NEU! triathlon-News Ausgabe vom 12. Oktober, 06:02 Uhr · 0:49 Min · Kurzfassung

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„Around Europe“: Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski lassen es richtig krachen

Kaum waren sie wieder in Frankreich, sind sie auch schon fast durch. Josefine Rutkowski und Jonas Deichmann legen bei ihrem Radprojekt an der Atlantikküste ein unbeschreibliches Tempo an den Tag. Kommende Woche wollen sie Deutschland erreichen.

Privat Pittoresk: Jonas Deichmann „radelt“ nicht nur durch Gebirge, sondern auch durch Hafenstädte.

Vorbei sind die Tage, an denen quälende Anstiege oder ein unerbittlicher Gegenwind dafür gesorgt haben, dass Josefine Rutkowski und Jonas Deichmann auf ihrer Tour „Around Europe“ nur schleppend vorankamen. Die beiden sind an der französischen Atlantikküste angekommen – und haben den Turbo gezündet. „Wir sind gerade durch die Bretagne gefahren und haben insgesamt 9.500 Kilometer absolviert“, gibt Deichmann einen Zwischenstand ab. „Es war eine sehr schnelle Woche auf einfachem Terrain.“

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„Radautobahn“ durch Bilbao

Zuvor hatten beide noch zwei, drei Kletterpassagen durch das Baskenland hinter sich zu bringen. „Da waren viele Anstiege wie im deutschen Mittelgebirge dabei. Und es war eine ganz andere Kultur, andere Sprache und ein ziemlicher Kontrast zum Rest Spaniens“, erklärt Deichmann, der vor allem von Bilbao angetan war: „Das hat mir richtig gut gefallen. Dort gibt es eine Radautobahn durch die Stadt. Ich bin selten so einfach durch eine große Stadt gefahren.“ Mit dem Grenzübertritt nach Frankreich gehörte die Kletterei vorerst der Vergangenheit an. „Bis wir nach Frankreich gekommen sind, hatten wir in den 50 Tagen drei oder vier komplett flache Tage. Seit der Grenze mussten wir erst durch ein bisschen welliges Terrain nach Bayonne, dann ging es aber schnurgeradeaus.“

Privat „Krachen lassen“: Auf flacher Strecke sammeln Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski ordentlich Kilometer.

Traumstrecke nach Bordeaux

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Die beiden Abenteurer sehen unerwartet wenig von der Küste. „Wir haben das Meer nur selten gesehen, weil die Straße ein bisschen im Landesinneren entlangführt.“ Das ist aber zu verschmerzen, wenn man solche Bedingungen vorfindet, wie die beiden in Richtung Norden. „Von Bayonne bis Bordeaux sind es circa 300 Kilometer – und es gibt einen richtig tollen Radweg, der durch einen Naturpark führt. Pinienwälder, flach, kaum Häuser, kaum Ortschaften. Nur Natur“, schwärmt Deichmann. „Da konnten wir es natürlich mal krachen lassen. Wir haben in den vergangenen Tagen mehr als 200 Kilometer pro Tag zurückgelegt. Es ist nicht spektakulär, aber auch mal schön, wenn sich 250 Kilometer lockerer anfühlen als Bergetappen mit weniger Kilometer.“

Hitze ist die große Herausforderung

Kurz nach Bordeaux wurde es wieder besiedelter. „Wir sind recht zügig in die Bretagne gekommen. Dort ist es nicht bergig, aber recht hügelig. Wir sind ein paar Mal kurz an die Küste gekommen, aber sie ist leider wie fast überall auf der Route zugebaut. Und im Sommer wollen alle Leute ans Meer. Deshalb fahren wir etwas im Landesinneren. Dort gibt es tolle Dörfer, tolle Landschaften“, berichtet Deichmann und zieht einen Vergleich: „Es sieht landschaftlich ein bisschen aus wie in Norddeutschland.“

Privat Kühlen Kopf bewahren: Bei 37 Grad Celsius ist jeder Brunnen ein willkommener Ort, um sich zu erfrischen.

Die größte Herausforderung war zuletzt die große Hitze. „Wir hatten rund 37 Grad, aber wir kommen gut voran. Jetzt biegen wir in Richtung Osten ab, in die Normandie. Dann sind wir in einer Woche in Deutschland.“

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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