Montag, 8. Dezember 2025

Laufanalyse per App: Maß nehmen für mehr Stil

Eine Laufstilanalyse gibt Aufschluss über die Effizienz der eigenen Bewegungen und fördert mitunter Verbesserungspotenzial zutage. Ins Labor muss man dafür aber nicht mehr unbedingt gehen. In Zeiten von künstlicher Intelligenz und Smartphones kann jeder sein Labor in der Hosentasche tragen. Wie gut sind Analyse-Apps?

Bengt Lüdke / spomedis Winkel sind die Grundlage der Beurteilung für die Lauftechnik bei den Apps.

Es klingt immer noch nach Science-­Fiction: künstliche Intelligenz. Was vor zehn Jahren kühne ­Visionäre prophezeit haben, gehört aber mittlerweile zum Alltag. Auch in sportlicher Hinsicht. Ob Leistungsdaten, individuelle Trainingspläne oder Bewegungsmetriken – mit ­einer Multisportuhr und dem Smartphone führt nahezu jeder Athlet sein ganz persönliches trainingswissenschaftliches Labor in der Hosentasche mit sich herum. Das bietet den Vorteil, dass Daten schnell und umfangreich verfügbar sind und teure Analysen der Vergangenheit angehören ­(könnten). Es birgt aber die Gefahr, dass du ohne die nötigen Kenntnisse die Parameter falsch interpretierst oder bei der Auswertung überfordert bist – obwohl viele Apps dir umfangreiche Hilfestellungen mit an die Hand geben.

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Wenn du gezielt deinen Laufstil nachhaltig bewerten und verbessern wolltest, warst du bis in die jüngste Vergangenheit darauf angewiesen, eine Analyse auf dem Laufband im Labor machen zu lassen. Mittels Videokamera werden dabei deine Bewegungen aufgenommen und manuell oder per Software analysiert. Anschließend erhältst du ein individuelles Kräftigungs- und Mobilisationsprogramm, um eventuelle Schwachstellen zu ­trainieren. Gegebenenfalls wird sogar ein umfassender Trainingsplan für dich aufgestellt, um deine gesamte Laufperformance zu ­verbessern.

KI – keine Science-Fiction mehr

Der Vorteil dieser Methode: eine fundierte und umfangreiche Erhebung des Ist-Zustands deines Laufstils durch Fachleute, um deine Effizienz und Ökonomie auf ein neues Level zu hieven. Oder den Ursachen für eventuell wiederkehrende Verletzungen auf den Grund zu gehen. Der Nachteil: ein relativ zeitaufwendiges Prozedere, das je nach Leistungs­umfang und Anbieter mehrere Hundert Euro kosten kann. Motivation und Beharrlichkeit bei der konstanten Erledigung der vorgeschlagenen Übungen liegen bei dir.  Die Auswirkungen der Maßnahmen auf deinen Laufstil lassen sich gezielt nur über eine weitere Analyse nachvollziehen. Eine engmaschige, regelmäßige und kontinuier­liche Überprüfung deines Fort- oder gar Rückschritts ist damit nahezu ausgeschlossen.

Wie praktisch wäre eine preisgünstige und unkomplizierte Bestandsaufnahme des Status quo, die du nach Belieben jederzeit und überall durchführen und wiederholen könntest? Inklusive ausführlicher Erläuterungen der einzelnen Parameter und nachvollziehbarer Bewertungen der Bewegungsmuster sowie gezielter Übungen, um an den Schwachpunkten zur Effizienz zu arbeiten? Laufanalyse to go, sozusagen. Eine App, die eine aufwendige Laborerhebung für ­einen Großteil der Athleten obsolet macht – das ist der Grundgedanke der Anbieter von KI-gestützten Laufanalysen per Smartphone. Und längst keine Science-Fiction mehr.

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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