Sie verspricht präzisere Laufsteuerung in Watt. Doch was misst die Run Power wirklich? Und wie nutzt du sie sinnvoll für Training und Wettkampf?
Watt beim Radfahren sind längst Standard. Watt beim Laufen? Noch immer sorgt „Run Power“ für Diskussionen. Für die einen ist es das präziseste Steuerungsinstrument seit der Herzfrequenz, für andere nur eine weitere Zahl auf der Uhr. Die Wahrheit liegt, wie so oft, dazwischen. Run Power kann enorm hilfreich sein. Aber nur, wenn man versteht, was sie misst, wie sie entsteht und warum verschiedene Hersteller unterschiedliche Werte anzeigen.
Was ist Run Power überhaupt?
Physikalisch ist Leistung nichts anderes als Arbeit pro Zeit. Beim Laufen bedeutet das: Wie viel Energie bringst du pro Sekunde auf, um dich nach vorn zu bewegen? Anders als beim Radfahren gibt es beim Laufen jedoch keinen direkten Messpunkt wie die Kurbel mit einem Wattmesssystem oder eben die Pedalen. Die Laufleistung ist deshalb immer ein modellierter Wert. Sensoren in der Uhr, der Herzfrequenzgurt oder ein Fuß-Pod erfassen Bewegung, Beschleunigung, Geschwindigkeit, Steigung und teilweise den Wind. Algorithmen berechnen daraus eine geschätzte Leistung in Watt.
Vereinfacht setzt sich die Laufleistung aus drei Komponenten zusammen:
- Mechanische Verluste (Bremskräfte, vertikale Oszillation, seitliche Bewegung)
- Horizontale Leistung (Vortrieb)
- Vertikale Leistung (Arbeit gegen die Schwerkraft)
Die Wattzahl ist also kein „echter“ Messwert wie auf dem Rad, sondern eine rechnerische Annäherung. Und genau deshalb unterscheiden sich die Werte zwischen den Herstellern. Run Power ist kein international genormter Wert. Entscheidend ist nicht der absolute Wert, sondern die interne Konsistenz innerhalb eines Systems.