Zwei Wochen vor der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii ist der Titelverteidiger raus: Casper Stornes ist bei einer Trainingsausfahrt auf Big Island schwer gestürzt. Eine heftige Windböe – ausgelöst durch den Tropensturm Nolo, der sich derzeit südlich der Insel zum Hurrikan aufbaut – riss dem Norweger das Vorderrad weg. Die Bilanz: Schlüsselbeinbruch und ein gebrochener Lendenwirbel.
„Hallo zusammen – nein, das ist kein KI-Video von mir mit Verletzungen“, beginnt Stornes sein Statement, das er am Freitag auf Instagram veröffentlicht hat. Der Galgenhumor ist verständlich, denn was folgt, ist für den amtierenden Weltmeister das bittere Aus für die Titelverteidigung am 10. Oktober in Kailua-Kona.
Die Böe kam von vorn
Der Sturz passierte bereits am Donnerstag. „Ich hatte gestern einen Sturz auf dem Rad. Offenbar zieht hier gerade ein Sturm auf die Insel zu, und ich hatte Pech: Ich habe einen richtig harten Windstoß auf mein Vorderrad bekommen, es wurde herumgerissen, ich habe die Kontrolle über das Rad verloren und bin über den Lenker geflogen“, schildert Stornes.
Dass der Unfall nicht noch folgenreicher ausfiel, grenzt an ein kleines Wunder. Direkt an seinem Hinterrad fuhr Landsmann und Trainingspartner Gustav Iden. „Zum Glück habe ich Gustav bei dem Sturz nicht mitgerissen, er war an meinem Hinterrad. Wie er da rausgekommen ist, ist verrückt. Ich glaube, er hatte ziemlich viel Glück“, sagt Stornes.
Schlüsselbein und Lendenwirbel gebrochen
Stornes selbst hatte dieses Glück nicht. „Ich bin auf die Schulter gefallen und habe mir das Schlüsselbein gebrochen. Außerdem habe ich einen Bruch am Lendenwirbel“, berichtet der 29-Jährige. Eine Wirbelfraktur ist keine Verletzung, mit der man in zwei Wochen 180 Kilometer auf dem Zeitfahrrad im Aero-Liegen verbringt, geschweige denn einen Marathon läuft.
Damit fehlt beim Männerrennen auf Hawaii der Titelverteidiger. Stornes hatte sich im vergangenen Jahr in Nizza den Weltmeistertitel gesichert und wäre in diesem Jahr einer der großen Favoriten auf die Wiederholung gewesen – nun auf Hawaii, wohin die Männer-WM 2026 zurückkehrt.
Sturm Nolo: Die WM-Vorbereitung wird zur Wetterlotterie
Der Unfall wirft ein Schlaglicht auf die Bedingungen, mit denen die Profis derzeit auf Big Island zu kämpfen haben. Nolo, am Mittwoch noch ein Tropensturm, hat sich inzwischen zum Hurrikan verstärkt und bewegt sich langsam von Süden auf die Insel zu. Die Wetterdienste warnen vor Sturmböen und extremen Regenmengen. Für die Athletinnen und Athleten, die in diesen Tagen ihre letzten langen Einheiten auf dem Queen K Highway absolvieren, heißt das: Jede Ausfahrt ist mit einem Risiko verbunden. Die berüchtigten Mumuku-Winde rund um Hawi kennt hier jeder – ein Sturm dieser Größenordnung ist aber noch einmal eine andere Kategorie.