triathlon+
Zahl des Tages
466

Die Polizei auf Big Island greift rigoros durch, um die

Weiterlesen mit triathlon+ Jetzt triathlon+ abschließen

Was ist das Besondere am Triathlon im Norden? 10 Gründe, warum der Blick nach oben lohnt

Fährsprung in den Fjord, dreifache Langdistanz in Ostholstein und Gänsehaut-Stimmung in Schweden: In der aktuellen Folge von Carbon & Laktat haben Frank Wechsel und Lars Wichert über den Triathlon im Norden gesprochen – von Schleswig-Holstein über Schweden bis hinter den Polarkreis. Zehn Punkte, die den Norden zu einem besonderen Pflaster für unseren Sport machen.

NXTRI/Snorre Veggan

1. Hier liegt das „Hawaii der Extremen“

Der Norseman im norwegischen Eidfjord ist so etwas wie die kleine Schwester des Ironman Hawaii – nur kälter, härter und familiärer. Wer dabei sein will, springt im Morgengrauen von der Autofähre in den Fjord, und schon vor dem Startschuss kann es ernst werden: In diesem Jahr durfte die Fähre aus Sicherheitsgründen nicht nah ans Ufer heranfahren, 500 bis 600 Meter mussten die Athletinnen und Athleten schwimmen, nur um überhaupt die Startlinie zu erreichen. Selbst Sieger und Titelverteidiger blieben so „nur“ bei einer 56er-Schwimmzeit hängen.

- Anzeige -

2. Das Wetter schreibt das Drehbuch

Unten im Fjord sommerliche Temperaturen, oben auf dem Gaustatoppen drei Grad, Nebel und Nieselregen – an einem einzigen Renntag. Beim Norseman gilt die Faustregel: Je später man ins Ziel kommt, desto schlechter wird das Wetter. Diese Unberechenbarkeit macht Zeiten im hohen Norden praktisch wertlos – und genau das ist der Reiz. Höhenmeter, Wind und Witterung entscheiden mehr als jede Wattzahl.

3. Klein, familiär – und heiß begehrt

Während anderswo Startplätze im Sekundentakt verkauft werden, setzt der Norden auf Exklusivität: Rund 8.000 Bewerbungen sollen in diesem Jahr auf die etwa 260 Norseman-Startplätze gekommen sein, vergeben wird per Losverfahren. Der Lofoten Triathlon limitiert sein Feld gleich auf 100 Teilnehmende. Eidfjord selbst ist ein schnuckeliges Örtchen mit einem einzigen Anleger – wer hier startet, ist Teil einer Familie, nicht Nummer 2.347 in Welle sechs.

4. Ohne Supporter läuft (und friert) hier nichts

Der Norseman ist kein Solo-Projekt: Jede Athletin und jeder Athlet braucht einen eigenen Supporter, der auf der Strecke verpflegt, Wechselklamotten reicht und auf den letzten Kilometern zum Gaustatoppen sogar mit hochsteigt. Dieses Zusammenspiel aus Athlet und Support-Crew macht das Rennen zu einem geteilten Abenteuer – und ist einer der Gründe, warum selbst Olympiasieger wie Alistair Brownlee hier ihre zweite Karriere suchen. Auch Größen wie Sebastian Kienle haben sich am Mythos versucht. Ein deutscher Sieg bei den Männern? Steht übrigens noch aus.

5. In Schleswig-Holstein wird die Langdistanz verdreifacht

Wer denkt, eine Langdistanz sei das Maximum, war noch nie in Lensahn: Beim traditionsreichen Triple Ultra stehen 11,4 Kilometer Schwimmen, 540 Kilometer Radfahren und drei Marathons am Stück auf dem Programm – Siegerzeit in diesem Jahr: rund 39 Stunden. Die Parallele zur Triathlon-Geschichte liefert die Statistik: 13 Menschen kamen ins Ziel, fast so viele wie beim ersten Ironman auf Hawaii 1978 (zwölf Finisher). Nur dass in Lensahn – anders als damals – auch zwei Frauen finishten.

6. Ultra-Härte trifft norddeutsche Nüchternheit

Keine Fjorde, keine Berge, keine Show: In Lensahn wird im Schwimmbecken geschwommen, die Radstrecke ist ein Acht-Kilometer-Pendelkurs, gelaufen wird um den Block. Was nach Understatement klingt, ist mental die vielleicht größte Herausforderung des Sports. Und sie bringt herrlich norddeutsche Zahlen hervor: Die schnellste Wechselzeit nach 540 Kilometern Radfahren betrug 2:32 Minuten – die langsamste 51:40. Man darf sich die Pausen hier nämlich frei einteilen. Chapeau übrigens vor der Altersklasse M65, aus der die schnellste Schwimmzeit kam: 3:22 Stunden für 11,4 Kilometer.

7. Landschaften, für die es sich zu leiden lohnt

Hardangervidda, Lofoten, Ostseeküste, die Brücke nach Öland: Der Norden bietet Kulissen, die kein Streckendesigner der Welt erfinden könnte. Beim Lofoten Triathlon – Teil des Arctic Triple – warten auf 4 Kilometer Schwimmen, 181 Kilometer Rad und 42 Kilometer Laufen über 3.500 Höhenmeter und fast immer harter Wind, dafür arktische Postkartenpanoramen. Wer alle drei Arctic-Triple-Rennen (Skimo, Traillauf, Triathlon) binnen eines Jahres finisht, gehört zu einem sehr exklusiven Kreis.

8. Stimmung, die selbst Hawaii Konkurrenz macht

„Besser kann es nicht werden. Mehr Stimmung können wir weltweit im Ironman nicht auffahren“ – so wurde es bei der Siegerehrung des Ironman Kalmar verkündet, und wer dort war, widerspricht nicht. Die schwedische Kleinstadt verwandelt sich am Renntag in eine einzige Partymeile mit Stimmungsnestern und riesigen Lautsprecherboxen. Das Besondere: Die Zuschauer sind überall nah dran – beim kurvigen Schwimmkurs im Hafenbecken schwimmt man teilweise direkt an seinen Fans vorbei.

9. Kurze Wege statt Logistik-Wahnsinn

Wechselzone auf dem Innenstadt-Parkplatz, Restparkplätze direkt nebenan, morgens noch mal kurz zum Camper zurück und die Beine hochlegen: Der Ironman Kalmar ist das Rennen der kurzen Wege. Statt klassischem Rolling Start geht es über die Treppen der Hafenmauer auf einen Ponton – das Feld zieht sich von ganz allein auseinander. Diese unaufgeregte Zugänglichkeit ist typisch für den Norden: großartige Organisation ohne Größenwahn.

10. Der Norden entscheidet über Kona

Wer denkt, im Norden gehe es nur um Abenteuer, irrt: Am 15. August ist der Ironman Kalmar als Rennen der Ironman Pro Series die letzte Qualifikationsmöglichkeit für den Ironman Hawaii – mit 34 Profi-Frauen und 78 Profi-Männern auf der Startliste, darunter Laura Philipp und Jonas Schomburg. Für viele deutsche Profis führt der Weg nach Kona also über Schweden. Und auch die lokale Szene liefert: Beim Ostseeman gewann in diesem Jahr mit einer 8:05er-Zeit samt Streckenrekord erstmals ein Schleswig-Holsteiner die Langdistanz. Der Norden kann eben beides – Mythos und Leistungssport.


Über all das – und über die Frage, wann sich die großen norwegischen Profis eigentlich mal an einer Langdistanz in der eigenen Heimat versuchen – sprechen Frank Wechsel und Lars Wichert in der aktuellen Folge von Carbon & Laktat, dem Podcast von tri-mag.de und der Zeitschrift triathlon. Jetzt überall hören, wo es Podcasts gibt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Mehr zum Thema

Laura Klug
Athletin des Tages

Laura Klug

Triathlon Potsdam eV
33 Jahre
Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

Verwandte Artikel

Letzte Ausfahrt Kalmar: Wer löst die Tickets für die Ironman-WM auf Hawaii?

Beim Ironman Kalmar 2026 kämpfen Laura Philipp, Jonas Schomburg und ein starkes Profifeld um Pro-Series-Punkte und die letzten Hawaii-Slots.

Renncheck: So unterschiedlich haben euch Ostseeman und Frankfurt City Triathlon gefallen

Im Renncheck der Community von triathlon+ standen in dieser Woche zwei etablierte Veranstaltungen. Während der Ostseeman punktete, schnitt der Frankfurt City Triathlon eher schwach ab.

Community-Chat aktuell

triathlon+
Jetzt neu: Print und online!

94,95 - pro Jahr
  • monatliche Zeitschrift
  • alle Online-Inhalte
  • 30.000 Seiten Archiv
  • Trainingspläne
  • Webinare & Co.

Monatsabo

9,95 - pro Monat
  • ganz flexibel

ePaper | Abo

Unser Newsletter

Newsletter triathlon

Aktuelle Beiträge