Vincent Felix Bartscher bezeichnet sich als „Vollzeitsportler“ und ist einer der wenigen deutschsprachigen Teilnehmer beim diesjährigen Patagonman. In seinem Blog berichtet er über seine Vorbereitung auf das Abenteuer am anderen Ende der Welt.

Was macht man, wenn man für sich alles erreicht hat? Entweder weiter so, etwas Neues, oder vielleicht etwas von Beidem.
Erst vor genau zehn Jahren habe ich meinen ersten Triathlon bestritten – mit Papas altem Rennrad, Aufliegern und 2.000er-Style-Klamotten. Es war absolut geil und der Start von etwas, was bis heute mein Leben fast komplett vereinnahmt hat. Dass es mal dazu kommt, war eher nicht abzusehen. Als Kind habe ich irgendwie alles mal ausprobiert: Judo, Klettern ein bisschen Leichtathletik – nichts wirklich lang, nichts wirklich kontinuierlich. Als Jugendlicher waren der Computer, Junkfood und Alkohol treue Begleiter und füllten die Wochenenden und den Bauch.
Erst durch einen Schüleraustausch im Jahr 2011 nach Kanada wurde die Freude an Bewegung bei mir geweckt, und ein bisschen war Triathlon immer in meinem Leben präsent. Einerseits durch meinen Vater, der 2001 damals noch beim Ironman in Roth startete, dann durch unseren Nachbarn Maik Petzold in Bautzen, und dann in Kanada, wo ich einige Wochen bei den Eltern der damaligen Olympionikin Kirsten Sweetland bleiben durfte. Nach dem Austausch ging es ins Gym, dann ans Laufen. 2015 dann der erste Halbmarathon und ein paar Wochen später sofort einen Marathon. Meine Begeisterung für den Ausdauersport war geweckt. Nach einem Besuch an der Strecke bei der Challenge Roth 2016 war klar: Das will ich auch machen!
Etwas Neues muss her
Gesagt, getan: Training, mehrere Kurz- und Mitteldistanzen ebneten den Weg zum großen Ziel. Ein Auslandssemester an der australischen Gold Coast brachte das Schwimmen in wortwörtlich geordnete Bahnen. Dann kam Roth und ich voll drauf auf der „Droge“ Triathlon. Mittlerweile habe ich 15 Langdistanzen gefinisht und unzählige kürzere Wettkämpfe. Nach Abschluss meines Masters im Jahr 2019 hatte ich dank vieler glücklicher Fügungen und eines guten Händchens die Chance, den Triathlon in Vollzeit auszuüben. Das hat zu mehreren WM-Teilnahmen, Podien und einer Sub-9-Zeit geführt. So viel dazu, was passiert, wenn man (gefühlt) alles erreicht hat. Klar: Schneller zu werden geht immer, aber was gibt es Neues?










