US-Amerikanerin Haley Chura verabschiedet sich vom Triathlonsport. Die frühere NCAA-Schwimmerin blickt auf eine bewegte Karriere mit zwei Ironman-Siegen, zahlreichen 70.3-Erfolgen und einem emotionalen Finale auf Hawaii zurück.

„Stellt euch vor! Ich beende meine Karriere.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Haley Chura in einem Statement aus dem Profisport. Der passende Schlusspunkt: ihr Rennen bei der Ironman-Weltmeisterschaft der Frauen in Kailua-Kona im Oktober. In 9:15:50 Stunden belegte die 40-Jährige aus Montana dort den 20. Platz – und sprach anschließend von einem „Traumrennen“ und einem „Geschenk“, das ihr den Abschied leicht mache.
„Ich kann mir nichts Besseres vorstellen. Ich bin bereit, einen Schritt zurückzutreten“, sagte Chura. „Es war ein unglaubliches Privileg, diesen Sport so lange zu leben. Ich fühle mich erfüllt und dankbar.“
Vom Schwimmbecken in den Triathlon
Bevor Chura 2012 beim Ironman Arizona ihr Profidebüt gab, war sie eine erfolgreiche NCAA-Schwimmerin an der University of Georgia. Ihre Stärken im Wasser blieben über die Jahre ihr Markenzeichen: Kaum eine Athletin stieg in den 2010er Jahren so regelmäßig als Erste aus dem Wasser wie die Amerikanerin. Schon im zweiten Profijahr feierte sie ihren ersten Sieg bei Ironman 70.3 New Orleans, 2014 folgten die Triumphe beim Ironman Fortaleza und Challenge Florianópolis.
Doch 2015 änderte ein schwerer Unfall alles: Drei Wochen vor der Ironman-WM wurde Chura beim Radtraining von einem Auto angefahren und brach sich das Bein. „Ich hatte große Angst, überhaupt wieder rauszugehen“, sagte sie später. Mit therapeutischer Hilfe und viel Geduld kämpfte sie sich zurück – und gewann nur zwei Jahre später erneut, unter anderem die Ironman-70.3-Rennen in Coeur d’Alene und Buenos Aires. Ihr Comeback bezeichnete sie selbst als „größten Erfolg meiner Karriere“.
Konstante auf der Langstrecke
In den vergangenen Jahren blieb Chura fester Bestandteil der internationalen Triathlon-Szene. Sie startete regelmäßig bei Ironman- und Ironman-70.3-Weltmeisterschaften, war Teil der PTO- und T100-Tour und erreichte mehrfach Top-Ten-Platzierungen in stark besetzten Profifeldern. Zuletzt überzeugte sie 2024 und 2025 mit konstanten Leistungen – unter anderem mit Platz sieben beim Ironman Texas (8:54:37 Stunden) und Platz 20 beim Ironman Hawaii.
Mit zwei Ironman-Siegen, sechs 70.3-Erfolgen und mehr als einem Jahrzehnt im Profi-Triathlon gehört Haley Chura zu den prägenden Persönlichkeiten der US-Szene.
Neue Kapitel: Coaching und Kommentieren
Ganz aus der Triathlonwelt verschwindet Chura aber nicht. Künftig will sie sich stärker auf ihre Tätigkeit als Coach und Podcasterin konzentrieren. Gemeinsam mit Alyssa Godesky moderiert sie seit Jahren den „IronWomen Podcast“, der Athletinnen und Themen des Frauen-Triathlons in den Fokus rückt.
„Ich glaube, meine Fähigkeiten beschränken sich aktuell auf Schwimmen, Radfahren, Laufen und stundenlanges Reden – also konzentriere ich mich jetzt auf Letzteres“, scherzte sie in ihrem Abschiedsstatement. „Wenn jemand eine Kommentatorin sucht: Ruft mich an – ich wäre perfekt fürs Boot da draußen.“









