Eigentlich wollte Jonathan Bruney nur die Schwimmstrecke des Ironman 70.3 Augusta testen. Dass daraus ein waschechter Überlebenskampf mit einem Alligator werden würde, dürfte der sechsfache Ironman-Finisher kaum geahnt haben.

Dass Freiwasserschwimmen seine Tücken hat, ist Jonathan Bruney natürlich bestens bekannt. Strömung, Wellen, schlechte Sicht, kalte Temperaturen – all das ist für den erfahrenen Langdistanz-Athleten und Triathloncoach nichts Neues. Bruney reist für seinen Sport um die Welt und hat dabei schon einiges erlebt.
Auch die Frage, was da eigentlich unter einem schwimmt, dürfte sich der 31-jährige Finisher der Ironman-WM in Nizza 2025 schon das eine oder andere Mal gestellt haben. Jetzt hat Bruney darauf eine ziemlich einmalige und auch drastische Antwort: ein Alligator.
Mit dem Daumen ins Auge
Was war passiert? Bruney trainierte mit einer Gruppe von Athleten im Savannah River, um sie auf den Ironman 70.3 Augusta am 27. September vorzubereiten. Dass in den Gewässern der Region Alligatoren leben, war ihm laut „Triathlon Today“ durchaus bewusst. Vor der Einheit im Bundesstaat Georgia hatte er das Wasser sogar von einer Brücke aus kontrolliert. Die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung stufte er dennoch als „extrem gering“ ein – eine Einschätzung, die nach knapp einem Kilometer allerdings einer gewissen Korrektur bedurfte.
Bruney schwamm gerade an zweiter Position der Gruppe, als er plötzlich einen heftigen Schlag in seiner rechten Seite spürte. Zunächst dachte er, gegen einen Baumstamm geprallt zu sein. Dann bemerkte er, dass ein Alligator seinen Oberarm mit Kiefer und Kralle gepackt hatte. Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht. Instinktiv griff Bruney nach dem Kopf des Tieres und stieß seinen Daumen in dessen Auge. Der Alligator ließ daraufhin los und verschwand. Bruney und seine Trainingsgruppe verließen umgehend das Wasser.
Athleten wollen trotzdem starten
Glück im Unglück: Der Biss verursachte lediglich oberflächliche Verletzungen an Haut und Fettgewebe, die Muskulatur blieb unbeschädigt. „Es hätte viel schlimmer kommen können“, sagte Bruney, der sich anschließend selbst als Gewinner der „Alligator-Lotterie“ bezeichnete. An seinen Freiwasserplänen ändert der Vorfall offenbar wenig. Bruney will weiter im offenen Wasser trainieren und seine Athleten wie geplant beim Ironman 70.3 an den Start schicken.
Übrigens ist das Rennen in Augusta, das Mika Noodt 2023 gewinnen konnte, immer für eine Überraschung gut. Vor zwei Jahren fiel es einem Hurrikan zum Opfer.











