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SzeneWas sind Großveranstaltungen? Landesverbände fischen im Trüben

Was sind Großveranstaltungen? Landesverbände fischen im Trüben

Der Name klingt einigermaßen konkret: “Bund-Länder-Leitlinien” haben die Bundesregierung und die Regierungschefs der Länder ihre Regeln in Bezug auf die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus genannt, die zuletzt am 15. April angepasst worden sind. In einem Punkt fehlt dabei allerdings Konkretes. „Großveranstaltungen bleiben mindestens bis zum 31. August 2020 untersagt“, heißt es in dem Papier – was aber ist eine Großveranstaltung? Dazu gibt es keine eindeutige Aussage. Auch die Triathlon-Landesverbände fischen im Trüben. Die Landesregierungen müssen eine Zahl in den nächsten Tagen wohl für sich selbst definieren. Die Antwort auf die Frage, ob Triathlon-Wettkämpfe bis 31. August trotz Verbots von Großveranstaltungen stattfinden können, könnte also von Region zu Region unterschiedlich ausfallen.

Appell: “Nicht generell Wettkämpfe absagen”

„Ein Dorf-Volkstriathlon ist keine Großveranstaltung, die Finals natürlich schon. Aber der Bundesliga-Wettkampf im Mixed-Team-Relay in Münster auch? Dort ließen sich die Teilnehmer verteilen, das wäre machbar“, gibt etwa Klemens Naber, Vizepräsident des Nordrhein-Westfälischen Triathlon-Verbandes, eine erste Einschätzung ab. Sein Appell: „Ich hoffe, dass unsere Veranstalter aufgrund des Beschlusses der Bundesregierung nicht generell die Wettkämpfe absagen, sondern auf andere Lösungen kommen.“ 

Möglichkeit, das Feld zu entzerren

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Das hofft auch Gerd Rucker, Präsident des bayerischen Landesverbandes. „Es ist noch nicht aller Tage Abend“, sagt Rucker. Er ist mit der Deutschen Triathlon Union (DTU) und somit auch dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) im regen Austausch. „Mit einem rollenden Start bei größeren Veranstaltungen könnte man das Teilnehmerfeld entzerren. Im weiteren Rennverlauf ist das Feld ohnehin verteilt. Um eine weitere Ballung der Athleten zu verhindern, würde dann die Siegerehrung ausfallen“, erläutert Rucker seine Überlegungen. Ihm ist allerdings auch bewusst, dass dann kleinere Veranstalter weiterhin das Nachsehen hätten. „Lokale Triathlons mit 100 oder 150 Teilnehmern werden das technisch wohl nicht umsetzen können.“ Diese wären aber unter Umständen auch nicht als Großveranstaltung klassifiziert, anders als die Cyclassics in Hamburg. Bei dem Radrennen gehen jedes Jahr mehr als 15.000 Teilnehmer an den Start. Organisator Ironman hat das Event, das am 16. August stattfinden sollte, am Donnerstagabend auf der Grundlage der Bestimmungen der Bundesregierung vorerst aus dem Kalender genommen. “Die Cyclassics können nicht wie geplant stattfinden. Unser Team arbeitet mit Hochdruck daran, einen neuen Renntermin bestätigen zu können”, heißt es in einem Statement.

Weitere offene Fragen

Bei der Deutschen Triathlon Union berät man nach dem Beschluss der Bundesregierung vom Mittwoch ebenfalls über Maßnahmen und Auswirkungen. Peter Mayerlen, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Triathlonverbandes, setzt unterdessen auf Geduld: „Wir müssen auf eine konkrete Definition warten. Die Frage ist dann auch, ob Zuschauer in die Gesamtzahl mit einberechnet werden oder ob es rein um die Teilnehmer geht. Ich vermute, dass es selbst im Herbst noch Auflagen geben wird, sollten dann Wettkämpfe stattfinden.“ Denn so sehr man das Teilnehmerfeld auch entzerrt, es gibt einen Ort, an dem sich viele treffen werden. „In der Wechselzone wäre die Übertragungsgefahr eventuell erhöht“, gibt Günter Schall von der Schleswig-Holsteinischen Triathlon-Union zu bedenken.

Den aktuell gebotenen Mindestabstand kann wohl kaum ein Rennveranstalter in der Wechselzone garantieren. Immerhin in diesem Punkt hat die Bundesregierung von Beginn an eine konkrete Zahl genannt: 1,5 Meter.

Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.
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3 Kommentare

  1. Vor allem sind Reisen in andere Bundesländer aus touristischen Gründen weiterhin untersagt. Folglich wäre eine Teilnahme an einem Triathlon nur im eigenen Bundesland möglich.

  2. Und stellen sich die Sportler nach Zieleinlauf dann alle artig ,unter Einhaltung von Abständen, beim Duschen,Verpflegungsstellen,usw. an?( natürlich mit ffp3 Maske)
    Und die Helfer ebenfalls ?
    Ich weiß nicht ob das alles noch Spaß macht.
    Ich bin kein Profiathlet der das unbedingt braucht.
    Mir würde das so nicht gefallen.

    Erhard Pöhl

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