NEU! triathlon-News Ausgabe vom 12. Oktober, 06:02 Uhr · 0:49 Min · Kurzfassung

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Triathlon in der Krise: Mit Maxdorf verliert Rhein-Neckar-Cup weiteres Rennen

Die Reihe der Veranstaltungsabsagen in einer der aktivsten Triathlonregionen Deutschlands reißt nicht ab: Nach der Absage des Heidelbergman ziehen auch die Veranstalter des Maxdorfer Triathlons die Reißleine.

Bilder wie dieses wird es 2023 nicht geben: Julian Erhardt und Jana Uderstadt gewannen 2022 die vorerst letzte Ausgabe des Maxdorfer Triathlons.

„Das rein ehrenamtlich arbeitende Organisationsteam hat den für den 18.06.2023 geplanten 16. Maxdorfer Triathlon über die olympische Distanz schweren Herzens abgesagt“, verkündet die TSG Maxdorf 1954 e. V. die traurige Botschaft auf ihrer Website – und begründet diese mit den sehr geringen Anmeldezahlen: „Am 26.04.2023 waren lediglich 108 Einzelstarter und 4 Staffeln vorangemeldet. Mit diesen geringen Teilnehmerzahlen ist eine Großveranstaltung wie der Maxdorfer Triathlon nicht kostendeckend durchzuführen.“

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Zum Vergleich: Bei den Siegen von Jana Uderstadt und Julian Erhardt im vergangenen Jahr hatten 183 Einzelteilnehmer und 26 Staffeln die Ziellinie überquert. Bei der letzten Austragung des damals im Zwei-Jahre-Rhythmus ausgetragenen Rennens vor der Coronapandemie mit den Siegen von Simone Hoffmann und ebenfalls Julian Erhardt waren es 2019 auf der Mitteldistanz noch weit über 500 Einzelfinisher und 39 Staffeln.

Hoher Aufwand und Kosten nicht im Verhältnis

„Unabhängig von der Teilnehmerzahl entstehen für den Veranstalter hohe Kosten und großer Aufwand. Zur sicheren Durchführung eines Triathlon-Rennens sind unzählige ehrenamtliche Helfer, Sicherheitsdienste wie DRK, DLRG, Feuerwehren, Ordnungsämter, Polizei erforderlich. Es ist eine Vielzahl von Abstimmungsgesprächen mit Verbänden und Genehmigungsbehörden erforderlich. Das ehrenamtlich arbeitende Organisationsteam opfert unzählige Stunden, um eine gelungene Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, schreibt der Veranstalter weiter auf seiner Website. „Ein Maxdorfer Triathlon mit so wenigen Startern wäre weder für die Teilnehmer selbst noch für Zuschauer, Sponsoren, Helfer und Unterstützer attraktiv.“

Rhein-Neckar-Cup mit nur drei statt fünf Rennen

Besonders bitter für die Region ist die Tatsache, dass neben dem Heidelbergman, der neben einem Teilnehmermangel auch Personalengpässe in der Organisation als Ursache für die Absage des Traditionsrennens nannte, mit Maxdorf ein zweites Standbein des etablierten Rhein-Neckar-Cups ausfällt. Die Serie beginnt mit der 30. Auflage der Schwimmbad-Sprintdistanz am 11. Juni in Mußbach, es folgen die 27. Auflage der Kurzdistanz des beliebten Ladenburger Römerman mit Schwimmen im Neckar und das Finale des Viernheimer Triathlons über die olympische Distanz, die am 26. und 27. August bereits zum 39. Mal ausgetragen wird. Informationen und Anmeldelinks unter basf-tcrn.de.

Neustart in Maxdorf in 2024 – wenn die Triathleten es wollen

Das Problem der Veranstaltungsabsagen wegen geringer Voranmeldezahlen ist nicht auf den Rhein-Neckar-Raum beschränkt. Überall in Europa droht derzeit vielen auch etablierten Rennen das Aus. Die Deutsche Triathlon Union (DTU) hat die Thematik daher am vergangenen Wochenende zum zentralen Thema einer Klausurtagung mit ihren Landesverbänden gemacht: „Es wurde vor allem diskutiert, wie Dachverband und Landesverbände die Zusammenarbeit mit Veranstalterinnen und Veranstaltern weiter intensivieren können und hierzu ein gemeinsames Verständnis gewinnen beziehungsweise sich in diesem Bereich noch besser unterstützen können“, fasst die DTU auf ihrer Website zusammen. „Zudem wurden die Entwicklungen durch die eigene Veranstaltungsaktivität der Deutschen Triathlon gGmbH reflektiert und kritisch beleuchtet. Als Fazit war festzuhalten, dass nach der Pandemie weitere Anstrengungen der Verbände notwendig sein werden, um den Triathletinnen und Triathleten auch zukünftig eine möglichst breite Veranstaltungslandschaft für die Weiterentwicklung der Sportart Triathlon bieten zu können.“

Auch in Maxdorf glaubt man weiterhin an die Zukunft: Das Organisationsteam um Gesamtleiter Bernd Köhler kündigt an, dass man schon in den nächsten Wochen mit der Planung für den Triathlon im Jahr 2024 beginnen werde – verbunden mit einem klaren Wunsch an die Triathlonszene: „Wir hoffen für das nächste Jahr auf deutlich mehr Voranmeldungen. Veranstalter benötigen vor dem Hintergrund des großen Aufwands und der hohen Kosten Planungssicherheit. Wir appellieren an alle Triathletinnen und Triathleten, sich für Veranstaltungen rechtzeitig voranzumelden. Nur so können Absagen von Veranstaltungen zukünftig vermieden werden. Last-Minute-Anmeldungen sind sicher im Einzelfall hilfreich, gefährden aber letztendlich – wenn sie zur Regel werden – Traditionsveranstaltungen wie den Maxdorfer Triathlon.“

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Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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