Mittwoch, 28. September 2022
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SzeneDas große Finale im Gebirge

Das große Finale im Gebirge

Anna Bruder

152 Kilometer, 2.214 Höhenmeter, 6:00:46 Stunden Fahrzeit – diese Zahlen standen heute bei der Ankunft im Hotel auf dem Radcomputer. Am vorletzten Tag des Trainingslagers wird traditionell die längste Etappe gefahren, so auch heute. Da es für mich morgen nach Alcudia zum Ironman 70.3 Mallorca geht, war es in meinem Fall die letzte Trainingseinheit und ich kann/darf/muss auf die morgige Ausrollrunde verzichten. Meine Beine finden das derzeit gar nicht schlecht.

Am Morgen lag eine leicht angespannte Stimmung in der Luft. Bei der Vorstellung der Routen war klar, dass der heutige Tag für alle herausfordernd wird, und definitiv nichts, was man von den üblichen Trainingsrunden in der Heimat gewöhnt ist – vielleicht abgesehen von den Jungs aus der Schweiz. Planungschef Menke hatte völlig neue Strecken zusammengestellt, die durch das Tramuntanagebirge führen sollten. Da dieses vom Hotel bereits eine halbe Königsetappe entfernt ist, fuhren wir mit einem eigens organisierten Bus zum Startpunkt Bunyola. Morgens musste jeder Handgriff sitzen, denn Frühstück gab es erst ab acht Uhr – eine halbe Stunde vor der Abfahrt. Glücklicherweise sind die Routinen in der Müsliabteilung mittlerweile sehr gefestigt, sodass hier alles klappte und alle pünktlich mit gefüllten Mägen im Bus saßen.

Keine Macht den E-Bikes

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Die Gruppengröße der LK 2 war mit vier Fahrern, inklusive Guide, angenehm klein. Bis zum ersten Anstieg wurden wir von der schnelleren Gruppe mitgenommen, denn der Wind blies heute kräftig aus Nordosten, also von schräg vorn. Die Zeit verflog und bald waren wir Hauptanstieg des heutigen Tages (im wahrsten Sinne), dem Puig Major, angekommen. Gute 13 Kilometer geht es hier bei sechs Prozent durchschnittlicher Steigung bergauf. Es waren nur wenige Autos unterwegs und über die vorbei radelnden E-Bike-Fahrer ärgerten wir uns nur so lange, bis wir sie wieder eingeholt hatten. Eine Kehre nach der anderen ließen wir hinter uns und irgendwann war das Ziel erreicht.

Bei ungemütlichen acht Grad und Wind blieb nur Zeit für ein schnelles Foto, bevor es auf die Abfahrt ging. Der nächste Lichtblick war nämlich die mobile Verpflegungsstation von Hannes Hawaii Tours, die an einem türkisblauen See auf uns wartete. Wie lecker können Käsebrötchen und TUC-Kekse sein?

Ironman-Luft schnuppern

Auf der Abfahrt musste ganz schön gekämpft werden, denn der Wind kam von vorn und machte es schwer, richtig Geschwindigkeit aufzunehmen. Wir fuhren auf einem Teilstück der Ironman-Strecke, nur eben nicht zum Kloster Lluc hoch, sondern runter. Jeder, der hier am Samstag an den Start geht, kann sich auf eine wunderschöne Strecke freuen.

Die Strecke des Ironman und Ironman 70.3 Mallorca führt den Anstieg zum Kloster Lluc hinauf.

Dass sich allerdings einige Athleten mit Zeitfahrrad und Scheibe diesen Anstieg noch zwei Tage vor dem Rennen gegönnt haben, fand ich bemerkenswert. Unsere kleine Gruppe stieg schließlich in den Paintrain ein und wir erreichten in Einreihe fahrend zügig Alcudia – es war fünf vor Erdbeerkuchen. Den gab es schließlich in Can Picafort, circa 30 Kilometer vor dem Ende der Tour. Auf dem letzten Teilstück spielte uns der Wind besser in die Karten und der Kuchen kam bald in den Beinen an – am Schweineberg konnte also noch ein letztes Mal der Turbo gezündet werden. Müde, aber glücklich, kamen wir im Hotel an. Cheers!

Fazit des Trainingslagers

Hinter mir liegen zwei wunderbare Wochen auf Mallorca. Ich durfte tolle Menschen kennenlernen, mit ihnen Sport machen und schöne Gespräche führen. Es war toll zu sehen, wie viel Freude alle am Triathlontraining haben und mit welcher Hingabe Ziele verfolgt werden. Insbesondere in gesamtgesellschaftlich schwierigen Zeiten wie jetzt kann man nichts anderes als dankbar sein, schöne Erlebnisse zu teilen und ohne Einschränkungen seinem Hobby nachzugehen. Over and out!

Klassenfahrt für Triathleten: Was bisher geschah

Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Sie ist begeisterte Läuferin, wird aber in Zukunft auch bei dem einen oder anderen Triathlon an der Startlinie stehen.
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