8.000 Kilometer und 100.000 Höhenmeter haben Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski bereits zurückgelegt. Und dabei besondere Orte passiert. Ein Drittel der geplanten Route liegt hinter ihnen. Nach herausfordernden Tagen versprechen die nächsten Wochen etwas Entspannung.
Die wichtigste Nachricht vorweg: Der Hundebiss, den Jonas Deichmann vergangene Woche während seiner Fahrt durch Portugal beim Projekt „Around Europe“ erlitten hat, ist gut verheilt. Der Streik an der Fähre Richtung Lissabon liegt auch längst hinter ihm und Josefine Rutkowski. Es geht wieder schneller voran – und in den kommenden Wochen soll es sogar noch schneller werden. „Wir sind raus aus dem Wind und den Widrigkeiten. Auf dem Papier beginnt am Samstag der einfachere Teil unserer Route“, sagt Deichmann. „Die Höhenmeter, Hitze und Gegenwind – Spanien und Portugal waren herausfordernd.“
Erinnerungen an Rekordfahrt
Vor allem der Gegenwind wurde zu einem echten Gegner. Nachdem beide Lissabon erreicht hatten, ging es den Tejo entlang wieder hinaus aus der Stadt. „Auf der Strecke des Ironman Portugal“, so Deichmann. „Die Strecke war richtig toll.“ Über Cascais fuhren beide zum westlichsten Teil Kontinentaleuropas: Cabo da Roca. Für Jonas Deichmann ein besonderer Ort, der Erinnerungen wach rief. „Dort habe ich 2017 meine Abenteurerkarriere gestartet, mit der Weltrekordfahrt durch Eurasien nach Wladiwostok in 64 Tagen.“ Von diesem markanten Punkt aus erwartete Portugal die beiden Extremsportler mit seiner malerischen und zugleich rauen Küste, die zwar landschaftlich schön, aber eben auch windig ist. Vor allem im Sommer, wenn der Wind aus Norden kommt und zum unerbittlichen Gegenspieler wird.
Jakobsweg und Höhenmeter
„Wir haben trotzdem unser Kilometerziel an diesen Tagen erreicht, mit ein paar Überstunden. Es wurden also lange Tage“, bilanziert Deichmann. „Aber wir hatten durch den Hundebiss und den Streik ein paar Tage etwas weniger geschafft, daher wollten wir Gas geben.“ Mit Nordspanien hieß dann aufatmen. „Wir haben uns echt gefreut. Weil wir wussten, dass wir ab Galizien an dem Punkt sind, wo wir nicht mehr gegen eine bevorzugte Windrichtung anfahren. Galizien und Asturien sind traumhaft schöne Gegenden mit ganz vielen kleinen Buchten, extrem grün. Das hat mich an Irland erinnert“, so Deichmann, der mit Josefine Rutkowski auch ein paar Mal den Jakobsweg kreuzte und entlangfuhr. „Wir hatten dort an der Küste keine wirklich hohen Pässe zu absolvieren, aber es ging immer hoch und runter. So sind wir täglich trotzdem auf 2.500 bis 3.000 Höhenmeter gekommen.“
Vollgas Richtung Hamburg
Mittlerweile befinden sich beide in Kantabrien, in der Region um Santander. „Wir haben ziemlich genau 8.000 Kilometer – also ein Drittel der Tour – hinter uns“, so Deichmann. Bis zum Wochenende wollen sie dabei die 100.000 von anvisierten 250.000 Höhenmeter komplettieren. Am Samstag geht es über die Berge im Baskenland, ehe beide Abenteurer Frankreich erreichen. Deichmann: „Dann wird es erstmal komplett flach über 3.000 Kilometer, wenn wir Richtung Hamburg düsen. Da können wir ein bisschen Vorsprung auf unseren Tagesschnitt herausfahren, den wir in Norwegen sicherlich gebrauchen können.“