Sonntag, 8. Februar 2026

A100 statt T100: Antarktis wird 2027 Schauplatz eines Extremtriathlons

Die Zahl 100 hat sich im Triathlonsport als neue Distanz etabliert. Auch die Antarktis bekommt im kommenden Jahr mit dem A100 ein Triathlonevent über 100 Kilometer – allerdings aus Russland organisiert und mit anderen Distanzverteilungen.

Außergewöhnliche Bedingungen sind beim für 2027 geplanten A100 garantiert.

In der Antarktis soll 2027 ein offizieller Triathlonwettkampf stattfinden: Mit dem A100 ein Extrem-Triathlon auf dem südlichsten und kältesten Kontinent der Erde angekündigt. Vom 27. Februar bis 8. März 2027 sollen sich 50 Athletinnen und Athleten aus aller Welt den außergewöhnlichen Bedingungen aus Eis, Schnee und Kälte stellen.

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Organisation aus Russland

Initiator des Projekts ist der russische Orientierungsläufer und Triathlet Ilya Slepov, Austragungsort die King George Island in der Nähe der Bellingshausen-Station. Die Streckenführung soll nach Veranstalterangaben in enger Abstimmung mit den strengen ökologischen Vorgaben der Antarktis entwickelt worden sein: Bewegungen seien ausschließlich in ausgewiesenen Zonen erlaubt, der Eingriff in die sensible Landschaft soll minimal bleiben. Auf dem Programm stehen ein ein Kilometer langer Schwimmabschnitt im Südpolarmeer bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt, 66 Kilometer Mountainbike sowie ein 33 Kilometer langer Lauf.

Erfahrung und Attest als Teilnahmevoraussetzung

Zugelassen sind, so die Organisatoren, ausschließlich Athletinnen und Athleten mit Erfahrung auf der Lang- oder Mitteldistanz. Zusätzlich sei ein ärztliches Attest verpflichtend, das die gesundheitliche Eignung für die extremen Bedingungen bestätige. Zwar falle der Wettkampf in die vergleichsweise mildeste Jahreszeit der Antarktis mit Temperaturen zwischen minus drei und plus fünf Grad Celsius, dennoch könnten Wetterumschwünge mit Schnee, Nebel und starken Winden jederzeit auftreten.

Begleitet wird das Projekt von einem umfangreichen Vorbereitungsprogramm. Das A100-Team will die Teilnehmenden über ein Jahr hinweg betreuen und in eine wissenschaftliche Studie einbinden, die untersucht, wie der menschliche Körper auf Kälte, Wind, Isolation und andere Stressfaktoren reagiert. Ergänzend ist der Zugang zu einem Forschungszentrum mit Simulation antarktischer Bedingungen geplant, in dem individuelle Trainingsprogramme erstellt werden.

Expedition startet in Chile

Start- und Zielpunkt der Triathlon-Expedition ist Chile. Während der Wettkampftage sollen die Athletinnen und Athleten auf Segelschiffen untergebracht sein, die vor der Bellingshausen-Station ankern. Neben der sportlichen Herausforderung ist auch ein Rahmenprogramm vorgesehen: Guides führen zu landschaftlichen Highlights wie den Eisbergen der Melchior-Inseln, Pinguinkolonien oder durch den Lemaire-Kanal. Die Website des A100-Triathlons ist eröffnet, die Kosten werden dort allerdings nicht genannt.

Antarktische Sprintdistanz 2027 bereits zum zweiten Mal

Ganz neu ist das Konzept eines Triathlons in der Antarktis nicht: 2025 fand mit dem White Continent Triathlon bereits eine Sprintdistanz über 600 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen mit 20 Teilnehmenden statt, eine Wiederholung ist für den Zeitraum 17. bis 25. Januar 2027 geplant. Die Startgebühr liegt laut Veranstalter Marathon Adventures bei rund 15.000 Euro.

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Frank Wechsel
Frank Wechsel
Frank Wechsel ist Herausgeber der Zeitschriften SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist zehnfacher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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