Sonntag, 4. Dezember 2022
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Lucy Charles-Barclay und Sam Laidlow gewinnen zweites Rennen der Z Pro Tri Race Series

Auch das zweite Rennen der Z Pro Tri Race Series auf Zwift, welche aktuell jeden Mittwochnachmittag mit einem Frauen- und einem Männerrennen stattfindet, zog erneut viele der weltbesten Triathleten an den Start: Bei den Frauen nahmen auf dem virtuellen Kurs in London (24,7 km) mit zwei steilen Anstiegen am “Box Hill” unter anderem die Siegerin der Vorwoche, Flora Duffy, sowie Ironman-Vizeweltmeisterin Lucy Charles-Barclay, Paula Findlay, Emma Pallant, Sophie Coldwell, Emilie Morier, Jackie Hering und viele weitere Topathletinnen teil. Im Männerfeld mit über 100 Teilnehmern zog es hingegen die beiden Brownlee-Brüder Alistair und Jonathan sowie Lionel Sanders, Bart Aernouts, Ben Kanute, James Cunnama, Marten Van Riel, Boris Stein, Frederic Funk, Nils Frommhold, Ruben Zepuntke, Vorwochensieger Jimmy Kershaw und jede Menge andere hochklassige Athleten an die Startlinie.

Charles-Barclay dominiert, Sam Laidlow überrascht Favoriten

Beim Frauenrennen konnte sich im Verlauf des Rennens früh ein Duo, bestehend aus Lucy Charles-Barclay und Emma Pallant, von der ersten großen Gruppe lösen und einen zwischenzeitlich deutlichen Vorsprung von gut 30 Sekunden bis zum abschließenden Anstiegen rund drei Kilometer vor dem Ziel herausfahren. Im Schlussanstieg ließ es Charles-Barclay gar nicht erst auf einen Endsprint ankommen und distanzierte ihre Landsfrau Pallant auf den letzten anderthalb Kilometern um 14 Sekunden. Nach 37:23 Minuten gewann die Ironman-Vizeweltmeisterin der vergangenen drei Jahre mit einer durchschnittlichen Leistung von 5,1 Watt pro Kilogramm Körpergewicht das zweite Rennen der neuen Zwift-Rennserie für Profitriathleten. Kritisch betrachtet können Teile des Rennverlaufs allerdings dadurch, dass das Führungsduo aus Charles-Barclay und Pallant zwischenzeitlich den Windschatten von anderen Fahrern auf dem Kurs nutzten, die nicht direkt am Rennen beteiligt waren und davon enorm profitierten.

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Auf Rang drei landete die Australierin Grace Thek (+ 45 Sekunden). Die Plätze vier bis sechs gingen an Ruth Astle (+ 53.02 Sekunden / 4,6 Watt/kg), Sophie Coldwell (+ 53.25 Sekunden / 4,6 Watt/kg) und Vorwochensiegerin Flora Duffy (+ 53.93 Sekunden / 4,8 Watt/kg).

Im Männerrennen sorgte der Franzose Sam Laidlow für eine Überraschung. Nachdem sich in dem hochklassigen Feld eine Gruppe von acht Fahrern absetzte, aus der Alistair Brownlee zwischendurch aufgrund von wortwörtlich technischen Problemen herausfiel, war vor dem Schlussanstieg klar, dass der Sieg unter den sieben Fahrern Lionel Sanders, Jonathan Brownlee, Antony Costes, Jimmy Kershaw, Sam Laidlow, Vinicius Canhedo und Albert Moreno Molins ausgemacht werden würde. Nachdem sich niemand während des Anstiegs entscheidend absetzen konnte, nutze Sam Laidlow eine frühe Attacke rund einen Kilometer vor dem Ziel, um sich vom restlichen Feld abzusetzen. Trotz der ungewöhnlichen Taktik kam er mit diesem mutigen Versuch durch, hielt seine Konkurrenten auf Distanz und gewann das Rennen in 32:54 Minuten mit einer Leistung von 6,4 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Auf Rang zwei und drei landeten der Spanier Albert Moreno Molins (+ 5 Sekunden / 6,2 Watt/kg) und Franzose und Vorwochenzweiter Antony Costes (+ 6,60 Sekunden / 5,8 Watt/kg). Die Plätze vier bis sieben gingen an Vinicius Canhedo (+ 6,68 Sekunden / 6,6 Watt/kg), Lionel Sanders (+ 6,88 Sekunden / 5,8 Watt/kg), Jonathan Brownlee (+ 14 Sekunden / 6,0 Watt/kg) und Jimmy Kershaw (+ 16 Sekunden / 5,8 Watt/kg). Den Sprint der Verfolgergruppe gewann der zuvor zurückgefallene Alistair Brownlee und belegte damit Rang acht.

Einige dieser Ergebnisse können allerdings durchaus hinterfragt werden, wenn man die erbrachten Leistung aus den Rennen mit den Resultaten ins Verhältnis setzt, die sonst von den Athleten abgeliefert werden. Auch die Kraft-Last-Verhältnisse von Watt pro Kilogramm Körpergewicht habe bei einigen Athleten Ausmaße, die so normalerweise kaum denkbar oder realistisch sind. Mögliche Erklärungen sind die Angaben von einem zu geringen Gewicht oder eine falsche Kalibrierung des genutzten Powermeters. Eine Standardisierung und Überprüfung dieser Faktoren von Seiten Zwifts könnte zukünftig zu einer verbesserten Chancengleichheit beitragen.

Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.
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4 Kommentare

  1. Ein spezieller Augenmerk ist auf die siebtplatzierte Melanie Maurer zu legen. Die talentierte Duathletin aus der Schweiz konnte ihre Leistung nach dem letzten Rennen eindrücklich wiederholen und ihre gute Form (4,8 Watt/kg) bestätigen.

    • Diese Rennen ersetzen natürlich nicht die “echten” Veranstaltungen, aber trotzdem spannend auch den Leistungsvergleich zwischen den Athleten zu sehen. Der letzte Absatz ist absolut nachvollziehbar. Aber könntet ihr das ganze vielleicht näher beleuchten/ erklären? Einige der Athleten die ganz vorne unterwegs sind, sind mir wirklich kein Begriff. Jemand wie Lionel Sanders ist ja extrem transparent und seine Werte sind nachvollziehbar, aber bei Laidlow, Cahendo ist es schwerer, weil sie nicht so präsent sind. Könntet ihr vielleicht die Ergebnisse der “unbekannten” etwas einordnen? (Bisherige Ergebnisse, evtl vorhandene Leistungsdaten von Strava o.ä)

      • Okay, ich habe mir gerade das Video von Lionel Sanders angeschaut. Er ordnet es dort ein und sagt, dass einige Athleten wohl Z-Power benutzt haben. Dachte es wäre auch bei diesen Rennen sichergestellt, dass gewisse Standards/Nachweise bezüglich des Equipment und Gewichts (wie bei vielen “professionellen” Zwift Rennen üblich) gelten. Damit hat sich mein vorheriger Post erledigt.

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