Supertri: Rennserie bietet höchstes Preisgeld der Triathlongeschichte

Mehr Preisgeld, mehr Nähe, ein neues Konzept: Supertri bringt Profis und Amateure ab 2026 auf dieselbe Bühne. Das Pro Series Final wird zum lukrativsten Einzelrenntag der Triathlongeschichte.

Supertri Der Brite Alex Yee gehört zu den schnellsten Kurzdistanzlern der aktuellen Zeit.

Supertri ordnet den professionellen Rennkalender neu und setzt dabei ein deutliches Ausrufezeichen. Ab 2026 führt die Rennserie Profis und Agegrouper unter einem gemeinsamen Dach zusammen und krönt die Saison mit einem neu geschaffenen „Supertri Pro Series Final“. Im Fokus steht ein Preisgeld von mehr als 800.000 US-Dollar an einem einzigen Renntag. So viel wie bei keinem anderen Einzelrennen im Triathlon.

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Drei reguläre Supertri Pro Events bilden den Weg dorthin, ehe die besten Kurzdistanz-Athleten beim Finale um 100.000 Dollar Siegprämie kämpfen. Der Austragungsort des Finals ist noch offen, die sportliche Marschroute hingegen klar: Supertri will wachsen.

Profis und Amateure auf derselben Bühne

Kern der Neuausrichtung ist ein vereinheitlichter Eventansatz. Profis, ambitionierte Agegrouper und Einsteiger sollen künftig im Rahmen derselben Veranstaltungen an den Start gehen. Austin (USA), Blenheim Palace (GBR) und Toronto (CAN) sind die drei Stationen, bei denen sich 2026 Elite und Breitensport begegnen:

  • Austin (Texas, USA) – 25. Mai
  • Blenheim Palace (Großbritannien) – 6. Juni
  • Toronto (Kanada) – 26. Juli

Für die Profis bedeutet das: Sprintdistanz, Windschattenfreigabe, identische Strecken – genau dort, wo auch viele Amateure unterwegs sind. Ein Ansatz, der bewusst Nähe schafft und die sonst oft klare Trennung zwischen Weltklasse und Breitensport auf der Kurzdistanz aufbricht.

800.000 US-Dollar – eine neue Benchmark

Mit dem neuen Pro Series Final setzt Supertri auch finanziell Maßstäbe. Kein anderes Einzelrennen im Triathlon lockt mit einem höheren Preisgeld. Bei der Ironman-WM auf Hawaii werden aktuell 750.000 Dollar ausgeschüttet, allerdings über zwei Renntage hinweg.

Die Siegerinnen und Sieger des Supertri-Finals erhalten jeweils 100.000 US-Dollar, die Auszahlung reicht bis zu Platz zehn. Bei der Ironman-Weltmeisterschaft erhalten die Sieger 125.000 US-Dollar und auch hier geht das Preisgeld bis zum zehnten Platz hinunter. Drei Frauen und drei Männer qualifizieren sich pro Rennen direkt für das Finale, wo sie auf die bereits gesetzten Supertri-Stars treffen.

Abschied vom Teamformat

Eine weitere strategische Weichenstellung: Das Finale wird ausschließlich im Individualmodus ausgetragen. Damit verabschiedet sich Supertri zumindest auf der größten Bühne vom Teamkonzept, das in den vergangenen Jahren den Charakter der Serie geprägt hat. Sportlich ist das eine Rückkehr zur klaren Vergleichbarkeit. Ein Format, das sich nahtlos in den internationalen Kurzdistanzkalender einfügt.

Das Pro Series Final wird als vollwertige Liveübertragung produziert, während die regulären Events stärker auf digitale, plattformübergreifende Ausspielung setzen.

Ein Kalender mit Signalwirkung

Die zeitliche Einordnung dürfte kein Zufall sein. Die Supertri-Rennen liegen strategisch günstig im Jahr und fügen sich zwischen WTCS-Serie, nationale Meisterschaften und andere kommerzielle Rennformate ein. Das Finale soll als eigenständiges Highlight positioniert werden. Dass Toulouse, Austragungsort des Finals 2025, erneut eine Rolle spielen könnte, ist naheliegend. Offiziell bestätigt ist bislang allerdings nichts.

Inspiration als Geschäftsmodell

Supertri-CEO Michael D’hulst spricht von Inspiration, Nähe und gemeinsamer Erfahrung. Kurzdistanztriathlon soll greifbarer, erlebbarer und wirtschaftlich stabiler werden. Die Bündelung von Profi- und Amateurrennen dient dabei nicht nur der Atmosphäre, sondern auch der kommerziellen Resilienz der Serie.

Seit 2017 ist Supertri fester Bestandteil der internationalen Szene. Olympiasieger und Weltmeister wie Alex Yee, Hayden Wilde, Jonny Brownlee, Cassandre Beaugrand oder Georgia Taylor-Brown haben das Format geprägt. Ob alle von ihnen im Supertri-Format dabei sein werden oder auf der längeren Distanz des T100-Formates unterwegs sind, ist noch nicht bekannt.

Ein mutiger Schritt

Supertri geht mit dem neuen Kalender einen konsequenten Schritt in Richtung Eventisierung und Reichweite. Das Preisgeld setzt Maßstäbe, die Nähe zwischen Profis und Amateuren ist eine bewusste Entscheidung. Ob das Modell langfristig trägt, wird sich zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Der Kampf um Aufmerksamkeit im internationalen Triathlon wird intensiver und Supertri meldet sich mit Nachdruck zurück.

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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