Er nennt sich selbst „Vorbereitungsweltmeister“: Michael Pitsch ist vor seinem Langdistanzdebüt die neue Radstrecke vom Ironman Hamburg bereits mehrmals komplett abgefahren – indoor auf der Rolle bei Rouvy. Am Sonntag wird es ernst für den 55-Jährigen, der 2024 mit seinem Sohn aus einer Laune heraus entschied, mit dem Triathlon anzufangen.
Eine Langdistanz hat er noch nicht bestritten. Und doch kennt Michael Pitsch die Topografie der Radstrecke beim Ironman Hamburg ganz genau. Dieser morgige Wettkampf in seiner Heimatstadt wird sein Debütrennen über die 226 Kilometer sein, und da der 55-Jährige nichts dem Zufall überlässt, ist er die 180 Radkilometer bereits mehrfach am Stück abgefahren. Im Blindflug gewissermaßen. Pitsch hat sich die Geodaten des brandneuen Kurses via GPX-Datei von der Ironman-Website heruntergeladen und auf Rouvy importiert. Sein Smarttrainer simuliert zwar Steigungen, visuell nachfahren kann er die Strecke jedoch nicht, da keine Videodaten existieren. „Aber die Datei muss einen Fehler haben“, sagt er. „Da sind 805 Höhenmeter und Anstiege mit 24 Prozent Steigung drin. Das kann eigentlich nicht sein.“