Neue Drafting-Regeln bei der Challenge Roth: Während Profis strikt 20 Meter Abstand halten müssen, bleibt Agegroupern bei Überholvorgängen mehr Spielraum – ein klarer Unterschied zu Ironman.

Die Diskussion um neue Drafting-Regeln im Triathlon bekommt eine weitere Facette: Anpassungen bei Ironman sind seit dieser Saison gültig, und auch die Challenge Roth hat einen 20-Meter-Abstand für Profis implementiert. Dennoch hat der Rennveranstalter aus Franken diese Regelung nun weiter präzisiert und geht einen eigenen Weg – mit einer entscheidenden Abweichung beim sogenannten Slipstreaming zwischen Profis und Agegroupern.
Während Ironman das Regelwerk zuletzt deutlich verschärft und insbesondere das „Anfahren“ im Windschatten von Profis klar untersagt hat, bleibt die Challenge Roth in diesem Punkt näher an der DTU-Sportordnung – und will damit mehr Praxisnähe für große Teilnehmerfelder herstellen.
Kein Slipstreaming für Profis – klare Linie
Für die Profis gilt in Roth wie auch bei Ironman: Slipstreaming ist grundsätzlich verboten. Wer überholen will, muss bereits bei einem Abstand von 20 Metern seitlich ausscheren und den Überholvorgang sauber einleiten. Ein kurzes „Heranfahren“ im Windschatten – selbst für wenige Sekunden – wird als Regelverstoß gewertet.
Auch die übrigen Eckpunkte sind klar definiert:
- 20 Meter Mindestabstand zwischen Profis
- Messung von Vorderrad zu Vorderrad
- 45 Sekunden Zeit für ein Überholmanöver
- 25 Sekunden, um nach einem Überholtwerden wieder den Abstand herzustellen
Agegrouper: Mehr Spielraum beim Überholen
Der entscheidende Unterschied zu Ironman betrifft die Agegrouper. Bei einem Ironman-Rennen darf man sich Profis beim Überholmanöver nur bis auf zwölf Meter nähern und im Gegensatz dazu bei anderen Agegroupern in die Draftzone einfahren, um anschließend zu überholen. In Roth darf man immer in diese Zone hineinfahren – unabhängig davon, ob es sich um einen Profi oder Agegrouper handelt.
Das heißt konkret: Ein Agegrouper darf sich beim Überholen zunächst im Windschatten annähern, muss die Draftzone dann aber zügig durchfahren und das Manöver abschließen. Grundlage dafür ist die DTU-Sportordnung, Paragraf 27. Eine Differenzierung, ob ein Profi oder ein anderer Agegrouper überholt wird, wird bewusst nicht vorgenommen. Aus Sicht der Veranstalter wäre das weder für Kampfrichter noch für Athletinnen und Athleten sauber kontrollierbar.
Schutz des Profirennens bleibt bestehen
Trotz dieser liberaleren Regelung für Agegrouper gibt es eine klare Grenze: Das Einscheren zwischen zwei (oder mehr) Profis, die den vorgeschriebenen Abstand von 20 Metern einhalten, bleibt strikt untersagt. Damit soll verhindert werden, dass Altersklassenathleten direkt ins Renngeschehen der Profis eingreifen.









