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Der Marathon der Ironman-WM sieht flach aus, hat es aber …

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Ironman Hawaii auf 2021 verschoben – 70.3-WM noch offen

Erstmals in der Geschichte des Ironman Hawaii wird das legendäre Rennen im Pazifik verschoben: Aufgrund der derzeitigen Unsicherheiten wegen der Corona-Pandemie kann die diesjährige Auflage der Weltmeisterschaften nicht wie geplant am 10. Oktober stattfinden. Das neue Datum für das Rennen ist der 6. Februar 2021. Damit sollen die Titelkämpfe im kommenden Jahr zweimal stattfinden, denn auch am nächsten regulären Renndatum am 9. Oktober 2021 soll festgehalten werden. Noch offen ist ein neuer Termin für die Ironman-70.3-WM in Neuseeland, die ebenfalls nicht mehr in 2020 stattfinden kann.

Qualifikationszeitraum für Kona verlängert

Mit den neuen Planungen wird auch der Qualifikationszeitraum für das die Ironman-WM verlängert. In Europa wurden zuletzt zahlreiche ursprünglich im Sommer 2020 geplante Qualifikationsrennen auf die Monate September und Oktober verschoben. Bisher sind nach Aussage von Ironman-CEO Andrew Messick rund 1.000 der 2.500 Qualifikationsplätze für das Rennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen vergeben. Zum gleichen Zeitpunkt, als der neue Termin für die WM verkündet wurde, erhielten die bereits angemeldeten Athleten eine Mail, ob sie den Startplatz im Februar 2021 annehmen oder auf den Oktober 2021 umbuchen wollen. Als dritte Option wurde die Teilnahme an einem anderen Rennen der Serie in Aussicht gestellt.

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Ironman hatte in den letzten Wochen viele Athleten auf der Warteliste des Legacy-Programms, das einen Hawaii-Start nach zwölf aufeinanderfolgenden Jahren mit Finishes bei einem der weltweiten Ironman-Rennen ermöglicht, angefragt, ob sie in diesem Jahr schon starten wollten.

Zwei Weltmeisterschaften in einem Jahr zuletzt 1982

Zwei Ironman-Weltmeister in einem Jahr gab es zuletzt im Jahr 1982, als das Rennen vom ursprünglichen Frühjahrstermin in den Oktober umzog. Beim damaligen Frühjahrsrennen siegte Scott Tinley vor Dave Scott, im Herbst war die Reihenfolge umgekehrt.

Klimatisch könnten die Bedingungen im Februar etwas leichter sein als im Oktober: Die durchschnittliche Temperatur beträgt im Oktober 24,5 Grad Celsius, im Februar 22 Grad. Die täglichen Maximalwerte liegen statt bei 29,2 nur bei 26,6 Grad im Durchschnitt, auch fällt im Februar mit 55 Litern pro Quadratmeter deutlich weniger Niederschlag als die 88 Liter im Oktober. „Allerdings ist im Frühjahr die Gefahr von Wirbelstürmen deutlich größer“, sagte der geborene Deutsche Franz Weber, der seit vielen Jahren in Kailua-Kona lebt, kürzlich im Podcast „Carbon & Laktat“.

„Enorme logistische Herausforderungen“

Während das Klima statistisch gesehen einfacher wird, sind die touristischen Herausforderungen im Frühjahr umso härter. Denn während Kailua-Kona im Oktober fest in der Hand der Triathleten ist, stellt sich die Situation im Frühjahr anders dar. Christoph Fürleger, Geschäftsführer des Allgäuer Reiseveranstalters Hannes Hawaii Tours, mit dem jedes Jahr ein Großteil der deutschsprachigen Athleten nach Hawaii reist, sieht ein logistisches Problem mit dem Februar-Termin. “Ich habe mit einigen unserer Partnerhotels in Kailua-Kona gesprochen”, sagt Fürleger. “Alle sehen erhebliche Herausforderungen bei einer Terminverlegung ins Frühjahr, da diese Zeit die Hauptsaison für die amerikanischen Reisegäste vom Festland ist. Viele Hotels sind dann schon langfristig ausgebucht.”

Auch die Fotografin Nadine Fischer, die auf Big Island lebt, teilte gegenüber tri-mag.de ihre Bedenken: „Mitte Dezember bis Mitte März ist die Hauptsaison auf Big Island. Im Januar und Februar gibt es oft schon ohne Ironman keine Mietwagen mehr. Es geht also nicht nur um die Hotels. Auch die Überlastung der Straßen ist für die Inselbewohner, die zur Arbeit müssen, nicht so toll.“

Harte Maßnahmen gegen Corona auf Big Island

Erst gestern hatte die lokale Tageszeitung des Rennorts Kailua-Kona, West Hawaii Today, verkündet, dass es derzeit keine aktiven Corona-Infektion auf der Insel Big Island mehr gebe und alle bekannten Patienten genesen seien. Wie die anderen Inseln des 50. US-Bundesstaats auch hatte sich Big Island Ende März nahezu komplett von der Außenwelt abgeschottet, ließ keine Kreuzfahrtschiffe mehr anlegen und nur noch wenige Reisende erreichten die beiden internationalen Flughäfen in Keahole bei Kailua und Hilo. Auch aufgrund der von Governor David Ige verhängten Ausgangssperre und der strengen Quarantäneregeln selbst bei Reisen innerhalb der hawaiiarischen Inseln ist Big Island bisher mit 75 gemeldeten Corona-Fällen glimpflich davongekommen. Auf der wirtschaftlichen Seite jedoch stieg die Arbeitslosigkeit auf 40 Prozent, da Hawaii hauptsächlich vom Tourismus abhängig ist.

Noch kein neuer Termin für die Ironman-70.3-WM in Neuseeland

Auch die für das letzte Novemberwochenende geplante Weltmeisterschaft auf der Ironman-70.3-Distanz kann nicht wie geplant stattfinden. Ein neuer Termin ist hier noch nicht bekannt. Wie die neuseeländische Nachrichtenplattform Stuff berichtete, sehen sich die lokalen Organisatoren des Rennens „mit der Aussicht konfrontiert, die Veranstaltung ganz abzusagen, zu versuchen, sie auf Anfang 2021 oder auf 2023 zu verlegen, da die Weltmeisterschaften 2021 (Utah) und 2022 (Europa) bereits vergeben sind.“ Die Website zitiert Dave Beeche, den in Auckland ansässigen Ironman-Geschäftsführer für den Raum Asia-Pacific: „Es wird unglaublich schwierig, eine Veranstaltung zu planen, wenn wir nicht wissen, ob die Teilnehmer überhaupt ins Land kommen können.“ 80 Prozent der geplanten 6.000 Teilnehmer wurden aus dem Ausland erwartet. „Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sie kommen und zwei Wochen lang in einem Hotel sitzen wollen, um sich unter Quarantäne zu stellen, bevor sie an einem Wettkampf teilnehmen“, so Beeche.

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Thomas Landgraf
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Thomas Landgraf

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Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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