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Der Vizeweltmeister Justus Nieschlag im Interview
„Etwas überrascht, dass es so gut läuft“

Justus Nieschlag, der frisch gekürte Vizeweltmeister der Arena Games Triathlon, ist nach seinem erfolgreichen Kurztrip nach Singapur zurück in Deutschland und zieht ein Resümee der letzten sechs Wochen.

SLT Justus Nieschlag ist bei der ersten Austragung der Arena-Games-Triathlon-Series auf Anhieb Vizeweltmeister geworden.

Am vergangenen Wochenende sicherte sich Justus Nieschlag bei der erstmals ausgetragenen Arena-Games-Triathlon-Weltmeisterschaft den Titel des Vizeweltmeisters, dabei bleibt er seiner Linie treu und beendet das Rennen auch im Finale der Arena Games auf dem Podium. Das fünfte Arena-Games-Podium im fünften Rennen in dem Format für Nieschlag, der mit dieser Statistik zum erfolgreichsten Athleten der noch jungen Arena-Games-Geschichte gehört. Grund genug nach der Weltmeisterschaftsserie zu fragen, wie er die Zukunft des Formates sieht und ob er sich nach der Olympischen Distanz auch einen Wechsel auf die Langdistanz vorstellen kann.

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Herzlichen Glückwunsch zum Vizeweltmeister und der sehr konstanten Leistung, die du über die letzten sechs Wochen gezeigt hast, hättest du gedacht, dass du am Ende der Arena Games auf dem Podium stehst?

Vielen Dank, ich bin selbst etwas überrascht, dass es so gut lief oder auch läuft. Ich freue mich sehr über den zweiten Platz. Nach meinem Radsturz im letzten Jahr musste ich gewissenhaft arbeiten, damit mein Arm wieder den vollen Funktionsumfang erlangen konnte. Vor circa fünf Wochen hatte ich einen Krafttest, dort hat sich gezeigt, dass meinem Arm noch etwa 20–25 Prozent fehlen, damit ich auf das Niveau vom Gesunden komme. Es zeigen sich keine Probleme, ich habe keinen Schmerzen und deshalb bin ich zuversichtlich, dass es bei dem nächsten Test schon wieder angeglichener ist, was die Kraftwerte betrifft. Insgesamt hätte ich es nicht so erwartet, von Austragungsort zu Austragungsort bin ich besser in die Rennen gekommen. Wenn alle drei Rennen gezählt hätten, dann wäre ich ganz oben gewesen, aber das wussten wir vorher, dass nur London oder München in die Gesamtwertung inklusive des Finales in Singapur einfließen würden.

Der Weltmeister wurde über eine Serie entschieden, bei den einzelnen Wettkämpfen gab es jeweils Vorläufe und Finalrennen, man musste also schon eine konstante Leistung erbringen, um am Ende auf dem Podium zu stehen. Wie stellt sich für dich die Wertigkeit dieses Titels dar?

Es wurden keine Medaillen verschenkt. Aus meiner Sicht war das Niveau in der Spitze sehr hoch. Ich habe mir das Podium in Singapur mit den Olympiamedaillengewinnern Alex Yee (GB) und Hayden Wilde (NZL) geteilt, das zeigt die Leistungsstärke, die bei den Arena Games am Start war. Bei den Frauen sah es annähernd gleich aus.

Das Format Arena Games wurde 2020 das erste Mal ausgetragen, als ein Event, das unter Coronaauflagen aufgrund des Abstandes gut durchzuführen war. Mittlerweile hat sich das Format weiterentwickelt und auch in der Weltmeisterschaftsserie gab es ein paar Regelanpassungen im Lauf der Rennen. Wie sieht für dich die Zukunft der Arena Games aus, wird das Format Bestand haben?

Es ist ein extrem cooles Event, nicht nur für die Zuschauer, die so nah an keinen anderen Triathlonwettkampf bei allen drei Disziplinen dabei sein können wie hier bei den Arena Games. Wir Athleten feiern das Format, es ist ultra hart und bietet für uns Athleten eine coole Abwechslung. Wir haben Spaß daran, uns mehrmals hintereinander ans Limit zubringen. Die Rennen sind orthopädisch auch nicht so anspruchsvoll wie andere Super League Rennen, da die gebogenen Laufbänder beim Laufen schon sehr viel Belastung vom Körper nehmen, auch wenn es extrem anstrengend ist auf diesen zu laufen. Ebenso die Weiterentwicklungen des Regelwerks lassen den Wettkampf dynamisch bleiben und es wird geschaut, was am praktikabelsten und spannendsten ist. So wurde der Wettkampf mit dem Non-Drafting auf jeden Fall individueller und interessanter. Ob das Schwimmen in der Gruppe im Freiwasser wie in Singapur eine bessere Alternative darstellt, weiß ich nicht. Aber dort war es nicht anders durchführbar. Als Ergebnis kann schon gesagt werden, dass das Format erfolgreich ist und wenn eventuell ein paar technische Fehler noch reduziert werden, dann ist es auf einem super hohen Level.

Du bist dieses Jahr 30 Jahre alt geworden. Wenn wir den Blick auf die Mittel-/Langdistanz werfen, wo in St. George gerade, tagesgleich mit deiner Weltmeisterschaft, die Ironman-Weltmeisterschaft stattgefunden hat und das Alter der Athleten Richtung 30 Jahren tendiert, wie wahrscheinlich ist es, dass du umsattelst?

Mein Fokus liegt bis Paris 2024 komplett auf der olympischen Distanz, was danach folgt, dass kann ich noch nicht sagen. Wenn ich das Thema Verpflegung noch besser in den Griff bekomme, dann kann ich mir auch einen Start auf einer Langdistanz vorstellen. Als Nächstes haben wir die Mitteldistanz in Kraichgau geplant. Dort starte ich, um eine ordentliche Schwellentrainingseinheit zu haben und auch mal wieder auf dem TT Kilometer gefahren zu sein. Mit den kürzeren Rennen steige ich dann zum Worldcup Mitte Juni in Mexiko ein, danach folgt die Deutsche Meisterschaft und wenn alles klappt, bin ich auch zum WTS Rennen in Hamburg am Start.

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