Coronavirus verhindert Sommer-Highlight:
Challenge Roth 2020 alternativlos abgesagt

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Challenge Roth das Traditionsrennen für 2020 ohne Aussicht auf einen Ersatztermin abgesagt.

Die Challenge Roth wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Eine Umsetzung des deutschen Langdistanz-Klassikers mit rund 3.400 Einzelstartern und 250.000 Zuschauern am 5. Juli sei angesichts der aktuellen Lage nicht möglich, wie der Veranstalter heute verkündete. Auch einen Ersatztermin für 2020 wird es nicht geben. Die Athleten bekommen ihr Startgeld zum Großteil zurück und darüber hinaus ein Startrecht für das Rennen im kommenden Jahr. Diese Absage sei die schwierigste Entscheidung gewesen, die man als Veranstalter in den letzten 19 Jahren treffen musste, sagt Renndirektor Felix Walchshöfer und fügt hinzu: “Mit großer Sorge haben wir in den letzten Wochen immer wieder von unseren angemeldeten Teilnehmern gehört und gelesen, dass Athleten von Ausgangssperren betroffen oder in einigen Fällen sogar selbst am SARS-CoV-2-Virus erkrankt sind. Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass wir für unsere Athleten Verantwortung tragen und dieser auch gerecht werden wollen und müssen. Deshalb bleibt uns kein anderer Weg.”

Damit fällt aus sportlicher Sicht neben dem großen und in jedem Jahr sofort ausverkauftem Agegrouper-Rennen mit etwa 5.500 Startern (inklusive Staffeln) auch das Kräftemessen des wahrscheinlich besten Profistartfelds in der Geschichte der Challenge Roth aus. In Person von Jan Frodeno, Anne Haug, Timothy O’Donnell, Lucy Charles-Barclay, Sebastian Kienle und Sarah Crowley wären in Roth erstmals die Top 3 des Ironman Hawaii aus dem Vorjahr bei Männern und Frauen am Start gewesen. Weitere Weltklasse-Athleten wie Joe Skipper, Cameron Wurf, Vorjahressieger Andreas Dreitz, Josh Amberger oder Cody Beals hätten unter anderem das außergewöhnliche Starterfeld ergänzen sollen. 2020 wäre außerdem die deutsche Meisterschaft auf der Langdistanz in das Rennen inkludiert gewesen, welche damit ebenfalls ausfällt.

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Startgeldrückzahlung mit freiwilligen Optionen

Das gesamte Startgeld wird abzüglich einer Bearbeitungspauschale von 90 Euro an die Athleten zurückgezahlt. Wenn sich die Teilnehmer allerdings darüber hinaus für eine freiwillige Spende entscheiden, wird das belohnt: Wer eine Solidaritätsspende von 100 Euro oder mehr tätigt, bekommt im Gegenzug als Dankeschön die Gelegenheit, sich innerhalb der nächsten zehn Jahre zweimal bei einem Roth-Rennen seiner Wahl anzumelden – unabhängig davon, ob er im normalen Anmeldeverfahren bei dem nach wenigen Sekunden ausverkauften Event regulär einen Startplatz bekommen hätte oder nicht. Außerdem bekommen alle Athleten, die für die Challenge Roth 2020 gemeldet waren, ein Startrecht für das kommende Jahr.

Es war für uns die schwierigste Entscheidung der letzten 19 Jahre, die schwerste in unserer Geschichte seit der Challenge-Gründung 2002.

Felix Walchshöfer, Renndirektor der Challenge Roth

Das offizielle Video-Statement des Veranstalters

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Wie steht es um die Ironman-Rennen in Deutschland?

Eine offizielle Absage für die großen Ironman-Rennen in Deutschland, die vor dem Termin der Challenge Roth 2020 stattfinden sollen, gibt es von Veranstalterseite bisher nicht. Aktuell scheint es so zu sein, dass der Ironman 70.3 Kraichgau, der laut Plan am 7. Juni stattfinden soll, voraussichtlich aufgrund einer Verordnung der Landesregierung Baden-Württembergs nicht an diesem Datum ausgetragen werden kann. Zu den Rennen des Ironman Hamburg am 21. Juni und der Ironman-EM in Frankfurt am 28. Juni wurde sich bisher noch nicht geäußert.

Was Triathleten in Zeiten der Corona-Krise wissen müssen, haben wir in einem Artikel mit Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengefasst. Dabei geht es neben der gesundheitlichen und medizinischen Sichtweise auch um die juristischen Probleme und Haftungsfragen. Den Artikel findet ihr hier.

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8 Kommentare
  1. Andreas

    Ein Mega Lob an die Veranstalter. Kein langes hinauszögern der Entscheidung, und optimale Erstattungsmöglichkeiten. Ich selbst war bei der Challenge gemeldet und werde gerne meinen Beitrag leisten.

  2. Michael W.

    Ich bin nicht gemeldet, aber ich finde das es mehr als aufrichtig war und kann hier auch nur großes Lob aussprechen!!! Würde ich gemeldet sein, wäre ich ohne zu überlegen dazu bereit, einen Teil der Startgebühren in den Fonds mit einfließen zu lassen! #familiechallange

  3. Andreas Volk

    Genau das hatte ich mit meinem Post von gestern unter dem anderen Artikel gemeint. Athleten und Veranstalter auf Augenhöhe. Das ist ganz großer Sportsgeist. Und es werden sehr sehr viele davon Gebrauch machen und sich für die Spendeoption entscheiden….Respekt ….

  4. Clubman192

    Solch eine starterfreundliche Lösung erwarte ich vom Ironmanveranstalter nicht, da wird keine Rücksicht darauf genommen, dass sich nicht jeder jedes Jahr die Zeit für eine intensive Vorbereitung nehmen kann. Großes Lob an den Veranstalter !

  5. Heike

    Ich finde es prinzipiell auch toll für die Athleten, wenn ein Veranstalter das Geld zurückzahlt. Die Situation ist für alle schwer gerade. Allerdings wenn ich rechne, bleiben Veranstalter der Challenge Roth, wenn alle ihr Geld zurückverlangen (5500×90 Euro Bearbeitungsgebühr) satte 495.000 Euro. Davon sollte er bestimmt ein paar angefallene Kosten decken können. Des weiteren kann er seit der Anmeldung bereits zinslos mit dem Geld arbeiten. Kein so schlechter Deal aus meiner Sicht.

  6. Peter

    Auf welcher Grundlage werden 90€ Bearbeitungsgebühr angesetzt? Da fehlt es an Transparenz. Es gibt bereits juristische Abhandlungen dazu, die allesamt besagen, dass das Startgeld zu 100% und ohne Bearbeitungsgebühr zurückzuzahlen ist. Die Kulanz für z.B. Teilverzicht liegt komplett auf Athletenseite.

  7. Lars van Beek

    Es ist nachvollzieihbar und unglaublich schade, dass diese Veranstaltung ausfällt. Sicher fällt es diesen, wie auch vielen anderen Veranstaltern und Unternehmern, nicht leicht die Ausfälle zu kompensieren. Auch bin ich davon überzeugt, dass der eine oder andere bereit sein wird, sofern er/sie in dieser Zeit auf entsprechende finanzielle Mittel verzichten kann, einen Beitrag in Form einer Spende zu leisten.
    Nicht nachvollziehen kann ich und hier fehlt es m.E. auch an der erforderlichen Transparenz, dass eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 90 € anfällt, mithin KEINE Möglichkeit offeriert wird, die Anmeldegebühr bzw. den Startplatz auf das nächste Jahr zu übertragen. Im Zweifelsfall zahlt jeder diesjährige Teilnehmer den Startplatz, nun die 90 € und bekommt “lediglich” die Möglichkeit im kommenden Jahr noch einmal die Startgebühr zu zahlen.
    Beim besten Willen: Kulanz kann ich hier nicht erkennen, bei allem Verständnis für die großen Sorgen und Schwierigkeiten.

  8. Andreas

    Warum man sich ab- und wieder anmelden muss wird auf der Homepage unter den FAQs schlüssig erklärt. Ich finde v.a. die schnelle und konsequente Entscheidung gut. Andere Veranstalter fahren eher die Hinhaltetaktik. Kraichgau ist bis jetzt nicht offiziell abgesagt… Das ist eher verantwortungslos…

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