Philipp Seipp: Der Architekt im Hintergrund

Nach Jahren als Allrounder hat Philipp Seipp sein Coaching neu gedacht. Heute versteht er sich als „Head of Performance“ – mit klaren Strukturen, verlässlichen Partnern und dem Menschen im Mittelpunkt. Teil 3 unserer Serie, in der wir den erfolgreichsten Triathlontrainern über die Schultern schauen.

Nils Flieshardt / spomedis Ziel erreicht: Bei der Ironman-WM 2024 in Nizza haben Laura Philipp und Philipp Seipp allen Grund zu feiern.

Philipp Seipp setzt 2022 alles auf eine Karte. Vollgas als Trainer, Manager, Strippenzieher. Und am Ende? Ist er viel Geld los, erschöpft und kurz ­davor, einfach alles hinzuschmeißen. Zwei Jahre später heißen seine Athletinnen und Athleten Laura Philipp, Rico Bogen und Daniel Bækkegård. Die Seipp-Squad ist zurück. Anders, aber nicht weniger ambi­tioniert. „Ich wollte nie aufhören, Trainer zu sein“, sagt Seipp heute. Aber er habe erst lernen müssen, wo seine Grenzen liegen.

- Anzeige -

Emotional leer und überarbeitet

Damals, nach der Weltmeisterschaft auf Hawaii, zieht er einen radikalen Schlussstrich. Er trennt sich nahezu von seinem gesamten Athletenstamm – aus Selbsterhalt. Emotional leer und überarbeitet spürt Seipp, dass er sich als Coach nicht mehr weiterentwickelt, sondern aufreibt. Der eigene Anspruch, immer mehr zu leisten, hat ihn an einen Punkt geführt, an dem das System nicht mehr tragfähig ist. Weder für ihn noch für die, die ihm vertrauen. „Ich habe zu dem Zeitpunkt einfach keinem Menschen mehr vertraut, der mir gesagt hat: Das ist gut oder das ist schlecht oder das ist der Weg. Ich hatte niemanden mehr“, erklärt er rückblickend. Die Folge: ein kompletter Rückbau. Seipp zieht sich zurück, denkt nach, sortiert sich. Und fängt ganz von vorn an.

Kein klassisches Comeback

Was folgt, ist kein Comeback im klassischen Sinn. Sondern eine bewusste Neuausrichtung. Weniger Hektik, mehr Struktur. Weniger machen, mehr denken. Und ein neues Rollenverständnis, das ihn heute nicht nur als Coach, sondern als System­gestalter definiert. Seipp verabschiedet sich von der Vorstellung, alles selbst in der Hand haben zu müssen. Stattdessen beginnt er, sein ­Coaching neu zu organisieren – mit klaren Zuständigkeiten, vertrauensvollen Partnern und einem wachsenden Team von Spezialisten. Er nennt es: Head of Performance. Der Architekt im Hintergrund.

Expertengipfel

Mit triathlon+ weiterlesen

Mit triathlon+ verpasst du keine spannenden Inhalte mehr. Für nur € 9,95 pro Monat bekommst du außerdem die Zeitschrift triathlon ins Haus und kannst in 30.000 Seiten unseres Digitalarchivs stöbern.

Jetzt Mitglied werden

Du bist bereits Mitglied? Hier einloggen

Mehr zum Thema

Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

Verwandte Artikel

Lena Meißner: „Ich habe das Gefühl, da geht noch mehr“

Neue Räder, Windkanaltests und ein klares Ziel: die Ironman-70.3-WM in Nizza. Lena Meißner arbeitet daran, ihr Potenzial auf der Mitteldistanz weiter auszuschöpfen.

Sprung an die Spitze: Unsere Geheimfavoriten für die Saison 2026 – Teil 2

Siegreicher Ironman-Rookie, ehemalige Agegrouperin oder einstiger U23-Weltmeister: Diese Athleten haben im vergangenen Jahr ihre Spuren hinterlassen. In zwei Teilen stellen wir Geheimfavoriten auf der Kurz-, Mittel- und Langdistanz vor, an denen 2026 kein Weg mehr vorbeiführt.

ePaper | Abo

Unser Newsletter

Newsletter triathlon

Aktuelle Beiträge