Sonntag, 16. Juni 2024

Partnerschaft mit World Triathlon: PTO Tour wird Weltmeisterschaftsserie

Der Triathlon-Weltverband World Triathlon und die Professional Triathletes Organisation (PTO) gehen eine noch nie dagewesene Kooperation im Triathlon ein. Gemeinsam richten sie im nächsten Jahr die erste Weltmeisterschaftsserie im Langdistanz-Triathlon aus.

JMitchell

World Triathlon und die Professional Triathletes Organisation (PTO) haben eine neue Partnerschaft bekannt gegeben, durch die die PTO Tour als offizielle Weltmeisterschaftsserie im Langdistanztriathlon anerkannt wird. Die Vereinbarung sieht vor, dass die beiden Organisationen eng zusammenarbeiten, um für die besten Triathleten der Welt eine Saison zu schaffen, die das Äquivalent zur erfolgreichen World Triathlon Championship Series (WTCS) darstellt und Meisterschaftsrennen sowohl für Profis als auch für Altersklassenathleten vorsieht.

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Diese Vereinbarung soll vier Schlüsselpunkte beinhalten:

  1. Ein punktebasierter Wettbewerb mit Weltmeistertiteln für Profis bei Männern und Frauen, die am Ende der Saison vergeben werden sowie die Planung von bis zu fünf kontinentalen Meisterschaften bei einmaligen Rennen, einschließlich: Amerika, Europa, Afrika, Asien und Ozeanien.
  2. Alle Wettkämpfe über die 100-Kilometer-Distanz (2 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren, 18 Kilometer Laufen) werden mit Windschattenverbot nach den World-Triathlon-Regeln ausgetragen.
  3. Die Qualifikation für die Altersklassenmeisterschaften erfolgt nach dem bestehenden Auswahlverfahren der nationalen Verbände von World Triathlon, wobei die Altersklassenathleten für jede der sechs Meisterschaften, einschließlich der Welt- und der fünf kontinentalen Meisterschaften, startberechtigt sind.
  4. World Triathlon arbeitet mit der PTO und ihren Mitgliedern bei einer Reihe von Dienstleistungen zusammen, darunter Anti-Doping, Berufungen von Wettkampfjurys, Schutz vor Manipulation von Sportwettkampfrichtlinien, technische Unterstützung durch einen technischen Delegierten von World Triathlon bei allen Veranstaltungen und eine umfassende Marketing- und kommerzielle Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen.

Marisol Casado, Präsidentin von World Triathlon, äußerte sich dazu: „Der heutige Tag markiert einen bedeutenden Meilenstein, da World Triathlon mit Stolz diese bahnbrechende Vereinbarung mit der PTO bekannt gibt. Diese Zusammenarbeit bedeutet eine starke Allianz, die unser gemeinsames Engagement unterstreicht, den Triathlonsport zu neuen Höhen zu führen. Indem wir unsere Kräfte bündeln, machen wir uns die kollektive Leidenschaft, das Fachwissen und das Engagement beider Organisationen zunutze, um positive Veränderungen und Innovationen innerhalb der Triathlongemeinschaft voranzutreiben. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, eine integrativere, fairere, wettbewerbsfähigere und nachhaltigere Landschaft für Athleten, Fans und Interessengruppen gleichermaßen zu schaffen.“

Ranking weiterhin ausschlaggebend

Die Startberechtigung der Athleten wird auch 2024 vom PTO-Ranking abhängig gemacht. Darüber hinaus wird es die Möglichkeit geben, als Profi-Athlet weiterhin eine Wildcard zu erhalten. Man wolle sich bei der Planung am Rennkalender der WTCS orientieren, hieß es in einer Pressemiteilung. Ein genauer Terminkalender soll im Oktober folgen.

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7 Kommentare

    • 100 km ist jetzt die offizielle Langdistanz im Triathlon, also im Verbandssport. Und über diese Strecke werden die offiziellen Langdistanz-Triathlon-Weltmeister ermittelt.

      Daneben wird es dann noch private Veranstalter, wie Ironman, geben. Dort gibt es beispielsweise die inoffiziellen Weltmeister über die Ironman-Langdistanz.

      Soweit mir bekannt ist, gibt es dann offiziell nur Kurzdistanz- und Langdistanz-Weltmeister, eine Mitteldistanz-Weltmeisterschaft ist nicht vorgesehen. Wobei die aktuellen Competition Rules bzgl. der Distanzen von Middle Distance und Long Distance nicht zu den 100km-Wettkämpfen passen. Aber die Regeln kann World Triathlon ja anpassen.

      • Es wird langsam ein wenig unhandlich. Also WT (vormals ITU) hat ja bisher auch eigene Weltmeisterschaften ausgetragen (natürlich mit mäßiger Resonanz, aber gerne auch mal im Rahmen von Challenge oder markenlosen Renne) und die Länge war immer eine andere. In Almere 21 eine „klassische“ Langdistanz, in Pontevedra 2019 war es 3/113/30, im Allgäu 2010 eine Mitteldistanz, etc.). Die ETU trägt die Langdistanz-EM dieses Jahr wieder in Almere über 226km aus. Jetzt baut man eine WM-Serie und erklärt die 100km zur offiziellen Langdistanz. Um sich bei der DTU für den ITU/ETU für eine EM- oder WM-Teilnahme zu bewerben, musste man ein Resultat über eine klassische LD nachweisen. Die DM der DTU wird interessanter Weise ja über 226km geht (Roth, Ostseeman, IM Frankfurt/Hamburg). Ach so, und DMs können anscheinend auch bei IM Rennen statt finden, WMs wohl eher nicht, weil halt…
        Es ist ja schön und gut, dass die PTO und WT was Eigenes auf die Beine stellen wollen, aber irgendwie ist das alles doch recht konfus und chaotisch. Gerade aufgrund der Tatsache, dass mit WT der anerkannte internationale Sportverband involviert ist, sollte man da eventuell mal mit nationalen und kontinentalen Verbänden sprechen, ansonsten wird es am Ende halt doch nix damit, eine Gegenbewegung zu IM zu schaffen.

      • Danke dir!
        Macht die ganze Sache leider nur verwirrender, meiner Meinung nach.
        Aber gut, rein sportlich gesehen wird das sicherlich eine interessante Serie werden.
        Hoffe allerdings, dass weiterhin auch Profi-Rennen auf der wirklichen Langdistanz stattfinden werden, die Marathon-Distanz ist m.M.n. immer noch der Scharfrichter im Triathlon.

  1. Ich denke, man sollte sie halt mal machen lassen, und dann schauen, was daraus wird.
    Die echte Langdistanz wird schon nicht verschwinden, deshalb.

    Aber so eine Serie kann man realistisch halt nicht mit der echten Langdistanz machen. Man macht ja keine 4 oder 5 Langdistanzen im Jahr, und die Pros werden natürlich auch weiterhin bei anderen Events starten (sei es nun die Ironman WM oder Roth oder oder oder). Da ist es schon der bessere Ansatz, auf eine kürzere Distanz zu gehen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Zielgruppe, die sich 8 Stunden Rennen anschaut, einfach nicht groß ist.
    Das man es jetzt Langdistanz nennt ist halt einfach dem Kontrast zur Kurzdistanz geschuldet, was soll das breitere Publikum damit anfangen, wenn man es jetzt Mitteldistanz nennt?

    • Meiner Meinung nach hängt das wesentlich davon ab, wie die Serie und die Preisgeldvergabe genau ausgestaltet wird. Wenn man die grossen Preisgelder mit der Jahresendwertung verknüpft und z.B. 5(+) Rennen für die WM-Serie festlegt, dann kann es sein, dass man bei (fast) allen Rennen starten muss, um weit oben zu landen und Preisgelder zu bekommen. Sollte das der Fall sein, dann bleibt nicht mehr viel Platz im Terminkalender für eine Langdistanz. Ausserdem würde ich mir als Profi dann die Frage stellen, ob ich mich nicht auf 100 km-Rennen spezialisieren sollte.

      Ironman (Messick) hat doch mal erwähnt, dass man sich vorstellen könnte zukünftig nur noch Agegroup-Rennen auszutragen? Vielleicht passiert das ja zeitnah?
      Ich würde es mir aber nicht wünschen und m.M.n. muss Ironman jetzt SOFORT wieder zum alten Kona-WM-Rennsystem zurückkehren.

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Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

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