Donnerstag, 13. Juni 2024

Neuer Cheftrainer: Frode Viberg Jermstad übernimmt Position im norwegischen Triathlonverband

Der norwegische Triathlonverband stellt mit der Neubesetzung des Cheftrainers die Weichen für ein erfolgreiches Abschneiden der Athleten bei den Olympischen Spielen 2024 und 2028. Wir haben mit dem neuen Headcoach Frode Viberg Jermstad gesprochen.

Die Kaderathleten des norwegischen Triathlonverbandes um Kristian Blummenfelt und Gustav Iden bekommen auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles einen neuen Sportdirektor sowie Cheftrainer. Frode Viberg Jermstad wird ab dem 1. Mai den Posten von Arild Tveiten übernehmen, der wiederum eine neue Aufgabe im norwegischen Olympischen Komitee einnimmt.

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Frode, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Ernennung zum Cheftrainer und den damit verbunden neuen Aufgaben. Der Wechsel mag für manch einen recht überraschend kommen, warum gibt es so kurz vor den Olympischen Spielen einen Wechsel an der Spitze des norwegischen Triathlonverbandes?
Vielen Dank. Arild Tveiten wird bis zum kommenden Jahr eine gesplittete Stelle haben und weiterhin als Cheftrainer fungieren, jedoch wird er mehr und mehr zum Nationalen Olympischen Komitee wechseln, sodass ich über den Zeitraum immer weiter in meine neue Position hineinwachsen werde. Als Sportdirektor wird er noch bis zu den Olympischen Spielen im nächsten Jahr tätig sein. Bis dahin bin ich die rechte Hand, also der Assistent von ihm und zum Beginn 2024 werde ich die Verantwortung für die Athleten übernehmen.

Welche Eigenschaften bringst du mit, dass dich der norwegische Verband ausgewählt hat? Betreust du bereits selbst Athleten auf diesem Niveau?
Ich habe einige Athleten auf einem sehr hohen Niveau, zwar nicht auf so einem Level wie Kristian und Gustav, aber schon auf einem hohen Leistungsstand und ich denke, dass es nicht so viele Trainer gibt, die das von sich behaupten können. Das ganze Auswahlverfahren war ein Bewerbungsprozess. Der Triathlonverband hatte ausgeschrieben, dass ein Nachfolger für Arild gesucht wird, wenn er nach den Olympischen Spielen in Paris komplett ausscheidet. Der Zeitpunkt wurde jetzt gewählt, um einen fließenden Übergang zu haben und die Schritte im Aufbau zum größten Sportereignis kennenzulernen.

Welche Aufgaben hast du als Cheftrainer und wie sieht die Zusammenarbeit mit den bekannten Trainern wie Mikal Iden und Olav Aleksander Bu aus?
Für mich als Trainer ist es ein großer Schritt. Die Organisation wird so sein, dass ich die Verantwortung über alle anderen Trainer haben werde und zudem einige Athleten zur Seite habe, die ich trainiere. Arild wird mir das nächste Halbjahr zeigen, wie die Strukturen sind und mich mit gewissen Prozessen im Verband vertraut machen. Wir werden bis Paris ein Paar bilden, bei dem jeder von uns eine unterschiedliche Rolle einnehmen wird. Zu allen großen Rennen wird Arild mitfahren. Ich werde begleitend in allen Trainingscamps dabei sein.
Mikal Iden ist der Trainer vor Ort, in den Trainingslagern und auch der Trainer für die Athleten, wenn wir zu Hause trainieren. Arild und ich coachen ebenso einige Athleten und ich werde im Laufe der Zeit immer mehr Athleten aus dem Kreis der Kurzdistanz übernehmen. Olav Aleksander Bu ist weiterhin der Trainer von Gustav Iden und Kristian Blummenfelt, in der Zuordnung wird sich nichts ändern. Weiterhin gibt es noch weitere Trainer in unserem Team, die für die Junioren und dem Anschlusskader zuständig sind. So haben wir eine große Gruppe an Trainern, die für die unterschiedlichen Athleten zuständig sind. An der obersten Spitze bin ich, der die Fäden der Struktur in der Hand hat.

Nils Nilsen Frode Viberg Jermstad bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii 2022.

Was sind die Ziele auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2024 und eventuell sogar wichtiger, da du dann alleiniger Cheftrainer und Sportdirektor bist, in der Olympiade Richtung Los Angeles 2028?
Richtung Paris müssen wir auf dem Erfolg von Tokio 2021 aufbauen und den nächsten Schritt gehen. Nach den Spielen in Paris wird es dann klarer sein, auf was wir in den darauffolgenden vier Jahren aufbauen können. Ziel ist es, die stärkste Triathlonnation zu sein, dabei spielt die Mixed Relay eine wichtige Rolle. Das wichtigste ist jedoch, dass wir es schaffen, die jüngeren Athleten immer weiterzuentwickeln, damit wir unsere Ziele erreichen. Hierbei ist es auch optimal, dass wir als Team aktuell Kristian und Gustav haben, die den jungen Athleten vorleben, wie man trainiert und ein Ziel angeht.

Welchen Einfluss kannst du auf die beiden herausragenden Athleten nehmen?
Meine Sache ist es, den Verband so zu formen, dass jeder weiß, was er zu tun hat. Dass alle Trainer und auch Athleten wissen, welche Aufgaben sie auf dem Weg zu den Olympischen Spielen haben und was zu tun ist.

Was wird der erste Schritt für dich sein, wenn du als Cheftrainer vorgestellt wirst?
Ich möchte alle Athleten und Trainer kennenlernen und umgekehrt sollen alle mich kennenlernen. Ich will das gesamte System verstehen und werde bei Wettkämpfen und in den Trainingslagern dabei sein. Der erste Wettkampf für mich wird Ende Mai das WTCS-Rennen in Caligari, Sardienen, sein. Des Weiteren werde ich zwei Höhentrainingslagern verfolgen. Die nächste Woche werde ich aber erst einmal in Oslo sein, wo der Hauptsitz des Verbandes ist, um dort alles über die norwegische Methode von Arild zulernen. Zudem werde ich schauen, was ich mit meinem Wissen dort verbessern kann oder inwiefern sich Dinge unterscheiden. Ich werde auf die Arbeite von Arild aufbauen und den Verband weiterentwickeln, damit wir die richtigen Schritte gehen. Für mich persönlich wird ein Traum wahr, ich war professioneller Langläufer und fast ein professioneller Triathlet, jetzt als Cheftrainer für den Verband zu arbeiten, ist ein großer Schritt.

Du warst selbst mehrfach bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii am Start und hast eine Bestzeit von 8:30 Stunden auf der Langdistanz, wie sind deine eigenen Wettkampfpläne?
Ich hoffe, dass ich noch die Zeit habe, bis zur Challenge Roth so zu trainieren, dass das vielleicht mein letzter Wettkampf wird. Danach denke ich, dass es für mich schwer werden wird, weiterhin ein Trainingspensum von um die 20 Stunden aufrecht zu halten, damit ich die Wettkämpfe konkurrenzfähig bewältigen kann.

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2 Kommentare

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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