NEU! triathlon-News Ausgabe vom 12. Oktober, 06:02 Uhr · 0:49 Min · Kurzfassung

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Rennabsage wegen Hitze? So reagieren die deutschen Veranstalter

Deutschland ächzt unter der Hitze. Mit Folgen: Der Halbmarathon in Hamburg ist vorerst abgesagt, der Nightrun im Vorprogramm des Ironman Frankfurt wird verkürzt. Welche Auswirkungen hat die Wetterlage auf die Triathlon-Events am kommenden Wochenende? Wir haben bei deutschen Veranstaltern nachgefragt.

Frank Wechsel / spomedis

Der Sommer ist da. Mehr noch: Über Deutschland liegt eine Hitzeglocke. Am kommenden Wochenende sind Temperaturen mit Höchstwerten zwischen 35 und 41 Grad Celsius vorhergesagt. Und es stehen mehr als 20 Triathlonveranstaltungen im Kalender der Deutschen Triathlon Union (DTU). Das Präsidium des Hessischen Triathlon‑Verbands (HTV) hat aufgrund der vorhergesagten Hitze bereits besondere Regelungen für alle Wettkämpfe am kommenden Wochenende beschlossen. Darunter eine Lockerung des Verbots der Annahme fremder Hilfe, das ausschließlich in Bezug auf die Annahme von Getränken an der Rad‑ und Laufstrecke aufgehoben wird, sowie die Pflicht zur Mitnahme einer gefüllten Trinkflasche am Rad. Die extremen Bedingungen werfen dennoch eine Frage auf. Kann man unter diesen Voraussetzungen überhaupt eine Sportveranstaltung durchführen? Wir haben in der Szene nachgefragt, wie sich die Veranstalter entscheiden.

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Verzicht auf das Radfahren in Braunschweig

Die oberste Priorität für die Organisatoren des 21. Sparkassen Triathlon Braunschweig ist die Sicherheit und Gesundheit aller Athleten und Helfer am Sonntag. Das betont Janina Romanowski, Pressewartin vom Triathlon Team Braunschweig.“Wir können das aufgrund der vorhergesagten Temperaturen jenseits der 36 Grad auf der Radstrecke in der prallen Sonne nicht garantieren, weshalb wir uns zu einer Kürzung der Veranstaltung entschieden haben.“ Aus dem Triathlon wird ein Swim&Run. „Gleichzeitig haben wir unsere Laufstrecke angepasst, sodass diese durchgehend im schattigen Wald verläuft“, so Romanowski. Statt eine Fünf-Kilometer-Runde geht es über mehrere kleine Runden, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmer mehrfach an der Wasserstation vorbeikommen. „Dadurch kommen diese 3 mal (4 mal in der Landesliga) an der Wasserstation vorbei. Gleichzeitig planen wir eine weitere Abkühlungsmöglichkeit auf der Strecke in Form eines Rasensprengers. Auf diese Weise sehen wir uns in der Lage, die Veranstaltung trotz Hitze stattfinden zu lassen und gleichzeitig einen reibungslosen und risikoarmen Ablauf gewährleisten zu können.“ 

Lampertheim, Neustadt und Bielefeld: Mehr Abkühlung und Erfrischung

Beim 28. EWR Triathlon in Lampertheim greifen am Sonntag die angepassten Regelungen des Hessischen Triathlon-Verbands. „Aufgrund der angekündigten Hitze haben wir einige zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen“, berichtet Organisatorin Susanne Hanselmann. Dazu gehören zusätzliche Wasserstellen entlang der Strecke, eine Verpflegungsstation mit kalten Schwämmen und zwei Rasensprenger auf der Laufstrecke, die für Abkühlung sorgen sollen. Auf diese Taktik setzen am Sonntag auch die Veranstalter des 4. Neustädter Triathlons im bayrischen Neustadt an der Donau. „Wir sagen unsere Veranstaltung nicht ab! Wir wollen gleich nach der Radstrecke, auf der Laufstrecke und im Ziel Duschen aufstellen und so für Abkühlung sorgen“, erklärt Organisator Uwe Huschke. Der Start erfolgt um 9 Uhr, die Laufstrecke liege zur Hälfte im Schatten. „Gott sei Dank gibt es bei uns nur eine Sprintdistanz. Das erleichtert uns natürlich die Entscheidung!“ Traditionell eine Woche vor der Challenge Roth ruft der Bielefelder Triathlon zum sportlichen Dreikampf. In diesem Jahr mit zwei weiteren Duschen für die Teilnehmer auf der Laufstrecke. „Somit haben wir auf der Fünf-Kilometer-Runde maximal 1,5 Kilometer zwischen Wasserstelle und Dusche zum abkühlen“, berichtet Organisator Hans Motycka. „Darüber hinaus sensibilisieren wir bei der Wettkampfbesprechung noch die Teilnehmer, auf Puls und befinden zu achten.“

Weitere Besprechungen in Wolfenbüttel

300 Athletinnen und Athleten gehen beim 31. Fümmelsee-Triathlon in Wolfenbüttel an den Start – so viele wie nie zuvor. „Der Triathlon ist traditionell für unsere Region und richtet sich vor allem an die Jugend, Kinder und Familien“, sagt Diane Wiesner, Abteilungsleitung Triathlon des Wolfenbütteler Schwimmvereins. „Wir haben Bedenken gehört, vor allem der Eltern, deren Kinder starten werden. Wir werden verstärkt für Abkühlung in Form von Wassersprengern, Wasserbehältern mit Schwämmen und vielen Getränken sorgen.“ Außerdem überlegen die Organisatoren, die Laufstrecke für einige Startgruppen zu kürzen. „Wir werden uns bei der Wettkampfbesprechung, gegebenenfalls auch mit den Athletinnen und Athleten besprechen.“ Diane Wiesner betont: „Die größte Herausforderung ist für die vielen Helferinnen und Helfer gegeben, denn sie müssen den gesamtem Wettkampf über ihre Positionen einnehmen und Aufgaben erfüllen. In vielen Ländern herrschen oft hohe Temperaturen bei den Wettkämpfen, die statfinden. Es ist für uns als Veranstalter dennoch eine schwierige Entscheidung, vor allem, da mehr als die Hälfte der Teilnehmer Kinder und Jugendliche sind.“

Keine Planänderung am Niederrhein

Zahlreiche Nachfragen: Bei den Machern des 8. Herbrand Niederrhein Triathlons N3T „glühen alle Kanäle“, wie Organisationsleiter André Bors berichtet. „Bei uns gibt es aber ‚Entwarnung‘: Es gibt Stand jetzt keine Absagen oder Ablaufänderungen – wir sind bestens vorbereitet.“ Mit 30 bis 32 Grad Celsius bewegten sich die vorhergesagten Bedingungen am Sonntag „im normalen Sommerrahmen und ähneln dem erfolgreichen Event aus dem Vorjahr. Wir haben die Lage voll im Griff.“ Dafür stehe man die ganze Woche über im engen Austausch mit der DLRG, dem DRK, der Wettkampfärztin und dem Landesverband NRW TV. Es gebe außerdem zusätzliche Vorkehrungen. „Wir haben bereits weitere Sicherheits- und Versorgungsmaßnahmen für die Strecke und die Posten getroffen. Es gibt zusätzliche Kühlmöglichkeiten an der Laufstrecke und insbesondere im Ziel, an der Eigenverpflegung an der Radstrecke wird es zusätzlich Wasser geben. Zudem ist für ausreichend Getränke vor Ort natürlich gesorgt“, so Bors. Weite Teile der Rad- und vor allem Laufstrecke befänden sich im Schatten. Dennoch richtet Bors einen Appell an die Teilnehmer und Helfer: „Bitte bringt euch eine Kopfbedeckung mit und schont eure Kräfte im Vorfeld.“

Spezielles Hitzemanagement in Trebgast

„Die Temperaturen werden wirklich extrem, aber wir hoffen, dass wir durch ein gutes Hitzemanagement die Hitze am Wochenende etwas abmildern können“, sagt Benedikt Deichsel, Organisationsleiter des Tennet Powertriathlon Trebgast in Bayern, der über eine Schnupper-, eine Volks- und eine olympische Distanz führt. „Als Organisatoren stimmen wir uns laufend engmaschig mit BRK, Wasserwacht, Feuerwehren und Polizei ab, um die Maßnahmen so effektiv wie möglich zu gestalten.“ Neben den üblichen Verpflegungsstationen soll es am Sonntag mehr Abkühlmöglichkeiten entlang der Strecke geben als sonst. „So gibt es bei uns die Möglichkeit, sich auf der Radstrecke jede Runde à 10 Kilometer mit einem Wasserschlauch abzukühlen.“ Die Laufstrecke liegt zur Hälfte im Schatten. „Trotzdem haben wir zusätzlich alle 300 bis 400 Meter Duschmöglichkeiten und Schwammstationen. Darüber hinaus gibt es alle 1400 Meter Getränkestationen, so dass es hoffentlich ein bisschen erträglicher wird.“ Auch im Ziel werde es eine Dusche geben. „Und wir haben die Anzahl der Rettungskräfte entlang der Strecke vergrößert, sodass im Notfall eine schnelle Hilfe jederzeit gewährleistet werden kann.“

Beschattungsmaßnahmen in Weimar

Nach vielen Gesprächen mit verantwortlichen Stellen über das Thema „Hitze“ geht Detlef Klose, Organisationsleiter des 4. Weimarer Kulturstadt Triathlons, davon aus, dass das Event am Sonntag wie in der Ausschreibung angegeben stattfinden wird. „Wir beginnen um 8:15 Uhr mit den Wettkämpfen der Schüler und Jugend. Um 12 Uhr starten die Frauen der 2. Triathlon Bundesliga und anschließend die Männer als Staffel im Supersprint Format“, gibt Klose einen kleinen Einblick in die Planungen. „Die Jedermann-Staffeln am Nachmittag müssen wir besonders im Auge haben. Dort starten Athletinnen und Athleten, die den Wettkampfsport nicht gewöhnt sind.“ In Weimar sollen zusätzliche Beschattungsmaßnahmen im Zielraum und für die Helfer für Schutz vor der Sonne sorgen, ebenso bei der Wettkampfeinweisung. „Im Zielraum befinden sich ein kleines Wasserbecken und natürlich ausreichend Wasser für die Athletinnen und Athleten“, so Klose. Die Zuschauer erhielten ebenfalls ausreichend Getränke. Auf der Laufstrecke gebe es eine umfangreiche Wasserversorgung und Schwämme. Für die Kleinsten gibt es einen Reminder: „Kinder werden darauf hingewiesen, eine Trinkflasche am Rad und eine im Wechselgarten zu haben, um ausreichend Trinken zur Verfügung zu haben.“ Außerdem stehen bei dem Event zwölf Ersthelferinnen und Ersthelfer sowie ein Arzt parat, um im Ernstfall einzugreifen.

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Redaktion triathlonhttps://tri-mag.de
Die Redaktion der Zeitschrift triathlon und von tri-mag.de sitzt in Deutschlands Triathlonhauptstadt Hamburg im Stadtteil Altona. Das rund zehnköpfige Journalistenteam liebt und lebt den Austausch, die täglichen Diskussionen und den Triathlonsport sowieso. So sind beispielsweise die mittäglichen Lauftreffs legendär. Kaum ein Strava-Segment zwischen Alster und Elbe, bei dem sich nicht der eine oder andere spomedis-Mitarbeiter in den Top Ten findet ...

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