Hayden Wilde ist der amtierende Weltmeister der T100 Triathlon World Tour. Und demnach der Gejagte im ersten Saisonrennen der Serie. Vier Deutsche wollen dem Neuseeländer am 25. April den Sieg streitig machen.
Noch 16 Tage sind es bis zum Auftakt der Männer bei der T100 Triathlon World Tour in Singapur. Und schon jetzt ist klar: Das Rennen wird nicht nur aufgrund der Bedingungen heiß werden, sondern auch wegen der hochkarätigen Startliste. Nachdem die Frauen bereits im März in Australien vorgelegt haben, steigt am 25. April nun auch die Männer-Elite ins Geschehen ein.
Mika Noodt: Einer, der Hayden Wilde schlagen kann
Im Fokus steht dabei einmal mehr Hayden Wilde. Der amtierende T100-Weltmeister aus Neuseeland hat in dieser Saison bereits gezeigt, in welcher Verfassung er ist. Auch wenn er sich zuletzt in Geelong Kristian Blummenfelt und Jelle Geens geschlagen geben musste, bleibt Wilde einer der komplettesten Athleten im Feld und damit der Mann, den es zu schlagen gilt.
Doch die Konkurrenz ist breit aufgestellt. Aus deutscher Sicht lohnt sich ein genauer Blick. Mika Noodt, im vergangenen Jahr Gesamtzweiter der T100-Serie, gehört erneut zu den spannendsten Athleten. Seine Konstanz und seine Fähigkeit, auf allen drei Disziplinen auf Topniveau zu performen, machen ihn zu einem Kandidaten für die vorderen Plätze.
Von Texas nach Singapur
Besonders interessant wird der Auftritt von Jonas Schomburg. Der Deutsche zeigte beim Ironman 70.3 Oceanside mit Platz zwei hinter Kristian Blummenfelt ein beeindruckendes Rennen. Allerdings steht hinter seinem Start in Singapur ein kleines Fragezeichen: Nur eine Woche zuvor geht Schomburg beim Ironman Texas an den Start. Die Belastung eines solchen Back-to-Back-Rennens ist enorm. Doch Schomburg hat bereits bewiesen, dass er genau solche Herausforderungen meistern kann. In der vergangenen Saison holte er sein erstes T100-Podium nur eine Woche nach der Ironman-WM in Nizza.
Hirsch und Schaufler in die Top Ten
Mit Wilhelm Hirsch steht ein weiterer Deutscher an der Startlinie, der sich im vergangenen Jahr im T100-Format etabliert hat. Dreimal Top 10, darunter ein achter Platz in London und an der French Riviera, zeigen sein Potenzial. Seinen Saisoneinstieg wird Hirsch eine Woche vorher beim Ironman 70.3 Valencia geben. Der Motor dürfte damit schon ein wenig „eingefahren“ sein. „Willy“ Hirsch gehört zu den Athleten, die an einem guten Tag überraschen können, da er durch seine sehr gute Schwimmleistung vorn mit im Feld dabei sein wird.
Komplettiert wird das deutsche Quartett durch Jannik Schaufler. Der ehemalige Kurzdistanzler kennt das Renngeschehen der T100-Tour aus dem vergangenen Jahr. In Singapur belegte er ebenso wie in Spanien den 15 Platz. Seinen Saisoneinstieg feierte der 28-Jährige beim Ironman 70.3 Dallas, wo er lange Zeit auf Podiumskurs lag und sich am Ende nur knapp mit Rang vier begnügen musste. Auch wenn ihm in Dallas in der Schlussphase etwas die Körner ausgingen, deutete sich an, dass er auf diesem Niveau konkurrenzfähig ist.
Der Wunsch von Wilde wird erfüllt
Neben Hayden Wilde und den vier deutschen Athleten sind noch weitere Stars der Szene am Start. Neben Mathis Margirier (FRA), Youri Keulen (NED), der das Rennen vor zwei Jahren gewinnen konnte und in der vergangenen Saison Vierter wurde, sind unter anderem zwei Kurzdistanzler mit von der Partie. Henri Schoeman (RSA) und Matthew Hauser (AUS), amtierender Kurzdistanz-Weltmeister, stehen auf der Startliste und könnten für mächtig Tempo sorgen. Damit wurde der insgeheime Wunsch von Hayden Wilde erfüllt, dass mehr Kurzdistanzler auf das 100-Kilometer-Format wechseln sollten. Singapur verspricht unter diesen Voraussetzungen zum Saisonstart ein interessantes Rennen zu werden und wird zeigen, ob Hayden Wilde auf den 100 Kilometern weiterhin das Maß der Dinge ist. Gerade in einem Format wie der T100, in dem Renndynamik und Tagesform eine große Rolle spielen, ist vieles möglich – und vielleicht gelingt einem der Deutschen direkt zum Saisonstart ein Ausrufezeichen.