sich entschlossen von seinem Konkurrenten ab. Mit Beginn der letzten zwei Laufrunden hatte er bereits mehr als eine Minute Vorsprung und lief zwischenzeitlich ein schwindelerregendes Tempo von gut drei Minuten pro Kilometer. Mit einer Laufzeit von knapp 56 Minuten für die 18 Kilometer und nach insgesamt 3:09:01 Stunden brachte Wilde ungefährdet seinen Sieg ins Ziel. Jelle Geens folgte, ebenfalls ungefährdet, als Zweiter (3:11:26 Stunden), spannend wurde es im Kampf um den letzten Podiumsplatz. Nicht einmal zehn Sekunden trennten Jonas Schomburg und Mathis Margirier kurz vor dem Ziel, der Hannoveraner war jedoch noch zu einer Tempoverschärfung in der Lage und sicherte sich in 3:12:03 Stunden einen bärenstarken dritten Platz. Rico Bogen schaffte als zweitbester Deutscher noch den Sprung in die Top Ten (3:18:51 Stunden). Fabian Kraft, Jannik Schaufler und Frederic Funk belegten die Plätze 13, 15 und 16, Nicolas Mann beendete das Rennen vorzeitig.
Hier findest du die vollständigen Ergebnisse.









