Mittwoch, 29. Mai 2024

Taylor Knibb wird erstmals Ironman-70.3-Weltmeisterin

Getty Images for IRONMAN Souveräner Erfolg: Die US-Amerikanerin ist neue Ironman-70.3-Weltmeisterin.

Mit einem souveränen Auftritt hat die US-Amerikanerin Taylor Knibb zum ersten Mal die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft gewonnen. Die 24-Jährige hatte dem Rennen von Beginn an ihren Stempel aufgedrückt, war in einer dreiköpfigen Spitzengruppe aus dem Wasser gestiegen und bewies anschließend auf der Radstrecke ihre Stärke in der zweiten Disziplin, als sie die Konkurrentinnen deutlich distanzierte. Beim abschließenden Halbmarathon behielt die Lokalmatadorin jederzeit die Kontrolle über das Geschehen und lief nach 4:03:20 Stunden als Erste durch den Zielbogen, nachdem sie im vergangenen Jahr noch auf Rang drei eingelaufen war. Auf Rang zwei folgte die Kanadierin Paula Findlay (4:08:57 Stunden) vor der Britin Emma Pallant-Browne auf Rang drei (4:10:45 Stunden). Mitfavoritin und Titelverteidigerin Lucy Charles-Barclay verpasste das Podium als Vierte in 4:11:24 Stunden. Mit Rang zehn schaffte Anne Reischmann als beste Deutsche den Sprung in die Top Ten (4:16:50 Stunden).

Spitzentrio kommt zusammen aus dem Wasser

Nach dem Start im Sand Hollow Reservoir hatte Lucy Charles-Barclay direkt für Tempo gesorgt. Taylor Knibb hielt die Füße der Britin. Zu den beiden gesellte sich die Niederländerin Lotte Wilms. Hinter dem Trio sortierte sich eine Verfolgergruppe mit unter anderem Ellie Salthouse, Emma Pallant-Browne, Flora Duffy und Holly Lawrence, die zur Hälfte der 1,9 Kilometer knapp 20 Sekunden hinter der Spitze lagen. Vorn forderte derweil Wilms Charles-Barclay heraus, setzte sich neben die Titelverteidigerin, die die Niederländerin aber nicht als Erste aus dem Wasser steigen lassen wollte. Im Wasserschatten profitierte Taylor Knibb von dem Duell vor ihr. Charles-Barclay verließ das Sand Hollow Reservoir in Führung liegend nach 23:50 Minuten, vor Wilms und Knibb. 30 Sekunden später folgten Duffy, Lawrence und Grace Alexander. Ellie Salthouse folgte als Achte nach 44 Sekunden, Emma Pallant-Browne kam als Zehnte 1:10 Minuten nach der Führenden in T1, vier Sekunden dahinter folgte Paula Findlay.

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Knibb zieht auf dem Rad davon

Nach dem ersten Wechsel setzte sich Holly Lawrence auf Rang zwei und profitierte zunächst davon, dass Wilms und Knibb sich in T1 genug Zeit nahmen, um sich gegen die anfängliche Kälte auf der Radstrecke zu wappnen. Die starke Radfahrerin aus den USA, die auf Rang fünf zurückgefallen war, rollte anschließend allerdings durch das Feld und holte die verlorenen 27 Sekunden auf Charles-Barclay schnell auf, um bereits auf den ersten Kilometern an der Britin vorbeizuziehen, das Kommando zu übernehmen und die Verfolgerin zu distanzieren. Hinter der 24-Jährigen schloss Flora Duffy auf Lucy Charles-Barclay auf und ließ die Britin ebenfalls hinter sich. Nach 20 Kilometern hatte Knibb 1:13 Minuten Vorsprung auf Duffy, die wiederum neun Sekunden vor Charles-Barclay lag. Auf Rang vier und fünf gruppierten sich Holly Lawrence (1:36 Minuten Rückstand) und Paula Findlay ein (1:45 Minuten Rückstand). Für die Kanadierin ging es allerdings noch weiter nach vorn, als sie zunächst Lawrence und schließlich auch Charles-Barclay kassierte.

Findlay setzt sich auf Rang zwei

Das Rennen hielt weiterhin viel Dynamik bereit. Nach 40 Kilometern hatte sich das Feld hinter Knibb neu sortiert: Findlay lag mittlerweile mit einem Rückstand von 3:10 Minuten auf Rang zwei, direkt vor der Britin India Lee und Flora Duffy. Lucy Charles-Barclay und Holly Lawrence folgten mit geringem Abstand. In dieser Gruppe kam es immer wieder zu Positionswechseln. Erst hinter diesen fünf Verfolgerinnen tat sich wieder eine größere Lücke vor einer vierköpfigen Gruppe mit Nikki Bartlett, Imogen Simmonds, Emma Pallant-Browne und Lotte Wilms auf, die rund 6:15 Minuten hinter Knibb lagen. Lee allerdings fiel wenig später aus der ersten Verfolgergruppe heraus, da sie eine Fünf-Minuten-Strafe aufgrund Blockierens im Penalty Tent absitzen musste. Auch Lawrence musste wenig später abreißen lassen.

Charles-Barclay holt bei Abfahrt auf

Den Snow Canyon, einen der herausforderndsten Abschnitte der Radstrecke, nutzte Knibb, um die Konkurrentinnen noch weiter zu distanzieren. Als Führende passierte sie diesen Punkt rund 6:20 Minuten vor Paula Findlay und Flora Duffy. Lucy Charles-Barclay folgte 20 Sekunden später, schloss bei der Abfahrt aber wieder auf die Konkurrentinnen auf. Lawrence lag zur Zwischenzeit neun Minuten zurück. Wenig später erreichte die Führende T2 nach 2:40:54 Stunden mit einem Bikesplit von 2:14:41 Stunden. Die Titelverteidigerin führte das folgende Trio mit einem 6:50-Minuten-Rückstand in die zweite Wechselzone und ging als erste Verfolgerin in den Halbmarathon.

Knibb kontrolliert Geschehen auf der Laufstrecke

Über die 21,1 Kilometer lief Knibb vorweg und hielt einen Abstand von knapp 7:30 Minuten auf die Verfolgerinnen, die zunächst gemeinsam liefen. Nach rund zehn Kilometern allerdings brachten Duffy und Findlay eine kleine Lücke zwischen sich und Lucy Charles-Barclay. Unterdessen lief Emma Pallant-Browne, die in T2 mit 11:12 Minuten Rückstand auf Knibb in einer größeren Gruppe noch auf Platz neun gelegen hatte, weiter nach vorn, kassierte nach vier Kilometern bereits Holly Lawrence, die das Tempo nicht mitgehen konnte und verbesserte sich so auf Rang fünf.

Pallant-Browne schnappt sich Charles-Barclay kurz vor dem Ziel

In der zweiten Hälfte des Halbmarathons kontrollierte die Führende das Geschehen weiterhin und hielt einen komfortablen Vorsprung vor Findlay, die sich Meter für Meter von Duffy absetzen konnte, und Lucy Charles-Barclay. Die Britin war zunächst von den beiden Konkurrentinnen distanziert worden, bewies aber wie schon bei der Ironman-WM vor rund drei Wochen, bei der sie als Zweite ins Ziel gekommen war, ihre Willensstärke auf der Laufstrecke. Die 29-Jährige schnappte sich Duffy rund fünf Kilometer vor dem Ziel – Rang drei war in Reichweite. Dahinter näherte sich allerdings Emma Pallant-Browne, die nur noch 8:50 Minuten hinter Knibb lag und bis auf 50 Sekunden auf Charles-Barclay auf Rang drei herangelaufen war. Nach knapp 19 Kilometern schaffte Pallant-Browne tatsächlich noch den Sprung auf einen Podiumsplatz. Charles-Barclay war nicht mehr in der Lage, noch einmal zurückzuschlagen. Mit einer Halbmarathon-Zeit von 1:21:48 Stunden und einer Gesamtzeit von 4:03:20 Stunden feierte Taylor Knibb schließlich einen ungefährdeten Sieg bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft 2022. 5:36 Minuten später erreichte Findlay das Ziel als Zweite. Pallant-Browne komplettierte das Podest 7:24 Minuten nach der Siegerin. Lucy Charles-Barclay folgte weitere 39 Sekunden später vor Flora Duffy, die 2:09 Minuten hinter der Britin einlief. Taylor Knibb zeigte sich nach dem Erfolg überwältigt und bilanzierte kurz und knapp: „Ich kann es nicht glauben.“

Ironman-70.3-Weltmeisterschaft 2022 | Profi-Frauen

28. Oktober 2022 | St. George, Utah (USA)
PlatzNameNationGesamtzeit1,9 km Swim90 km Bike21,1 km Run
1Taylor KnibbUSA4:03:2023:542:14:411:21:48
2Paula FindlayCAN4:08:5725:052:20:491:20:33
3Emma Pallant-BrowneGBR4:10:4525:012:25:401:17:45
4Lucy Charles-BarclayGBR4:11:2423:502:21:531:23:02
5Flora DuffyBER4:13:3324:212:21:291:25:04
6Holly LawrenceGBR4:14:1524:242:24:311:22:55
7Jacke HeringUSA4:15:0526:392:25:251:20:28
8Nikki BartlettGBR4:15:4827:342:22:501:22:42
9Tamara JewettCAN4:15:5727:292:29:061:16:23
10Anne ReischmannGER4:16:5028:582:23:371:21:38
14Imogen SimmondsSUI4:21:1725:102:25:011:28:24
24Katharina KrügerGER4:34:4527:242:35:441:29:09
26Daniela KleiserGER4:35:2233:492:34:161:21:52
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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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