Nach seinem Durchbruchsjahr 2024 auf der Mitteldistanz schien Justus Nieschlag in der Weltspitze angekommen. Doch plötzlich fehlte die Leistung – ohne erklärbaren Grund. tri-mag.de hat mit dem 33-Jährigen über harte Entscheidungen, Erfolge und die Zukunft gesprochen.
In Deutschland hat es vielerorts geschneit, es ist kalt und ungemütlich, im Interview sitzt Justus Nieschlag am Bildschirm in Windhoek gegenüber. Eine Einheit des Tages ist schon abgehakt, eine weitere folgt noch. Der gebürtige Hildesheimer hat sich bewusst für ein Trainingslager in Afrika entschieden. Er findet dort perfekte Bedingungen, um Kilometer zu sammeln und den Körper langsam wieder an Belastung zu gewöhnen. Doch dieses Camp ist für ihn mehr als ein gewöhnlicher Saisonauftakt. Es ist ein vorsichtiger Neubeginn. Ein Comeback. Vielleicht sogar ein zweites Kapitel.
„Ich kann eigentlich nicht klagen“, antwortet er auf die Frage nach seinem Befinden. Es geht wieder vorwärts. Das Training rollt an, die Richtung stimmt. Es hätte auch alles anders sein können. Seit sechs Wochen ist er wieder richtig im Aufbau. Schwimmen und Radfahren seit Anfang Dezember, das Laufen kam kurz vor Weihnachten dazu. Er habe ein Leistungsniveau wie nach einer normalen, aber langen Offseason, meint Nieschlag. Nur war diese Offseason keine normale Pause.