43 Tage vor der Ironman-WM auf Big Island nehmen sich Frank Wechsel und Weltmeister Lars Wichert im ALOHA FRIDAY den größten Abschnitt der Radstrecke vor: den Queen K Highway. Es geht um trügerische Temperaturen, die richtige Flaschenstrategie, dreckige Seitenstreifen – und um einen Fisch mit dem wohl schönsten Namen der Welt.
Wenn am 10. Oktober 2026 die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gestartet wird, führt der Weg für alle früher oder später hinaus auf den Queen K Highway – die Verbindungsachse zwischen dem Süden und dem Norden von Big Island. Im wöchentlichen Hawaii-Podcast ALOHA FRIDAY, dem Begleitformat zum TEAM GERMANY KONA26, haben Frank Wechsel und Lars Wichert den Abschnitt seziert, den sie aus eigener Renn- und Trainingserfahrung bestens kennen. Herausgekommen ist eine kleine Gebrauchsanweisung für einen der berühmtesten Streckenabschnitte des Triathlonsports.
Von der Palani Road hinaus in die Lava
Nach der „Stadtrundfahrt“ durch Kailua-Kona geht es die Palani Road hinauf und dann links ab: Willkommen auf dem Queen K Highway! Ein kurzes Stück bergab lässt sich noch genießen, bevor es laut Lars „recht zackig“ wieder bergauf geht. Die ersten rund zehn Kilometer auf dem Highway teilen sich Rad- und Laufstrecke – wer hier Richtung Energy Lab rollt, sieht schon einmal, wo Stunden später der Marathon entschieden wird. Am Abzweig zum Energy Lab liegt übrigens die Tankstelle, die „fast jeder Triathlet schon angesteuert hat“, wie die beiden lachend feststellen – im Training ist sie die wichtigste Erfrischungsstation der Insel.
Gut 52 Kilometer, die gerader wirken, als sie sind
Der Queen-K-Abschnitt zieht sich über grob 52 Kilometer bis zum Abzweig bei Kawaihae, wo die Strecke Schwung für den weiteren Weg Richtung Norden aufnimmt. Auf dem Papier klingt das harmlos: Was hochgeht, geht auch wieder herunter. Doch die Gerade täuscht. Unterwegs warten lediglich eine größere Kreuzung mit Cheering Zone in Waikoloa und viel Einsamkeit – und je nach Start- und Tageszeit sehr unterschiedliche Windverhältnisse. Morgens ist es meist noch relativ windstill, im Laufe des Vormittags frischt der Mumuku auf, und in manchen Jahren dreht er zur Mittagszeit. Wer zu langsam unterwegs ist, kann ihn auf dem Rückweg ein zweites Mal von vorn bekommen.
Die Hitze steht nicht in der Wettervorhersage
26 bis 29 Grad – klingt nach einem warmen Sommertag. Doch die Zahl ist auf Hawaii trügerisch: Der Asphalt des Highways und die umliegenden Lavafelder speichern die Hitze, Schatten gibt es praktisch keinen, nicht einmal einen einzelnen Baum. „Es ist einfach knüppel, knüppel heiß“, bringt es die Folge auf den Punkt – und jeder Wind sei keine Erfrischung, sondern ein Föhn. Die gefühlte Temperatur liege schnell fast zehn Grad über dem gemessenen Wert. Wer sich in Frankfurt qualifiziert hat, kennt Hitze – aber die feuchte Hitze von Big Island ist noch einmal eine andere.
Flaschenstrategie: eine trinken, eine über den Helm
Konkreter Praxistipp von Lars für die Verpflegungsstationen auf dem Highway: möglichst jede Station mitnehmen und im Idealfall zwei Flaschen greifen. Die erste Flasche mit Elektrolyten wird verstaut oder getrunken, die zweite – kaltes Wasser – wandert über sämtliche Helmöffnungen und den Einteiler, dann ein letzter Schluck, und die Flasche wird rechtzeitig wieder abgeworfen. Achtung bei der ersten Station: Sie liegt in einer eher schnellen Passage, hier lohnt es sich, bewusst herunterzubremsen. Wie gut das klappt, hängt auch von den Helferinnen und Helfern ab – und von der eigenen Greifsicherheit.
Ersatzmäntel einpacken – der Seitenstreifen ist kein Radweg
Trainiert wird auf dem Queen K auf dem Seitenstreifen – und der hat es in sich: viel Verkehr, Lkw, die mit rund 100 Kilometern pro Stunde vorbeiziehen, dazu Wind vom Pazifik. „Eine Autobahn“, heißt es in der Folge, gutes Bikehandling sei gefragt. Anders als in Roth wird der Randstreifen vor dem Rennen nicht geputzt und ist teilweise entsprechend dreckig. Wicherts Empfehlung: ein zweites Paar Reifen mit nach Hawaii nehmen, damit vor dem Rennen frisches Material aufgezogen werden kann und die Pannensicherheit stimmt. Und an den Kreuzungen in Flughafennähe gilt in der Rennwoche: Augen auf.
Kleine Hawaii-Kunde: Kona ist nicht die Insel
Zwischendurch klären die beiden ein verbreitetes Missverständnis: Das Rennen findet nicht „auf Kona“ statt. Die Insel heißt Big Island (offiziell die „Big Island of Hawaii“), der Rennort ist Kailua-Kona, und Kona bezeichnet die Küstenregion, die kurz vor Kawaihae in die Kohala-Küste übergeht. Dazu gibt es eine Vokabel für den Smalltalk am Dig Me Beach: Der Humuhumunukunukuapua’a, auf Deutsch Diamant-Picassodrückerfisch, ist der Fisch, dem Schnorchelnde vor dem Schwimmstart gelegentlich begegnen – und für Frank schlicht das schönste Wort der hawaiianischen Sprache.
Abstecher ans „Ende der Welt“
Im Touristik-Block der Folge geht es an einen Ort mit Doppelrolle: Südlich von Kailua-Kona liegt an der Lekeleke Bay die Shoreline, die „End of the World“ genannt wird – ein kurzer Fußweg über Lavagestein, dann eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf den Pazifik. Mutige springen dort aus etwa vier bis viereinhalb Metern ins Meer und klettern über die Küstenfelsen wieder hinauf – ein kleines Abenteuer, eher etwas für den Sonntag nach dem Rennen. Der unscheinbare Parkplatz dort trug in den frühen Jahren des Ironman Hawaii den Namen „The Pit“: Nach dem Umzug des Rennens von Honolulu nach Kailua-Kona lag hier der erste Wendepunkt der Laufstrecke – markiert von einem Planschbecken.
Termine: Fun Run, Live-Ride und ein Team, das noch wächst
Für alle, die im Oktober auf der Insel sind, empfehlen Lars und Frank den Kona Town Fun Run am 3. Oktober: Start und Ziel an der Expo, ein welliger Kurs über zweimal 2,5 Kilometer, offen für alle ab zwölf Jahren – und vorne wird traditionell erstaunlich schnell gelaufen. Wer die Radstrecke schon vorher kennenlernen will, kann das virtuell tun: Am Donnerstag, 3. September, um 20 Uhr laden Frank und das TEAM GERMANY KONA26 zum offenen Live-Ride auf dem Queen K Highway bei ROUVY – gefahren wird auf Originalvideomaterial, aufgenommen unmittelbar vor der Spitze des Frauenrennens der vergangenen WM. Und das Team wächst weiter: 171 qualifizierte Athletinnen und Athleten sind aktuell dabei, das erklärte Ziel sind 200. Anmeldung und alle Infos unter tri-mag.de/kona26.
Die komplette Folge mit allen Anekdoten – vom südafrikanisch anmutenden Drückerfisch bis zur Altersklasse M18–24 – gibt es im ALOHA FRIDAY bei triathlon talk, dem Podcast von tri-mag.de und der Zeitschrift triathlon – jetzt überall hören, wo es Podcasts gibt.
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Presenter: ROUVY – Titelsponsor des TEAM GERMANY KONA26; die originale Kona-Radstrecke virtuell fahren, Probeabo und Live-Ride am 3. September unter rouvy.com.