Montag, 3. Oktober 2022
€ 0,00

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

EquipmentGarmin Vector 3 im Test

Garmin Vector 3 im Test

Mit großer Spannung wurde die neue Generation des Vector erwartet. Bei der diesjährigen Eurobike ist das pedalbasierte Powermeter von Garmin “Eurobike Preisträger 2017” geworden – die Erwartungen waren entsprechend groß. Als erstes fällt das gelungene und moderne Pedaldesign auf: Optisch erinnert der Vector 3 von Garmin nämlich stark an Shimano SPD-SL-Pedale. Besitzer des Vector 2 hatten stets Kritik an der zusätzlichen Sendeeinheit geübt – ein für Beschädigungen anfälliges Plastikzubehör, das zwischen Pedal und Kurbelarm festgeschraubt wurde. An dieser Stelle hat Garmin ordentlich nachgebessert: Die ­Sende- und Messtechnik des Pedals ist nun in der Achse verbaut. Außerdem ist das Pedal leichter geworden, hat aber minimal (jetzt 120 Stunden) an Batteriedauer eingebüßt. Sollte das Gerät ursprünglich im 3. Quartal 2017 erhältlich sein, wurde die Auslieferung ins 1. Quartal 2018 verschoben. Nur ausgewählte Premiumhändler konnten bereits die ersten Geräte an den Endkunden verkaufen.

Montage und Verbindung

Bei der Montage geben wir dem Vector 3 eine Eins mit Sternchen. Das Anschrauben funktionierte ohne Probleme und ist auch für Einsteiger geeignet: Dem Produkt liegt eine Montage-Anleitung bei, in der alle wichtigen Schritte erklärt werden. Beispielsweise empfiehlt der Hersteller einen Abstand von Kette zu Pedale von mindestens 2 mm und liefert Abstandsvergrößerer mit. Auch der Batteriewechsel gestaltet sich denkbar einfach: Mit einem Inbusschlüssel lässt sich das Batteriefach an der Pedal­seite öffnen und wieder verschließen.

- Anzeige -

Die Verbindung zum Radcomputer von Garmin oder anderen Herstellern funktionierte ohne Störung. Wir empfehlen, den Wattmesser auch mit der “Connect”-App von Garmin zu verbinden, um etwa die richtige Kurbellänge einzustellen. Zudem können über die App entsprechende Software-Updates gefahren werden. Dem Vector 3 hat Garmin nun auch Bluetooth spendiert, Besitzer des 2er-Modells mussten mit ANT+ Vorlieb nehmen.

Garmin Vector 3 im Detail

  • Datenübertragung: Bluetooth, ANT+
  • Klicksystem: Look Keo
  • Batterie: LR44/SR44 (4 Stk.)
  • Laufzeit: bis zu 120 Stunden
  • Gewicht: 322 g (mit Batterie)
  • Website: garmin.com
  • Preis: 999,99 Euro (beidseitig) und 599,99 Euro (einseitig)

Der Praxis-Test

Die Standfläche auf dem Pedal ist ausreichend und die flache Bauhöhe gibt ein gutes Fahrgefühl. Herausragend ist die – bereits erwähnte – extrem einfache Installation des Vector 3: anschrauben, koppeln, kalibrieren – in drei Schritten ist der Powermeter startklar. Im Vergleich zum Vorgängermodell fällt auf, dass der Leistungsmesser deutlich schneller auf eine Veränderung der Leistungsabgabe reagiert – auch dann, wenn sich die klimatischen Bedingungen änderten. Wasser oder Flüssigkeiten machen dem Vector 3 nichts aus.  Die Werte waren plausibel (siehe hierzu Labortest auf der nächsten Seite) und das Signal war stets stabil, anders als beim Vector 2, wo gelegentlich mal die Verbindung abreißen konnte. Fazit: Der Vector 3 ist seinem Vorgänger in allen Bereichen überlegen, optisch von einem Pedal ohne Powermeterfunktion nicht zu unterscheiden und so einfach zu installieren, dass keinerlei Schrauberfahrung notwendig ist. Und das Beste: Das Gerät ist im Vergleich zum Vector 2 auch noch über 100 Euro günstiger geworden.

Der Labortest

Der Hersteller gibt die Messgenauigkeit im Bereich von +/- 1 % an. Im Labor von STAPS haben wir die Pedale von den Trainings- und Diagnostikexperten testen lassen. Als Referenzgerät nutzten wir ein Hochleistungsergometer von SRM. Die Testprotokolle, die mehrmals gefahren wurden, sollten alle relevanten Trainings- und Leistungsbereiche abdecken. Die Pedale wurden mit dem Radcomputer Garmin Edge 820 gekoppelt.

  • Intervalle im hochintensiven Bereich (IE): 30 Sekunden, Belastung 360 Watt
  • Intervalle im Spitzenbereich (SB): 2 Minuten, Belastung 300 Watt
  • Sprinttest: 15 Sekunden lang bis zur maximalen Belastung, abgeriegelt bei einer Trittfrequenz von 130 Umdrehungen pro Minute
  • G2-Intervalle: 12 Minuten, Belastung 200 Watt
  • K3-Intervalle: 6 Minuten, Trittfrequenz-Limit bei 60 Umdrehungen pro Minute, etwa 240-260 Watt
PROTOKOLLGEMESSENE LEISTUNG (SRM)GEMESSENE LEISTUNG (VECTOR 3)ABWEICHUNG IN PROZENT
IE358 Watt350 Watt2,29 Prozent
SB299 Watt293 Watt2,05 Prozent
Sprint971 Watt948 Watt2,43 Prozent
GA2199 Watt195 Watt2,05 Prozent
K3239 Watt228 Watt4,82 Prozent

*bei den IE-Intervallen muss man bei Betrachtung jedes einzelnen Intervalls einschränkend erwähnen, dass sich die Abweichung innerhalb einer Einheit teilweise deutlich unterscheidet.

Fazit des Labortests

Bei der Bewertung der Messergebnisse ist wichtig, dass man zwischen Genauigkeit und Präzision differenziert. Unter Genauigkeit versteht man, wie groß die Abweichung zwischen angegebener und im Labor gemessener Leistung ist. Unter Präzision versteht man die Streuung der Werte. Ein Leistungsmesser kann daher genau, aber unpräzise sein.

Die von Garmin angegebene Messgenauigkeit von +/- 1 Prozent konnte im Labor von STAPS nicht reproduziert werden. Die Tests haben ergeben, dass der Vector zwischen 2 und 2,5 Prozent von der angegebenen Messgenauigkeit abweicht – das ist im Vergleich zu anderen pedalbasierten Powermetern aber immer noch ein guter bis sehr guter Wert. Kopfschmerzen haben uns die K3-Intervalle bereitet. Denn hier lag die Abweichung bei mehreren Feldtests bei fast 5 Prozent (228 Watt beim Vector, 239 Watt beim SRM), obwohl alle anderen Protokolle sich bei rund 2 Prozent einpendelten.

Interessant wird es, wenn man die Messergebnisse nach Mustern durchsucht. Denn dann zeigt sich, dass der Vector im Vergleich zum SRM konstant weniger Leistung anzeigt. Die Messung der Garmin-Pedale ist also sehr präzise – eine Eigenschaft, die mindestens genauso wichtig ist. Zur Erklärung: Angenommen ein Pedal misst bei SB-Intervallen zu viel und bei GA2-Intervallen zu wenig Leistung, so ist die Streuung der Werte groß und damit nicht skalierbar. Die Folge: Ein Trainingsbereich würde zu leicht fallen, der andere zu schwer – effizientes Training wäre nicht möglich. Anders beim Vector 3: Da das Pedal konstant rund 2 Prozent weniger Leistung in allen Leistungsbereichen (mit Ausnahme K3) anzeigt, können Leistungsfortschritte wesentlich besser verifiziert werden. Oder anders gesagt: Die Verlässlichkeit der angegebenen Werte ist größer.

- Anzeige -

Kommentiere den Artikel

Bitte gib hier deinen Kommentar ein (und bitte sei dabei fair anderen gegenüber)!
Bitte gib deinen Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Verwandte Artikel

3,86 Kilometer Pazifik: Stimmen und Stimmungen vom Hoala Swim

0
Beim Hoala Swim am Wochenende vor dem Ironman testen die Teilnehmer und Nichtteilnehmer der WM die Schwimmstrecke. Wir haben die bewegten und bewegenden Bilder.

Lionel Sanders: „Ironman wird mehr zum Teamsport“

0
Nach dem 21. Platz bei den US Open in Dallas war Lionel Sanders kurz davor, seinen Start bei der Ironman-WM auf Hawaii abzusagen und sich komplett auf die 70.3-WM in St. George zu konzentrieren. Seinem Team rund um Coach Mikal Iden und Trainingspartner Collin Chartier hat der WM-Zweite von 2017 und Mai 2022 zu verdanken, am nächsten Samstag an der Startlinie zu stehen.

Magnus Ditlev: “Da sind noch einige Trainingseinheiten zu absolvieren …”

1
Es ist Magnus Ditlevs erste Teilnahme an der Ironman-WM auf Hawaii. Der Däne, der sich in diesem Jahr mit einem zweiten Platz beim Ironman Texas qualifizierte, gilt dennoch als Mitfavorit auf den WM-Titel. Vor allem sein starker Auftritt bei der diesjährigen Challenge Roth, wo er nur um wenige Sekunden den Streckenrekord verpasste, hinterließ Eindruck.

Mobilisation vor dem Lauf

0
Das Mobilisieren vor dem Laufen sollte zu deiner Routine genauso dazugehören wie das Trinken danach. Mit gezielten Übungen kannst du deinen Körper auf den Lauf vorbereiten. Zudem beugst du durch das Lockern der Muskulatur Verletzungen vor.

Impressionen vom Hoala Swim

0
Beim Hoala Swim testen die Teilnehmer der Ironman-WM ihre Schwimmform ein letztes Mal unter Wettkampfbedingungen. Wir waren mit der Kamera dabei.

Sam Laidlow: “Das Meer gehört nicht Ironman”

0
Sam Laidlow war am Sonntagmorgen der Schnellste über 3,86 Kilometer im Wasser. Gewonnen hat er das Hoala Swim nicht. Den Sieg will er beim Ironman – irgendwann.

ePaper | Kiosk findenAbo

58,420FansGefällt mir
51,853FollowerFolgen
22,900AbonnentenAbonnieren

Aktuelle Beiträge