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SzeneDuell Frodeno gegen Lange steht bei der Challenge Gran Canaria im Fokus

Duell Frodeno gegen Lange steht bei der Challenge Gran Canaria im Fokus

Es ist ein Stelldichein großer Namen im Triathlon. Und doch steht die Challenge Gran Canaria am Samstag (ab 8 Uhr) unter dem Zeichen eines großen Duells zweier Ironman-Weltmeister. Vor dem Startsignal beim Mitteldistanzrennen sind alle Augen auf die Kontrahenten Jan Frodeno (Sieger in Kona 2015, 2016, 2019) und Patrick Lange (Sieger auf Big Island 2017 und 2018) gerichtet.

Während Jan Frodeno zuletzt Mitte März bei der Challenge Miami nach 17 Monaten Wettkampfpause einen beeindruckenden Sieg feierte, wird das Rennen auf der drittgrößten Kanareninsel für Lange zur Standortbestimmung nach sieben Monaten ohne Wettkampf. Anfang September 2020 war der 34-Jährige beim Ironman 70.3 Gdynia auf Rang drei ins Ziel gekommen. Die gleiche Platzierung erreichte Lange auch bei seinem bisher einzigen Start bei der Challenge Gran Canaria im Jahr 2018 – er kennt den Kurs also.

Heemeryck hat Verletzung auskuriert

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Neben den beiden Topfavoriten könnten aufgrund des Streckenprofils auch andere Athleten dem Rennen ihren Stempel aufdrücken. Pieter Heemeryck wollte sich eigentlich mit seinem Coach Frederik Van Lierde auf die Langdistanz konzentrieren. Als mehrfacher Mitteldistanz-Sieger zählt er aber zum Favoritenkreis. Zumal er sich nach einer Verletzung zuletzt fit gemeldet hat. Beim Ironman 70.3 Dubai hatte er das Rennen nach den 90 Radkilometern beenden müssen. „Mein Körper war in Dubai noch nicht bereit. Aber weil es so gut wie keine Rennen gibt, wollte ich es zumindest probieren“, erklärte der Belgier. „Ich werde jeden Tag stärker und hoffentlich beim nächsten Rennen bei 100 Prozent sein“, versprühte Heemeryck Anfang April Optimismus, über die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen auf Gran Canaria fit an der Startlinie stehen zu können.

Dapena Gonzalez gewann bereits Challenge Gran Canaria

Gespannt sein darf man ebenfalls auf den Auftritt von Pablo Dapena Gonzalez. Der 33-jährige Spanier bringt mit seinen knapp 60 Kilogramm Körpergewicht beste Voraussetzungen für den anspruchsvollen Radkurs über vier Runden mit rund 1.400 Höhenmetern an der Südwestküste mit. Der ITU-Langdistanz-Weltmeister von 2018 belegte bei der Challenge Miami Rang zwölf. Er kennt die Challenge Gran Canaria noch aus dem Jahr 2018 – damals gewann er das Rennen auf der Atlantikinsel nach den abschließenden vier Laufrunden um den Anfi Beach in 4:00:25 Stunden, vor Andreas Böcherer und Patrick Lange.

Auf der Startliste steht auch Giulio Molinari. Wie stark der Italiener auf anspruchsvollen Kursen sein kann, bewies der ETU-Mitteldistanz-Europameister von 2018 bereits im Jahr 2015 in Cannes. Damals ließ er Sebastian Kienle und Jan Frodeno nach zwei Kilometern Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 16 Kilometern Laufen hinter sich.

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Ironman 70.3 Lanzarote Hat gute Erinnerungen an die Kanaren: Frederic Funk gewann 2019 den Ironman 70.3 Lanzarote. Nach Gran Canaria reist er aus dem Höhentrainingslager an und hat das Podium im Blick, wenn alles gut läuft.

Der Schweizer Max Studer, trainiert von Brett Sutton, machte in der Vergangenheit auf Unterdistanzen auf sich aufmerksam. Er landete bei der Kurzdistanz-WM in Hamburg 2020 auf Rang zehn. Zusammen mit dem Briten Thomas Davis könnten die Zeichen auf Überraschung stehen. Davis führte zwischenzeitlich das Rennen der Challenge Daytona im Dezember 2020 an.

Frederic Funk reist aus Höhentrainingslager nach Gran Canaria

Aus Deutschland gehen neben Frodeno und Lange auch Andreas Böcherer, Nils Frommhold, Fabian Rahn, Julian Erhardt, Michael Raelert, Marc Eggeling, Markus Thomschke, Per Van Vlerken, Sebastian Neef und Frederic Funk ins Rennen. Rahn und Erhardt ist an guten Tagen ein Platz im Bereich der Top 10 zuzutrauen. Vor allem Funk aber hat sich einiges vorgenommen, war vor dem Wettkampf drei Wochen lang im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada in Spanien und will testen, wie sich die Höhe direkt auf Wettkämpfe auswirkt. Er präsentierte sich eine Woche vor dem Rennen in starker Form. Auf seinem Instagram-Profil postete der 23-Jährige Updates aus dem Trainingslager und erklärte im Interview mit tri-mag.de, dass er bei einem günstigen Rennverlauf auf einen Platz auf dem Podium schielt.

Spirig und Nordén Topfavoritinnen bei den Frauen

Bei den Frauen wird der Sieg vermutlich nur über die Schweizerin Nicola Spirig und Lisa Nordén gehen. Die Schwedin bereitete sich zuletzt in zwei Trainingslagern auf den Wettkampf auf Gran Canaria vor. Topfavoritin ist Spirig, die auf dem anspruchsvollen Radkurs ihre Stärken ausspielen kann. Eine weitere Kandidatin für das Podium ist die Dänin Maja Stage Nielsen. Die zweifache Vize-Europameisterin auf der Mitteldistanz bereitet sich seit zehn Tagen direkt auf Gran Canaria auf das Rennen vor. Zum erweiterten Favoritenkreis gehören ebenfalls die Britin Katrina Matthews und die Belgierin Alexandra Tondeur.

Zieleinlauf London 2012 - Lisa Nordén und Nicola Spirig
Frank Wechsel / spomedis Zwischen Nicola Spirig und Lisa Nordén wird auch auf Gran Canaria ein spannendes Duell erwartet – wie schon bei den Olympischen Spielen 2012 in London.

Vorn erwarten darf man aus Deutschland Anna-Lena Best-Pohl – zumindest nach dem Schwimmen. Wenn sie anschließend auf dem Radkurs über sich hinaus wachsen kann, wäre ein Platz unter den Top 5 möglich, bei normalem Rennverlauf dürfte die 30-Jährige angesichts der Konkurrenz allerdings eher geringe Chancen auf das Podium haben. Mit Verena Walter, Lina-Kristin Schink und Lena Gottwald sind drei weitere deutsche Athletinnen am Start.

Kein Livestream des Rennens

Eine Liveübetragung wie zuletzt bei den beiden großen Challenge-Rennen in Daytona und Miami wird es bei der Challenge Gran Canaria nicht geben. Die Zwischenstände des Wettkampfs können im Livetracker des Veranstalters eingesehen werden.

Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.
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