Am ersten August Wochenende ist es wieder soweit, mit dem Norseman startet die Xtri-Weltmeisterschaft in Eidfjord. Doch was steckt hinter der Bewegung, die den Sport zurück zu seinen Wurzeln führt.
Ruhig liegt der Hardangerfjord im Morgengrauen da, Nebel hängt über der Oberfläche. Eine Fähre gleitet hinaus in die Mitte des Gewässers. Athletinnen und Athleten im Neoprenanzug stehen dicht gedrängt an der Reling, den Blick nach unten gerichtet aufs dunkle Wasser. Gleich werden sie springen – in ein Rennen, das anders ist als andere.
Eine von ihnen ist Laura Zimmermann. Die Profi-Triathletin hat sich 2024 auf das Abenteuer des Wettkampfs Norseman eingelassen, auf kaltes Wasser, steile Anstiege und unberechenbares Wetter. „Die Herausforderung, sowohl die klimatischen Extreme als auch die Gegebenheiten, haben mich gereizt“, sagt sie rückblickend. Für sie war der Start in Norwegen keine Jagd nach Sekunden, sondern ein Schritt in eine andere Triathlonwelt.
Bereits 21 Jahre vorher steht Fredrik Mandt an exakt derselben Reling, begleitet von einem ähnlichen Gefühl aus Faszination und Ungläubigkeit. Bei der ersten Ausgabe des Norseman im Jahr 2003 springen nur 21 Männer ins Wasser. Mandt gehört zu ihnen – und ist im Vorfeld maßgeblich an der Erschaffung dieses einmaligen Erlebnisses beteiligt. Was seinerzeit als verrückte Idee beginnt, wird zum Ausgangspunkt einer Bewegung, die den Triathlonsport neu definiert: rau, ehrlich und elementar. Ein Sprung zurück.