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Triathleten-Staffel auf dem Weg zum RAAM-Rekord

Race Across America – kurz RAAM. Alleine von dem Namen bekommen wir schon Gänsehaut. 5.000 Kilometer mit 50.000 Höhenmeter von der West- bis zur Ostküste der USA. Wir, das sind Steffi und Gerry Steinberg. Wir haben beide das Rennen bereits mit Streckenrekord gefinished und sind seitdem mit dem „RAAM-Virus“ infiziert. Gerrys Streckenrekord im 4er-Team wurde vor zwei Jahren unterboten und die Idee zur Revanche war geboren.

Für alle, die mit RAAM zunächst nichts anfangen können, kommen hier die Eckdaten in aller Kürze:

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„Das Race Across America (RAAM) ist eines der renommiertesten und am längsten laufenden Ultra-Endurance-Events der Welt. RAAM gilt nicht nur in Radsportkreisen, sondern auch generell im Bereich des Ausdauersports, als größte Herausforderung, gemessen an Kriterien wie Leistungsfähigkeit, mentaler Belastung sowie Schlafentzug.

1982 pedalierten erstmals vier Personen vom Santa Monica Pier in Los Angeles zum Empire State Building in New York City. Das Rennen, das vom nationalen Fernsehen übertragen wurde, weckte mit der Zeit das Interesse der Öffentlichkeit. Staffelteams wurden 1992 eingeführt und wurden schnell zum beliebtesten und am schnellsten wachsenden Segment des Rennens.

Teamgrößen sind zwei, vier und acht Personen. Staffel-Team-Rennen machten die Veranstaltung für jeden fitten Radfahrer zugänglich. Es gibt kein Rennen weltweit, das Distanz, Gelände und Wetterkapriolen in dieser Weise kombiniert. Kein anderes Ereignis, das den Geist eines Teams von Anfang bis Ende so sehr auf die Probe stellt. Das Rennen inspiriert alle, die daran teilgenommen haben – Rennfahrer, Crew, Zuschauer und Fans gleichermaßen. RAAM ist eine wahre Kraftprobe für Geschwindigkeit, Ausdauer, Kraft und Teamgeist, die ideale Kombination aus ambitioniertem Leistungssport und Freude an der Natur„, heißt es auf der Webseite des Rennens.

Während Gerry seinen 2011 aufgestellten Streckenrekord letztes Jahr verloren hat, ist Steffi Steinberg Mitglied des Damen-Rekordteams: „Quattra Bavariae“ aus 2017. Damals ist Steffi kurzfristig als Ersatz eingesprungen und die Mädels hatten den sieben Jahre alten Rekord auf 31.0 km/h geschraubt. Rekorde werden bei RAAM immer an den Durchschnittsgeschwindigkeiten gemessen, da sich die Streckenführung/- und Länge aufgrund von Baustellen und anderen kurzfristigen Ereignissen ändern kann. 

Triathleten auf RAAM-Rekordjagd

Sowohl wir beide als auch unsere beiden Team-Mitstreiter für das diesjährige Projekt ab dem 20. Juni, Beate Görtz und Peter Hillermann, haben einen Triathlonhintergrund. Gerry blickt auf mehrere Hawaii-Finishes zurück, Beate ist im vergangenen Jahr AK-Weltmeisterin auf Hawaii geworden, Peter hat ebenfalls mehreren Langdistanzen erfolgreich absolviert und ich konnte mir 2017 den WM-Titel beim Ultraman auf Hawaii sichern.

Dieses Jahr geht es für uns allerdings zusammen um den Streckenrekord beim RAAM in der Kategorie Mixed 50+, den wir als 4er-Team aus NRW wieder zurück nach Deutschland holen wollen. Voraussetzung hierfür ist ein Teamalter von 200 Jahren mit mindestens einem weiblichen Racer. Soviel zur sachlichen Qualifikation. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass es auf mehr ankommt, um ein solches Projekt erfolgreich zu stemmen. Man muss dafür brennen, man muss die Leidenschaft für das Radfahren und die Geschwindigkeit im Blut haben und über das nötige Wettkampf-Gen verfügen. Es hat viele lange Gespräche mit unterschiedlichen Fahrern gegeben und wir sind jetzt der Überzeugung, die vier richtigen Fahrer an Bord zu haben. Die Chemie stimmt, wir sind uns über das Ziel einig, allerdings auch über die Risiken, die unsere Rekordjagd mit sich bringt. Dabei ist es für uns unerheblich, dass wir mit zwei Frauen starten. Ganz im Gegenteil: Wenn es uns gelingen sollte, mit dieser Aufstellung den Rekord zu holen, wäre es ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in der Geschichte des RAAM.

Die Strategie

Kernstück des Projektes ist die Strategie, mit der wir vier Racer als „Staffel“ den nordamerikanischen Kontinent queren wollen. Das ist in Rekordzeit von circa sechs Tagen oder weniger, was einen Schnitt von 31,3 km/h bedeutet. Über unsere gewählte Strategie und unserer Marschtabelle werden wir euch in einem separaten Blog informieren, eine Kurzversion nehmen wir hier aber schon mal vorweg, um euch etwas neugierig zu machen 😉

Unsere vier Fahrer teilen sich in zwei Schichten mit jeweils sechs Stunden auf. Während die „passive“ Schicht (beim Start sind das Beate Görtz und Peter Hillermann) diese sechs Stunden mit einem Wohnmobil vorfährt, wechseln sich Steffi und Gerry von der „aktiven“ Schicht alle 20 Minuten ab und arbeiten sich so an den Wechselpunkt zur Ablöse vor. Peter und Beate übernehmen dann ihrerseits wieder für sechs Stunden.

Harald Kohlhaas Gerry bespricht mit dem Team die ersten Entwürfe für die Renn- und Zeitpläne vor Ort.

Um festzulegen, wie weit die passive Schicht vorfährt, berechnet man im Wohnmobil (unsere Schaltzentrale) die Geschwindigkeit, welche die Fahrer aufgrund des Streckenprofils und ihrer Leistungsfähigkeit fahren können. Diese strategisch entscheidende Aufgabe übernimmt im Team Steinberg, der „Crew Chief“ im Einklang mit der Marschtabelle, die nach dem Passieren jeder Zeitmessung bei den Teilabschnitten Aufschluss über den Fortschritt des Projekts gibt. Von diesen Teilabschnitten gibt es auf der Strecke insgesamt 55. Die wenigsten sind bemannt, zumeist sind es markante Punkte, wie zum Beispiel eine Tankstelle oder ein Getreidesilo Mitten in Kansas.

Um dieses logistisch sehr aufwendige Projekt zu stemmen, haben wir vier Fahrer uns eine 13-köpfige, zum Teil sehr erfahrene Crew, zusammenstellt. Die Infrastruktur besteht darüber hinaus aus zwei „Pace Cars“ (Vans), einem Wohnmobil und einem Media-Fahrzeug, dass das Abenteuer RAAM mit all seinen Facetten in Bild und Ton festhalten soll.

Was das ganze Projekt (an Unsummen) kostet und wie wir das Projekt finanzieren wollen, erfahrt ihr im nächsten Blog.

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