Die Ironman-WM 2025 in Nizza verlangte den deutschen Profis alles ab. Zwischen Rückenproblemen und explodierenden Beinen kämpften sie sich durch ein gnadenloses Rennen. So bewerten Patrick Lange, Jonas Schomburg & Co. ihre Leistungen an der Côte d’Azur.

Jonas Schomburg: Platz 6 nach „ehrlichem, hartem Rennen“
„Es war ein harter Tag, ein ehrliches, hartes Rennen. Genau das, was ich wollte. Leider haben meine Beine nicht ganz mitgemacht beim Radfahren“, resümierte Jonas Schomburg das Rennen in Nizza. Der 31-Jährige, der an der Côte d’Azur sein WM-Debüt gab, mischte von Beginn an vorn mit. Nach einem starken Schwimmen setzte er auf dem Rad Akzente, musste dann aber abreißen lassen. Beim Marathon kämpfte er sich noch bis auf Rang sechs: „Hinten raus wurde es hart, aber ich bin zufrieden und hungrig für nächstes Jahr.“
Patrick Lange: Auf Platz 9 „auf den Sack gekriegt“
„Erstmal muss ich meinem Team danken, dass sie mich im Rennen gehalten haben, weil ich ansonsten wirklich am liebsten einen Wandertag gemacht hätte“, sagte Titelverteidiger Patrick Lange. „Mir haben heute einfach zwei, drei Prozent gefehlt – und das reicht in diesem Feld, um ordentlich einen auf den Sack zu kriegen.“
Lange, der mit einer Erkältung in die Rennwoche gestartet war, kämpfte sich trotzdem ins Ziel – mit einem Marathon in 2:31 Stunden, dem zweitbesten des Tages. Am Ende steht ein neunter Platz. „Ich habe noch versucht es irgendwie umbiegen zu können, aber es sollte nicht sein.“
Finn Große-Freese: „Mit Rückenproblemen“ auf Platz 16
Mit einem Platz unter dem Top Ten hatte Finn Große Freese geliebäugelt. Dennoch war die Ironman-WM seine fünfte Langdistanz in diesme Jahr: „Ich wusste, es würde ein Risiko sein, aber beim wichtigsten Rennen des Jahres darf man nicht fehlen. Nach einem soliden Schwimmen bekam ich schon auf dem Rad starke Rückenprobleme und konnte meine normalen Wattwerte nicht treten. Auch der Marathon war ein Kampf, aber ich wollte das Rennen unbedingt beenden. Sechzehnter der Welt – das ist nicht das Happy End einer erfolgreichen Saison, aber auch kein Desaster.“
Der 24-Jährige deutete an, im kommenden Jahr seine Rennplanung umzustellen: „Vielleicht reichen drei Langdistanzen“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Jonas Hoffmann: „Mit Stolz“ auf Platz 18 gekämpft
„Manchmal muss man mit dem zufrieden sein, was man an dem Tag leisten kann. Mein Ziel habe ich verpasst, aber ich bin stolz, dass ich hart gekämpft habe. Das Niveau an der Spitze war einfach irre“, resümierte Jonas Hoffmann seinen Tag, den er auf Rang 18 beendete.
Die letzten Wochen waren gesundheitlich herausfordernd für den Butzbacher. Er hatte mit Übertraining und Eisenmangel zu kämpfen. Dass es dann trotzdem noch für die besten zwanzig gereicht ist, könnte ja möglicherweise doch ein versöhnlicher Abschluss sein.

Wilhelm Hirsch: „Volles Risiko beim Laufen“ führt zu Platz 23
Schon früh hatte sich Wilhelm Hirsch für die Ironman-WM qualifiziert, nämlich beim Ironman Barcelona im vergangenen Jahr. Vor dem Rennen in Nizza stand er bereits dreimal in 2025 an der Startlinie einer Langdistanz – und konnte keine ins Ziel bringen. Nun finishte er die WM auf Platz 23. „In so einem starken Feld ging es vor allem darum, ruhig zu bleiben. Auf dem Rad fühlte ich mich eigentlich gut, trotz einiger Rückschläge. Beim Laufen musste ich volles Risiko gehen. Das hat leider nur bis zur letzten Runde funktioniert. Entweder du gehst das Risiko oder du verpasst die Chance – so ist Racing.“

Jan Stratmann: „Demütig“ auf Platz 24
„Ein demütig machender Tag bei der Weltmeisterschaft. Nach einem soliden Schwimmen kippte das Rennen für mich 45 Minuten nach Beginn des Radfahrens. Ich versuchte die anderen zu jagen, fiel aber nur weiter zurück. Spätestens bei Kilometer 15 des Marathons hat mein Körper zugemacht – aber ich habe es trotzdem ins Ziel geschafft“, fasste Jan Stratmann seinen Tag zusammen.
Er nahm die Erfahrung mit Dankbarkeit: „Ich bin froh für jeden, der mich angefeuert hat und für meine Familie und Freunde, die hier waren.“

Dominik Sowieja: „Kein gutes Rennen“ endet auf Platz 30
Auch Dominik Sowieja feierte in Nizza sein WM-Debüt. „Die Location war mega. Ich habe kein gutes Rennen erwischt: Schwimmen war noch ganz okay, aber ich hatte keine Radbeine und Rückenbeschwerden. Keine Ahnung, woran es lag. Im Ziel war ich emotional, weil man so viel harte Arbeit reinsteckt und viel dafür aufgibt. Mehr war heute nicht drin, ein bisschen schade. Aber es war sicher nicht die letzte WM.“

Paul Schuster: Nach Marathondebakel auf Platz 34
Die zweite Weltmeisterschaftsteilnahme stand für Paul Schuster in Nizza an. Bei seinem Debüt im vergangenen Jahr wurde er auf Hawaii 19. Ein Platz unter den Top 20 wäre auch in diesem Jahr für ihn realistisch gewesen – denn für den Hessen ging es bei der WM um wertvolle Punkte für die Ironman Pro Series, bei der er noch in der Raceweek der bestplatzierte Deutsche war. „Ich habe versucht, das Rennen für meine Verhältnisse offensiv zu gestalten, und bin gut geschwommen und auch stark Rad gefahren. Ich wollte mich auf dem Rad in eine Position bringen, aus der ich eine Top-10 bis Top-12 machen kann. Ich habe viel investiert“, sagt Schuster. Nach starken Leistungen beim Schwimmen und Radfahren konnte der 36-Jährige nur den 39. Marathonsplit verbuchen. „Dafür habe ich dann beim Marathon bezahlt. Der war dann sehr lang und ich war energetisch am Ende.“ Somit sprang leidglich Platz 34 für ihn heraus. „Das Ergebnis ist enttäuschend, aber ich habe es versucht! Das gesamte Rennen war ein Erlebnis.“

Ironman-Weltmeisterschaft 2025 | Die deutschen Pros
14. September 2025 | Nizza (Frankreich)| Platz | Name | Land | Gesamt | 3,8 km Swim | 180 km Bike | 42,195 km Run |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 6 | Jonas Schomburg | GER | 8:07:04 | 45:12 | 4:40:27 | 2:36:49 |
| 9 | Patrick Lange | GER | 8:14:13 | 47:11 | 4:50:38 | 2:31:33 |
| 16 | Finn Große-Freese | GER | 8:21:08 | 45:17 | 4:49:45 | 2:41:10 |
| 18 | Jonas Hoffmann | GER | 8:21:21 | 47:11 | 4:48:21 | 2:40:48 |
| 23 | Wilhelm Hirsch | GER | 8:28:51 | 45:19 | 4:49:48 | 2:49:06 |
| 24 | Jan Stratmann | GER | 8:31:11 | 45:18 | 4:46:20 | 2:55:01 |
| 30 | Dominik Sowieja | GER | 8:38:33 | 51:20 | 4:48:26 | 2:53:16 |
| 34 | Paul Schuster | GER | 8:42:58 | 46:14 | 4:46:35 | 3:05:26 |









