Samstag, 3. Januar 2026

KYZR Disc im Test

Das junge Berliner Unternehmen KYZR bietet verschiedene Aero-Laufräder von 38 bis 88 Millimeter an und hat daneben auch ein Scheibenlaufrad im Sortiment. Das Besondere: Alle Laufräder, auch die Scheibe, bleiben unter der magischen 1.000-Euro-Grenze – eine Kampfansage an die Konkurrenz. Die Qualität soll trotz des niedrigen Preises nicht auf der Strecke geblieben sein. Die Laufräder werden zumindest per Hand in Berlin aufgebaut. Wir haben der KYZR Disc für 899 Euro im Zusammenspiel mit dem Vorderlaufrad KYZR 8.8 (88 Millimeter Höhe) einen Praxis-Test unterzogen.

Verarbeitung, Design, Montage

Sowohl das Scheibenlaufrad als auch das Vorderrad sind tadellos verarbeitet und machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Wer meint, was günstig ist, ist zwangsläufig auch billig verarbeitet, wird bei den KYZR-Laufrädern Lügen gestraft. Das schlichte Design der komplett in schwarz gehaltenen Räder ist zeitlos. Der schwarze Schriftzug ist dezent, sodass sich die Laufräder wohl in jede Rahmenoptik hervorragend einfügen. KYZR setzt bei seinen Laufrädern auf einen breiten Felgenbauch, eine U-Profilfelge. Die Felgenbreite des Scheibenlaufrads beträgt an den Bremsflanken 24,7 Millimeter und an der breiteste Stelle wird sogar eine Breite von 26,5 Millimeter erreicht. Das hat einen Vorteil: Es lassen sich wahlweise 23- oder 25-Millimeter breite Reifen aufziehen. Wir empfehlen beim Hinterrad einen 25 Millimeter breiten Reifen, da beim Hinterrad der Rollwiderstand wichtiger ist als die Aerodynamikeigenschaften. Insofern hat man mit der KYZR Disc ein klug abgemischtes Produkt, das diesbezüglich zu Ende gedacht ist. KYZR bietet die Disc als Draht- und Schlauchreifenvariante an. Zudem liegen hochwertige Bremsbeläge von SwissStop bei. Durch die großzügige Ventil-Aushöhlung konnte der Reifen sogar ohne Ventiladapter aufgepumpt wurden. Die Montage des Scheibenlaufrads gestaltete sich denkbar einfach.

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Praxistest

Besonders imponiert hat uns, wie unbeeindruckt sich die Kombination aus Scheibe und 88-Millimeter-Vorderrad von windigen Verhältnissen zeigte. Auch bei starken Böen war das Laufverhalten immer berechenbar. Und selbst bei hohen Geschwindigkeiten während leichter Bergabpassagen und aggressiven Seitenwinden konnte der 66 Kilogramm leichte Testfahrer stabil seine Aeroposition halten. Die Laufruhe überzeugte genauso wie die Steifigkeit und die Beschleunigungseigenschaften in der Ebene. Negativ ist uns einzig und allein aufgefallen, dass bei Antritten am Berg die KYZR Disc aufgrund des höheren Gewichts von mehr als 1.300 Gramm etwas schläfrig reagierte. Die Bremsleistung war stets ausreichend und gut dosierbar – und kann für Carbonverhältnisse als überdurchschnittlich bezeichnet werden. Auch bei Nässe griffen die Bremsen ausreichend und gaben dem Fahrer immer ein sicheres Gefühl.

Fazit

Windstabiles Scheibenrad mit einem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis und großer Laufruhe. Ein optisch schlicht gehaltenes Scheibenlaufrad, das wir auch unerfahrenen Triathleten empfehlen würden.

Daten

  • Felgen Typ: Drahtreifen (Clincher) / Schlauchreifen (Tubular)
  • Freilauf: Shimano 10/11s oder Campagnolo 10/11s
  • Felgenmaterial: Toray 700
  • Felgenbreite: 23 mm
  • Gewicht Clincher: HR 1.340g (+/-30 g)
  • Gewicht Tubular: HR 1.240g (+/-30 g)
  • Naben: KYZR (schwarz)
  • Max Druck: 8 bar (Clincher) / 13 bar (Tubular)
  • Max Fahrergewicht: 100 kg
  • Preise: Shimano-Freilauf (899 Euro), Campagnolo-Freilauf (919 Euro)

Ausblick

KYZR kündigte an, dass sie im Frühjahr 2018 eine zweite Scheibe auf den Markt bringen. Die KYZR Disc SL (Superlight) ist, was die Geometrie und Optik angeht, identisch mit der KYZR Disc. Allerdings ist bei der KYZR Disc SL eine Nabe von DT Swiss verbaut. Außerdem wird das Gewicht der Disc SL unter dem der getesteten Scheibe liegen.

Weitere Informationen

Zur Website des Herstellers

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Schokoladenseite? Wie du muskuläre Ungleichgewichte erkennen und ausgleichen kannst

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Triathlon ist eine Sportart der Wiederholungen. Tausende Armzüge, zigtausend Trittumdrehungen, unzählige Laufkontakte – meist in sehr ähnlichen Bewegungsmustern und über lange Zeiträume hinweg. Genau das macht den Sport effizient, aber auch gnadenlos ehrlich. Kleine Unterschiede zwischen rechter und linker Seite verschwinden nicht, sie summieren sich. Im Schwimmen fällt das oft zuerst auf. Eine leicht stärkere Zugseite reicht aus, um die Wasserlage minimal zu verschieben. Der Körper rotiert ungleichmäßig, die Atmung wird bevorzugt zu einer Seite organisiert, der schwächere Arm arbeitet kürzer oder instabiler. Was auf 100 Metern kaum auffällt, kann auf längeren Distanzen Kraft kosten oder die Technik limitieren. Auf dem Rad werden Ungleichgewichte meist subtiler, aber messbarer (etwa durch Wattmesspedale). Viele Athleten drücken mit einem Bein etwas mehr, stabilisieren das Becken asymmetrisch oder entlasten unbewusst eine Seite. 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Auch das Bewegungsgefühl selbst liefert Hinweise. Wer das Gefühl hat, beim Laufen leicht zur Seite zu kippen, auf dem Rad nicht ganz mittig zu sitzen oder im Wasser immer wieder in dieselbe Richtung zu driften, sollte genauer hinschauen. Diese Wahrnehmungen sind oft präziser als jede Messung. Objektive Hilfsmittel können unterstützen, sind aber nicht zwingend notwendig. Kurze Videoaufnahmen beim Laufen oder Schwimmen, einfache Spiegelchecks bei Kraftübungen oder bewusstes Rollentraining ohne Ablenkung reichen oft aus, um Unterschiede zwischen rechts und links sichtbar zu machen. Wie du sinnvoll gegensteuern kannst Nicht jedes muskuläre Ungleichgewicht muss ausgeglichen werden. Der Anspruch, beide Körperseiten vollkommen symmetrisch zu machen, ist weder realistisch noch notwendig. Entscheidend ist, ob ein Athlet auf beiden Seiten stabil, effizient und schmerzfrei arbeiten kann. Genau darauf sollte das Gegensteuern abzielen. Ein erster Schritt ist, Training bewusster zu gestalten. Einbeinige oder einarmige Übungen können helfen, Unterschiede wahrzunehmen und gezielt anzusprechen, sollten aber dosiert eingesetzt werden. Im Schwimmen geht es weniger darum, permanent einarmig zu schwimmen, sondern die Zuglänge und den Druck auf beiden Seiten zu spüren. Auf dem Rad kann bewusstes Pedalieren in niedriger Intensität helfen, das Trittgefühl zu schärfen. Beim Laufen ist Aufmerksamkeit oft wirksamer als jede Technikübung. Krafttraining spielt dabei eine zentrale Rolle, wenn es richtig eingesetzt wird. Unilaterale Übungen wie Ausfallschritte, Step-ups oder einseitige Rumpfstabilisierungen fordern jede Seite separat und machen Defizite sichtbar. Wichtig ist dabei die Ausführung. Langsame, kontrollierte Bewegungen mit stabiler Haltung sind effektiver als hohe Lasten. Ziel ist nicht maximale Kraft, sondern verlässliche Kontrolle. Ebenso entscheidend ist die Fähigkeit, Spannung und Entspannung wahrzunehmen. Viele Ungleichgewichte entstehen aus fehlender Koordination. 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