Nachträgliche Medaillenverschiebung bei den Paralympics 2024: Nach einem bestätigten Dopingverstoß wird ein Ergebnis im Paratriathlon korrigiert. Martin Schulz rückt dadurch in der PTS5-Klasse nachträglich auf Platz zwei vor.
Nachträgliche Änderung im Ergebnis des Paratriathlons bei den Paralympischen Spielen 2024 in Paris: Martin Schulz wird künftig als Silbermedaillengewinner im PTS5-Wettbewerb der Männer geführt. Grund dafür ist ein bestätigter Dopingverstoß des ursprünglich vor ihm platzierten Brasilianers Ronan Nunes Cordeiro.
Bei einer Kontrolle wurde bei Cordeiro die verbotene Substanz 19-Norandrosteron nachgewiesen. Dabei handelt es sich um ein anaboles androgenes Steroid, das laut Anti-Doping-Regeln jederzeit verboten ist. Ein unabhängiges Tribunal bestätigte den Verstoß nach einer Anhörung am 28. Januar 2026.
Was ist 19-Norandrosteron?
19-Norandrosteron ist ein Abbauprodukt von Nandrolon und zählt zur Gruppe der anabolen androgenen Steroide. Die Substanz wirkt leistungssteigernd, indem sie den Muskelaufbau fördert und die Regeneration beschleunigt. Im Anti-Doping-Regelwerk steht 19-Norandrosteron auf der Liste der jederzeit verbotenen Substanzen – sowohl im Wettkampf als auch außerhalb. Bereits geringe Konzentrationen im Urin gelten als positiver Befund. Ein Nachweis kann auf die Einnahme von Nandrolon oder verwandten Steroiden hinweisen. In seltenen Fällen werden auch Verunreinigungen in Nahrungsergänzungsmitteln als mögliche Ursache diskutiert.
In der Folge wurden alle Ergebnisse des Brasilianers bei den Paralympics annulliert, inklusive Medaille und Platzierungen. Durch die Disqualifikation rückt Martin Schulz vom Bronze- auf den Silberrang vor. Der Fall wurde vom Internationalen Paralympischen Komitee an World Triathlon weitergeleitet. Der Weltverband prüft derzeit weitere Konsequenzen, darunter eine mögliche Sperre für Cordeiro.