Kristian Blummenfelt trainiert für die Hitze, Lucy Charles-Barclay verzichtet auf eine WM und Taylor Knibb nimmt noch eine mit: Vor dem Ironman Hawaii wählen die großen Siegkandidaten unterschiedliche Wege.

Am 10. Oktober geht es auf Hawaii um den Ironman-WM‑Titel. Die Wochen davor stellen die Favoriten vor unterschiedliche Aufgaben: Nach einem letzten Rennen muss die Erholung gelingen, wichtige Trainingseinheiten sollen noch sitzen, und die Anpassung an die Bedingungen auf Big Island braucht ihre Zeit. Wie unterschiedlich die Profis diese Phase gestalten, zeigen sie auf ihren öffentlichen Kanälen.
Kristian Blummenfelt: Mit mehr Geduld in die Hitze
Kristian Blummenfelt hat eine klare Vorstellung davon, was diesmal besser laufen soll. Denn zuletzt blickte er selbstkritisch auf seine Vorbereitung von 2024 zurück: Auf Hawaii habe er zu sehr die Bestätigung gesucht, unter den heißen und feuchten Bedingungen leistungsfähig zu sein. In den ersten Tagen fühlte er sich stark, am Wettkampftag dagegen schon bei vergleichsweise lockerem Lauftempo erschöpft.
Diesmal wolle er mit mehr Vertrauen in die geleistete Arbeit anreisen, die Belastung anfangs kontrollieren und gezielte Hitzeeinheiten setzen. Nach seinem zweiten Platz bei der Ironman-70.3-WM in Nizza ging es zunächst zurück nach Bergen: Hitzetraining, möglichst eine große Einheit am Wochenende und anschließend die Reise nach Hawaii. Insgesamt wolle er knapp drei Wochen auf der Insel verbringen.
Sam Laidlow: Eine Verpflegungslektion aus Samarkand
Sam Laidlow wählte die Challenge Samarkand am 13. September als letzten Wettkampf vor Kona. Er gewann, musste unterwegs aber kämpfen. Nach etwa 40 bis 50 Radkilometern habe er sich plötzlich energielos gefühlt, erklärte er später. Zeitweise dachte er sogar an einen vorzeitigen Ausstieg. Beim Laufen legte er Gehpausen ein.
Als Ursache nannte der Franzose eine neue Verpflegungsstrategie, die für ihn nicht funktioniert habe. Trotzdem nahm er etwas Positives aus der Generalprobe mit: „Ich bin froh, dass ich diese Lektion jetzt gelernt habe und nicht bei der WM“, sagte Laidlow. Was er aus dem Rennen in Samarkand mitnimmt, liest du hier.

Patrick Lange: Mallorca als Basis für den letzten Kona-Start
Patrick Lange bereitete sich im Trainingslager auf Mallorca auf seinen letzten WM-Start auf Hawaii vor. Der dreimalige Sieger kehrt an den Ort seines Streckenrekords von 2024 zurück. Dass das Laufen weiterhin sein Steckenpferd ist, zeigte er in diesem Jahr mit Marathonzeiten von 2:33:43 Stunden beim Ironman Lanzarote und 2:32:25 Stunden bei der Challenge Roth. Einen Einblick in die Arbeit auf Mallorca gibt eine von ihm absolvierte Laufeinheit.
Laura Philipp: Zwei Wochen vor dem Rennen nach Hawaii
Laura Philipp plant die Reise nach Hawaii rund zwei Wochen vor dem Rennen. Im Vorjahr hatte sie lange auf Maui trainiert und war erst zur Rennwoche rüber auf die Big Island gewechselt. Doch wegen starken Windes hatte sie auf Maui viele Radeinheiten auf der Rolle absolviert. Den anschließenden Wechsel in die geschäftige Rennwoche mit zusätzlichen Verpflichtungen als damalige Titelverteidigerin empfand sie als belastend.
Auch sportlich hat Philipp ihren Weg anders gestaltet, als zunächst geplant. Nach gesundheitlichen Problemen im Frühjahr und der Absage der Challenge Roth nutzte sie die Zeit gezielt zum Wiederaufbau. Anschließend folgte in einem eng gestaffelten Rennblock erst ihr Sieg beim Ironman Kalmar, dann der Ironman 70.3 Zell am See und die 70.3-WM in Nizza.
Lucy Charles-Barclay: Verzicht auf die Titelverteidigung bei Ironman-70.3-WM
Lucy Charles-Barclay entschied sich dagegen, ihre Kona-Vorbereitung durch einen Start in Nizza zu unterbrechen. Rund zwei Wochen vor der Ironman-70.3-WM verkündete sie ihren Verzicht auf die Titelverteidigung. Ihre Begründung: Bei einer Weltmeisterschaft könne sie nicht mit angezogener Handbremse antreten. Tapering, Reisen, ein Rennen mit vollem Einsatz und die anschließende Erholung würden wichtige Trainingstage kosten. In den vier Wochen zuvor hatte sie im Trainingslager auf Lanzarote mehr als 100 Trainingsstunden gesammelt. Für die entscheidende Phase vor Kona gab sie dem Training Vorrang.

Taylor Knibb: Von Nizza zur Rad-WM
Taylor Knibb ergänzte ihre Vorbereitung um einen weiteren WM-Start. Acht Tage nach ihrem vierten Titel bei der Ironman-70.3-WM in Nizza trat die Amerikanerin am 20. September beim Einzelzeitfahren der Rad-WM in Montreal an. Über 39,9 Kilometer belegte sie in 52:43 Minuten Platz 13. Damit bestritt Knibb noch 20 Tage vor dem Ironman Hawaii einen Wettkampf gegen die Spezialistinnen des Radsports. Nun soll nach einem kurzen Aufenthalt zu Hause der entscheidende Feinschliff in Kona folgen.











