Daniela Bleymehl hat auf ihren Social-Media-Accounts eine Entscheidung öffentlich gemacht: Nach der Ironman-WM auf Hawaii am 10. Oktober will sie Abschied vom Profisport nehmen.
In wenigen Zeilen fasst sie zusammen, was viele Athletinnen und Athleten irgendwann spüren – dass ein Kapitel zu Ende geht, auch wenn man es sich lange anders gewünscht hat. Ihre Worte sind klar, dankbar und zugleich schmerzhaft ehrlich: „Zeit loszulassen…“ und „Wir sehen uns in Kona. Ein letztes Mal an der Startlinie.“
Zeit loszulassen: Bleymehls Abschied nach Kona
Bleymehl beschreibt, dass sie nie gedacht hätte, „dass es einmal so enden würde“ – und dass sich die Entscheidung ausgerechnet mitten in einem Rennen plötzlich eindeutig anfühlte. In Roth habe sie von Beginn an gespürt, dass der Moment des Abschiednehmens gekommen sei.
Dabei macht sie keinen Hehl daraus, dass sie sich ein anderes Ende gewünscht hätte. „Es tut weh, dass dieses Kapitel anders endet, als ich es mir erhofft hatte“, schreibt sie. „Aber es gibt nichts zu bereuen. Ich würde den Weg genauso wieder gehen.“
Besonders greifbar wird ihre Situation, wenn sie auf die Zeit nach der dritten Babypause blickt. Ihr Ziel sei gewesen, die Herausforderung noch einmal anzunehmen und „noch zwei oder drei Jahre“ den Beruf auszuüben, den sie „seit fast zwei Jahrzehnten“ liebt. Dass sie nun dennoch früher loslässt, sei in diesem Rennen in Roth gereift.
Ein letztes Mal an der Startlinie – und dann Schluss
In der Vorbereitung auf die Challenge Roth, so schildert sie es, sei genau das passiert, wovor sie am meisten Angst hatte: Zum ersten Mal habe sie das Gefühl gehabt, den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht zu werden: „Nicht nur als Athletin“, sondern auch in den anderen Rollen, die ihr „genauso wichtig sind“.
Der Druck, „noch einmal alles zu geben“, habe sie selbst enorm aufgebaut. Und dann kommt der Satz, der die Entscheidung endgültig macht: Schon auf den ersten Metern der Challenge Roth habe ihr Körper gezeigt, dass dies „nicht mehr der richtige Weg“ sei.
Trotz aller Wehmut steht am Ende vor allem Dankbarkeit. Bleymehl schreibt von den Menschen, die sie kennenlernen durfte, von Freundschaften, Erfahrungen und „jeder einzelnen Startlinie“, an der sie stehen durfte. Und sie macht deutlich, dass Kona für sie mehr als nur ein weiterer Wettkampf ist: Es wird der Abschluss. „Wir sehen uns in Kona“, schreibt sie, „ein letztes Mal an der Startlinie.“