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TrainingPain CavesDoreen (52) verfolgt ihren großen Traum

Doreen (52) verfolgt ihren großen Traum

Eigentlich war Doreen Theil immer sportlich – nur auf einem anderen Sektor. In ihrer Schulzeit in der DDR war die heute 52-Jährige vor allem in Wurfdisziplinen der Leichtathletik zu Hause: Kugelstoßen, Diskus- und Speerwurf. Auch Schwimmwettkämpfe standen auf dem Programm. Aber Laufen? „Das konnte ich nie“, sagt die Physiotherapeutin, die an einem Lipödem leidet, eine Fettverteilungsstörung. Anfang 2017 fasst sie den Entschluss, etwas zu ändern – denn sie hat einen Traum: Triathlon. 

Einmal einen Triathlon schaffen

Ohne die dritte Teildisziplin würde Doreen Theil aber nie das Ziel sehen. Also beginnt sie zu laufen. Erst 100 Meter. Dann steigert sie sich, bis sie 2018 und 2019 den Berliner Halbmarathon läuft, mit einer Bestzeit von 2:57 Stunden.

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Das große Ziel „Triathlon“ sollte in diesem Jahr am 28. Juni über die Volksdistanz in Bielefeld erreicht werden. Ob der stattfindet, entscheidet sich Mitte Mai. Die Corona-Pandemie droht also auch diesen Traum zum Platzen zu bringen – vorerst. Denn für Doreen Theil ist klar: „Dann mache ich ihn eben nächstes Jahr.“

Einmal nur will die Physiotherapeutin den Dreikampf hinter sich bringen. „Das habe ich beim Halbmarathon allerdings auch gesagt“, betont die 52-Jährige. Das Resultat: Am 5. April lief sie virtuell ihren dritten Berliner Halbmarathon – und erzielte mit 2:53 Stunden eine erneute persönliche Bestmarke.

privat

Trainiert hat sie dafür – wie auch für den Volkstriathlon in Bielefeld – in ihrem Wohnzimmer. Denn dort hat sie ihre Pain Cave eingerichtet. Neben Sofa, Kommode und Zeitungshalter steht die Rolle, auf die sie ihr Centurion-Rad gespannt hat. Als Physiotherapeutin weiß Doreen Theil, wie wichtig neben den sportartspezifischen Einheiten auch alternatives Training ist. Daher schreien weitere Tools neben der Rolle nach Aufmerksamkeit; die sie auch bekommen. Neben Übungen zur Stabilität gehören Regenerationseinheiten. Faszienrollen und eine Gymnastikmatte kommen drei Mal pro Woche zum Einsatz. Außerdem geht Doreen Theil drei Mal pro Woche laufen und auf das Fahrrad, je nach Wetterlage draußen oder auf der Rolle – die bei Bedarf in der Wohnung auch mal in einen anderen Raum ausweichen kann. 

Schwimmtraining auf dem Balkon

Vor den Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie ging sie zusätzlich zwei Mal pro Woche zum Schwimmen. Das fällt derzeit aus, doch die Physiotherapeutin weiß sich zu helfen und erweiterte ihre Pain Cave kurzerhand in Richtung Balkon. Dort simuliert sie nun mit Hilfe von Zugseilen das Schwimmtraining.

privat

Insgesamt stehen vier Stunden Gymnastik pro Woche an, dazu zwei bis drei Stunden Rollentraining. „Außerdem habe ich als Physio öfter am Tag auch beruflich solche Sequenzen zum Mitmachen“, sagt die 1,70 Meter große Bielefelderin: „Wenn andere normalgewichtige Athleten mein Pensum absolvieren würden, dann wären wahrscheinlich Topzeiten drin. Mit meinen 93 Kilogramm geht es mir aber vor allem um eines: ankommen.“

privat

Eine Zielzeit hat sich Doreen Theil trotzdem gesetzt. Nach 12:56 Minuten und 500 Metern will sie aus dem Wasser steigen, anschließend in 45 bis 50 Minuten die 20 Kilometer auf dem Rad bewältigen und die abschließenden fünf Kilometer in 37:36 Minuten laufen. „Mit Wechsel möchte ich dann unter zwei Stunden bleiben“, sagt Doreen Theil: „Da lacht jeder Triathlet, aber für mich bedeutet das einen riesen Trainingsaufwand und einen Traum. Genau, wie durch das Brandenburger Tor ins Ziel zu laufen.“ Diesen Traum hat sie sich bereits erfüllt. 


Jetzt mitmachen: Zeigt uns eure Pain Caves!

Smarttrainer, Laufband, Hantelstangen: Triathlontraining findet längst nicht mehr nur outdoor statt. Wir möchten zeigen, wir es in den privaten Trainingsräumen im Lande aussieht.

Hier könnt ihr eure Bilder hochladen – die schönstes Pain Caves veröffentlichen wir in einer Bildergalerie.

Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.
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