Mittwoch, 21. Januar 2026

Kürzere Radstrecke: Wie viel Zeit spart man wirklich?

Es kommt nicht selten vor, dass die Distanz in der zweiten Disziplin eines Triathlons etwas kürzer ist als die offiziellen Angaben und mitunter mehrere Kilometer fehlen. Die neue Bestzeit ist damit sicher – oder?

Peter Jacob / spomedis Beim Ironman Frankfurt wird die T2 erst nach 182 Kilometern erreicht, bei anderen Rennen bereits nach 178. Wie wirkt sich das auf die Zielzeiten aus?

3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen – so lauten die Distanzen einer Ironman-Langdistanz. Obwohl ein Wettkampf bereits ab drei Schwimmkilometern, 91 Kilometern auf dem Rad und 22 Kilometern in Laufschuhen als Langdistanz gilt, haben sich die insgesamt rund 226 Kilometer etabliert. In der ersten Disziplin kann die Strecke meist ziemlich exakt abgesteckt werden. Abweichungen ergeben sich durch GPS-Fehler (im Freiwasser sehr wahrscheinlich) oder unfreiwillige Umwege. Dagegen kommt es auf dem Rad und beim Laufen immer wieder vor, dass der eine oder andere Kilometer zu wenig oder zu viel im Streckenplan oder letztlich auf der Uhr ist. Gründe dafür können beispielsweise Baustellen oder nicht umsetzbare Streckensperrungen sein.

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Mit zwei Kilometern weniger zur Bestzeit?

Die Radstrecke des Ironman Frankfurt war etwa vor einigen Jahren noch etwas weniger als 180 Kilometer lang, hat seit einer Streckenänderung jedoch zwei zusätzliche Kilometer bekommen, sodass man erst nach 182 Kilometern das Rad wieder in der Wechselzone abstellen kann. Bei der Challenge Roth konnten bis zur diesjährigen Anpassung der Strecke eher 178 statt 180 Kilometer gemessen werden – vier Kilometer trennten also die beiden großen deutschen Langdistanzen in der zweiten Disziplin. Auch bei der kürzlich veröffentlichen neuen Radstrecke des Ironman Hamburg stehen in diesem Jahr „nur“ 178 Kilometer auf dem Plan. Ist die neue persönliche Bestzeit mit diesem ohnehin schon topfebenen Kurs damit gesichert? Vielleicht. Die Zeitersparnis ist jedoch nicht so deutlich, wie man annehmen könnte – und umso größer, je langsamer man unterwegs ist.

Rechenbeispiele

Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde bringt man einen Kilometer in genau zwei Minuten hinter sich. Für die 178 Kilometer auf der Radstrecke in Hamburg bedeutet das: Man erreicht T2 nach insgesamt 5:56 Stunden – und somit vier Minuten schneller als bei einer Strecke von 180 Kilometern. Für die benötigt man bei dieser Geschwindigkeit nämlich genau sechs Stunden. Gehört man zu den Schnelleren unter den Schnellen und fährt einen 40er-Schnitt, legt man einen Kilometer in 1:30 Minuten zurück. Für den Radsplit über 178 Kilometer bedeutet das eine Zeit von 4:27 Stunden. Man spart also drei Minuten im Vergleich zu den 4:30 Stunden über 180 Kilometer. Eine ähnliche Ersparnis ergibt sich bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde, bei der die Kilometerzeit bei rund 1:42 Minuten (genau 1:42,86 Minuten) liegt. Über die Distanz von 180 Kilometern bedeutet das einen Bikesplit von rund 5:08 Stunden. Über 178 Kilometer benötigt man bei dieser Geschwindigkeit lediglich circa 5:05 Stunden. Eine um zwei Kilometer längere Strecke wirkt sich ebenfalls dementsprechend aus.

Keine geschenkte Bestzeit

Bei einer Langdistanz fallen diese gesparten Minuten natürlich weniger ins Gewicht, da sie nur einen sehr geringen Anteil der gesamten Wettkampfdauer ausmachen. Jagt man tatsächlich (den eigenen) Rekorden hinterher, freut man sich selbstverständlich auch über diese kleinen Puffer. Geschenkt bekommt man die Bestzeit allerdings nicht. Schließlich spielen die Windverhältnisse sowie der Streckenverlauf und Straßenbelag nach wie vor eine Rolle.

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Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und hat 2023 beim Ironman Frankfurt ihre erste Langdistanz absolviert. Es war definitiv nicht die letzte.

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