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Die Langdistanz im Triathlon führt immer noch über die Original-Teilstrecken

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Challenge 120: Ein Highlight setzt für Jonas Deichmann die Halbzeitmarke

Am Sonntag folgt Nummer 60 von 120 Langdistanzen. Eingebettet in die Challenge Roth. Diesen Höhepunkt sehnt der Extremsportler nach einer „sehr, sehr schwierigen Woche“ geradezu herbei. Doch was kommt dann?

Guntram Rudolph Hilfe beim An- und Ausziehen von seinem Vater Sammy (li.): Jonas Deichmanns Rücken bereitete zuletzt Probleme, die jetzt aber überwunden sind.

Aufatmen am heutigen Freitagmorgen. „Mir geht es wieder richtig gut“, sagte Jonas Deichmann kurz vor seinem Schwimmstart zur 58. Langdistanz in 58 Tagen. Mittlerweile hat der 37-Jährige den Rothsee gegen den Kanal getauscht, in dem auch am Sonntag bei der Challenge Roth geschwommen wird. Deichmann fiebert dem Event entgegen. „Ich bin voller Vorfreude. Das wird der Wahnsinn. Man merkt, was hier los ist, die Stimmung. So viele Leute, das Stadion wird aufgebaut. Eine wahnsinnige Community“, fasste Deichmann seine Gedanken zusammen. Es ging aber noch knapper: „Sonntag wird geil.“

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„Sehr, sehr schwierige Woche“

Es wird der Lohn für eine Woche, die Deichmann als „sehr, sehr schwierig“ bezeichnete. Wenn der stets optimistisch eingestellte Abenteurer, der in jeder Schwierigkeit eine willkommene Herausforderung auf der Suche nach einer Lösung sieht, zu solch einer Einschätzung kommt, dann sollte man die Ohren spitzen. „Es war richtig mieses Wetter mit teils heftigem Regen“, blickte Deichmann zurück. Soweit nichts Ungewöhnliches in seinem Abenteueruniversum. Er ist auch schon mit Monsunregen klargekommen. „Vor allem aber hatte ich Rückenprobleme“, ergänzte der 37-Jährige. Nach einigen körperlichen Beschwerden in den vergangenen Wochen bildeten die jüngsten Probleme die bislang größte Hürde – doch Deichmann hat sie mit seinem Team übersprungen.

„Es sah übel am Rücken aus“

„Ich konnte morgens kaum aufstehen. Ich habe ich mich durchs Schwimmen und Radeln gekämpft. Dann kam mein Physiotherapeut Andre Hablawetz in einer Pause ins Challenge-Büro und hat mich wieder eingerenkt“, so Deichmann. „Bei mir waren mehrere Rippen, Wirbel, alles verschoben. Die ganze Muskulatur drumherum hat zugemacht. Es sah also richtig übel am Rücken aus.“ Nach der Behandlung sind die Beschwerden allmählich verflogen. „Das Läufchen danach war super. Ich habe den Marathon in 4:18 Stunden absolviert. Gestern habe ich den Rücken nicht mehr gespürt.“ Dafür bleibt ein weiteres Rätsel: Der Druck auf das Pedal beim Radfahren gelingt nicht wie gewünscht. „Ich bin etwas langsamer unterwegs. Wir haben vermutet, dass das auch vom Rücken herrührt. Dass der Hüftbeuger blockiert ist. Wir schauen gerade, wie wir das hinbekommen, damit ich auf dem Rad wieder schneller werde.“

Siddhartha Deichmann ist zurück auf der Strecke

Nachdem er die gröbsten körperlichen Beschwerden und Wetterkapriolen hinter sich gelassen hat, mehren sich die positiven Nachrichten wieder. Dazu gehört auch, dass sein Bruder Siddhartha Deichmann nur knapp einen Monat nach seinem Radunfall und einer folgenden Schlüsselbein-Operation schon wieder als Begleiter eingestiegen ist. Und auf Anhieb fünf Langdistanzen in fünf Tagen absolvierte. „Saustark“, nötigt diese Leistung auch Jonas Deichmann gehörigen Respekt ab. Die Hälfte der ursprünglichen Rekordmarke von 105 Langdistanzen in 105 Tagen hat der Abenteurer bereits geknackt.Am Sonntag steht die 60. von 120 Langdistanzen an. Halbzeit. Mit einem echten Klassiker. Die Euphorie dürfte überwältigend sein. Ein absolutes Highlight. Doch was kommt danach? Es dürfte wieder etwas ruhiger werden. Die mentale Herausforderung dürfte dadurch steigen. Für Jonas Deichmann keine ungewohnte Situation. Er wird sich wieder kleine Meilensteine setzen. Auf dem Weg zum großen Ziel.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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