Ein letztes Mal großer Sport im Namen von Ironman für diese Saison. Neben einem Debütanten-Sieg und großen Abschied in Australien, gab es über die Hälfte der Distanz in Kalifornien ein Duell zweier Freunde um den Sieg. Während eine deutsche Athletin allen davonlief.

Ironman Western Australia: Lotte Wilms siegt eindrucksvoll
Seit Jahren war sie in Busselton immer nah dran, diesmal war sie nicht zu stoppen: Die Niederländerin Lotte Wilms setzte das Feld schon im Wasser unter Druck, stieg nach 48:09 Minuten als Erste aus dem Meer und fuhr anschließend ein beeindruckendes Solo über die 180 Kilometer lange Radstrecke. Bereits nach 20 Kilometern zeigte die Uhr sechs Minuten Vorsprung, bis zur zweiten Wechselzone waren es mehr als 13.
Mit einem kontrollierten Marathon (3:07:06) ließ die Athletin nichts mehr anbrennen und gewann in 8:30:50 Stunden. Hinter ihr zeigte die Britin Kate Curran bei ihrem Langdistanzdebüt eine starke Vorstellung und wurde in 8:44:50 Stunden Zweite. Ann-Sophie Pierre (FRA) sicherte sich in 8:46:48 Rang drei.
Emotional wurde es auch für Els Visser, die in 8:52:22 Fünfte wurde – und sich in Busselton von der Profibühne verabschiedete.
Cameron Main Erster bei Langdistanzdebüt
Auch im Männerrennen gab es einen Premierensieg. Cameron Main, der erst ein Jahr zuvor in Busselton sein erstes Mitteldistanzrennen bestritten hatte, setzte gleich zu Beginn Akzente: Nach 46:15 Minuten kam er als Erster aus dem Wasser, dicht gefolgt von einer großen Gruppe.
Auf dem Rad formierte sich eine Spitzengruppe, in dem unter anderem Nick Thompson, Caleb Noble und Jumpei Furuya lange Zeit Druck machten. Thompson setzte kurz vor T2 sogar einen kleinen Akzent und wechselte mit 14 Sekunden Vorsprung. Doch sobald der Marathon begann, übernahm Main das Kommando. Er löste sich früh von seinen Konkurrenten, kämpfte sich durch die letzten Kilometer und gewann schließlich in 7:38:26 Stunden – ein beeindruckender Einstand auf der Langdistanz.
Hinter ihm belegte Caleb Noble (AUS) in 7:42:43 Rang zwei, knapp vor Jumpei Furuya (JAP, 7:43:53), der mit einem schnellen Marathon noch auf das Podium lief. Lokalmatador Thompson wurde Vierter.
Ironman 70.3 La Quinta: Sam Long dominiert, Lionel Sanders verletzt, fast disqualifiziert
Das Comeback von Lionel Sanders war eines der großen Gesprächsthemen vor dem Rennen und tatsächlich mischte der Kanadier nach dem Schwimmen sofort im Spitzenfeld mit. Allerdings verdrehte er sich früh im Halbmarathon das Sprunggelenk, wodurch er sein hohes Anfangstempo nicht bis ins Ziel halten konnte. Zwischenzeitlich stand sogar eine Disqualifikation im Raum, da Sanders mit einem offenstehenden Einteiler die Ziellinie überquerte. Die Kampfrichter kassierten die Strafe jedoch später wieder ein.
Der Rennausgang war davon unberührt. Sam Long (USA) kam mit einem Rückstand von knapp drei Minuten aus dem Wasser, Lionel Sanders war nur 12 Sekunden hinter ihm. Auf dem Rad spielten beide Athleten ihre bekannte Strategie „Vollspeed“. Von Platz 20 arbeitete sich Sam Long in nur 24 Kilometern an die Spitze des Feldes. Sanders schloss nach etwas mehr als 30 Kilometern die Lücke. Gemeinsam mit Jackson Laundry (CAN), Sam Long und Federico Scarabino (URU) erreichte er die zweite Wechselzone. Beim abschließenden Halbmarathon spielte Long seine Klasse aus und bewies einmal mehr seine Laufstärke. Mit einer Zeit von 1:10:38 Stunden löste sich Long früh von Sanders und lief nach 3:41:10 Stunden mit fast drei Minuten Vorsprung zu seinem dritten 70.3-Sieg des Jahres. Sanders folgte angeschlagen, aber kämpferisch, auf Rang zwei, Laundry wurde Dritter.
Kasper gewinnt ihr Ironman-70.3-Debüt – Büttner sensationell auf Rang drei
Schon in der Auftaktdisziplin deutete sich an, dass es Kirsten Kaspers (USA) für Unruhe gesorgt hatte: Ein Golfcart war nachts in die Wechselzone gerollt und beschädigte mehrere Profi-Räder. Unter anderem das von Jackie Hering (USA) und Stephanie Clutterbuck (GBR).
Auf dem Rad formierte sich eine starke Spitzengruppe um Kasper, Amelie Kretz (CAN), Jeanni Metzler (RSA) und Solenne Billouin (FRA). Nur sechs Sekunden trennten die ersten sechs Athletinnen beim Wechsel auf die Laufstrecke. Kasper zeigte nun, weshalb viele ihr schon vor dem Rennen eine große Zukunft auf der Mitteldistanz prophezeit hatten. Die US-Amerikanierin kommt von der Kurzdistanz, wo sie bei den Olympischen Spielen in Paris den 49. Platz belegte. Nach der Hälfte des Halbmarathons führte sie komfortabel mit 52 Sekunden vor Kretz und baute ihren Vorsprung bis ins Ziel auf über zwei Minuten aus.
Die deutsche Athletin Anne Büttner lieferte eine der stärksten Laufleistungen des gesamten Tages. Noch als 13. aus T2 und mit 7:54 Minuten Rückstand auf das Führungsduo gestartet, rollte sie das Feld mit einem furiosen Halbmarathon in 1:14:10 Stunden auf. Schneller liefen nur acht Männer. Am Ende fehlten ihr als Dritte nur 2:12 Minuten auf Kasper. Das erste Podium in ihrem zweiten Profi-Rennen.









