Bei den Vancouver T100 am 15. August trifft Spitzenreiterin Imogen Simmonds auf Georgia Taylor-Brown, die formstarke Julie Derron und Roth-Gewinnerin Alanis Siffert. Titelverteidigerin Kate Waugh plant nach einer komplizierten Verletzung ihr Comeback. Mit Bianca Bogen ist auch eine deutsche Athletin dabei.

Die T100 Triathlon World Tour der Frauen geht in Vancouver in eine entscheidende Phase. Das Rennen in Kanada ist der dritte von nur vier regulären Frauen-Wettkämpfen der Saison. Nach Vancouver folgt im November noch Dubai, bevor beim Finale in Qatar die Weltmeisterin gekürt wird. Für die Endabrechnung zählen die drei besten Ergebnisse aus den regulären Rennen sowie das Resultat beim Finale.
Damit besitzt Vancouver im Kampf um die Gesamtwertung besondere Bedeutung. Imogen Simmonds führt das Ranking derzeit mit 42 Punkten an. Dahinter folgen Georgia Taylor-Brown und Taylor Knibb mit jeweils 35 Punkten, Alanis Siffert mit 31 und Julie Derron mit 29 Zählern. Knibb, die den Saisonauftakt an der Gold Coast gewann, steht allerdings nicht auf der Vancouver-Startliste.
Simmonds führt – aber die Verfolgerinnen haben weniger Rennen
Die Führung von Imogen Simmonds ist auch darauf zurückzuführen, dass die Schweizerin als eine der wenigen Spitzenathletinnen beide bisherigen T100-Rennen absolviert hat. An der Gold Coast wurde sie Dritte, bei den Spain T100 belegte sie Rang sieben. Taylor-Brown, Knibb und Derron haben ihre Punkte dagegen jeweils mit nur einem Ergebnis gesammelt.
Georgia Taylor-Brown reist nach ihrem ersten Sieg über die T100-Distanz als eine der Favoritinnen an. In Pamplona ging die britische Olympiasiegerin als Dritte auf die Laufstrecke, schloss innerhalb der ersten fünf Kilometer zu den führenden Schweizerinnen Alanis Siffert und Julie Derron auf und gewann das Rennen schließlich mit 1:20 Minuten Vorsprung.
Julie Derron: Die konstanteste T100-Athletin im Feld?
Julie Derron lediglich zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen, würde ihrer bisherigen T100-Bilanz nicht gerecht werden. Die Olympiazweite von Paris 2024 stieg erst im September 2024 in die Serie ein – und wurde bei ihren ersten drei Rennen in Ibiza, Lake Las Vegas und beim damaligen Finale in Dubai jeweils Zweite. Trotz nur drei Ergebnissen beendete sie die Saison auf Rang drei der Gesamtwertung. Im vergangenen Jahr wurde sie Vizelweltmeisterin.
Den Saisonauftakt 2026 an der Gold Coast verpasste Derron verletzungsbedingt. Anschließend gewann sie zunächst die Challenge Taiwan Half und stieg beim Spain T100 in die Tour ein. Dort übernahm sie zu Beginn des Radfahrens die Führung, ging hinter Siffert auf die Laufstrecke und sicherte sich trotz eines schwierigen Rennens Rang zwei.
Alanis Siffert startet als Roth-Siegerin – Was macht Waugh?
Noch größer dürfte die Aufmerksamkeit für Alanis Siffert sein. Die 24-Jährige gewann Anfang Juli die Challenge Roth in 8:09:09 Stunden und wurde damit zur jüngsten Siegerin in der Geschichte des traditionsreichen Langdistanzrennens. Knapp sechs Wochen später wird sie wieder über die deutlich kürzere und intensivere T100-Distanz antreten.
Hinter dem Start von Kate Waugh steht dagegen weiterhin ein Fragezeichen. Die Britin gewann 2025 drei T100-Rennen, erreichte bei vier weiteren Starts das Podium und sicherte sich mit ihrem Erfolg beim Finale in Katar den Weltmeistertitel.
In der laufenden Saison konnte Waugh allerdings noch kein T100-Rennen bestreiten. Eine Wadenverletzung zwang sie zur Absage des Auftakts an der Gold Coast. Ihre beiden bisherigen Wettkämpfe waren der World Cup in Chengdu und die World Triathlon Championship Series in Yokohama. Anschließend verhinderten die anhaltenden Beschwerden weitere Starts.
Waugh erklärte Mitte Juli, dass der Muskelfaserriss am Übergang zwischen Muskel und Sehne komplizierter gewesen sei als zunächst erwartet. Zusätzlich habe sie mit Beschwerden an der Achillessehne sowie einer Sehnenreizung des hinteren Schienbeinmuskels zu kämpfen. Deshalb sagte sie auch den geplanten Heimstart bei der World Triathlon Championship Series in London ab. Vancouver nannte sie ausdrücklich als nächstes Ziel – allerdings mit der Einschränkung, nur vollkommen gesund an die Startlinie zurückkehren zu wollen.
Bianca Bogen mit Top-Fünf-Ergebnis im Rücken
Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick auf Bianca Bogen. Die 27-Jährige startete mit einem fünften Platz an der Gold Coast stark in die Saison. Nach dem Schwimmen arbeitete sie sich dort auf der Radstrecke bis auf Rang vier vor und erreichte das Ziel schließlich in 3:36:13 Stunden.
Beim zweiten Frauenrennen in Spanien konnte Bogen dieses Ergebnis nicht bestätigen und landete auf Rang 17. Mit insgesamt 24 Punkten belegt sie dennoch Rang neun der aktuellen T100-Wertung. Ein weiteres Top-Ten-Ergebnis in Vancouver würde ihre Ausgangsposition vor Dubai deutlich verbessern.
Zum weiteren Kreis der Podiumskandidatinnen gehören Paula Findlay (CAN), Taylor Spivey (USA), die in Spanien mit Platz drei ihr bestes Ergebnis bei ihrem bis dahin neunten T100-Start erzielte, sowie Nicole van der Kaay (NZL). Hinzu kommen unter anderem Ellie Salthouse (AUS), Lucy Byram (GBR), Hannah Berry (NZL) und Lisa Perterer (AUT).
Startliste: 2026 T100 Triathlon World Tour Vancouver
Startliste
Elite Women 20 Starter · 1 × 🇩🇪 | 1 × 🇦🇹 | 3 × 🇨🇭
| Bib | Name | Land |
|---|---|---|
| – | Hannah Berry | 🇳🇿NZL |
| – | Bianca Bogen | 🇩🇪GER |
| – | Lucy Byram | 🇬🇧GBR |
| – | Daisy Davies | 🇬🇧GBR |
| – | Hanne De Vet | 🇧🇪BEL |
| – | Julie Derron | 🇨🇭SUI |
| – | Paula Findlay | 🇨🇦CAN |
| – | Holly Lawrence | 🇬🇧GBR |
| – | Sara Perez Sala | 🇪🇸ESP |
| – | Lisa Perterer | 🇦🇹AUT |
| – | Lizzie Rayner | 🇬🇧GBR |
| – | Lydia Russell | 🇺🇸USA |
| – | Ellie Salthouse | 🇦🇺AUS |
| – | Alanis Siffert | 🇨🇭SUI |
| – | Imogen Simmonds | 🇨🇭SUI |
| – | Taylor Spivey | 🇺🇸USA |
| – | Georgia Taylor-Brown | 🇬🇧GBR |
| – | Nicole Van Der Kaay | 🇳🇿NZL |
| – | Kate Waugh | 🇬🇧GBR |
| – | Lotte Wilms | 🇳🇱NED |











