Ex-Radprofi Stefan Schumacher vor dem Ironman Hawaii:
“Dass ich hier bin, bedeutet für mich auch, dass ich noch am Leben bin”

Wohl kein Start eines deutschen Profis beim Ironman Hawaii 2019 wird so kontrovers diskutiert wie der von Stefan Schumacher – auch intern bei uns. Nach langen Überlegungen haben wir uns dafür entschieden, ihn zu einem Gespräch einzuladen.

Wohl kein Start eines deutschen Profis beim Ironman Hawaii 2019 wird so kontrovers diskutiert wie der von Stefan Schumacher. Auch wir haben im Vorfeld lange darüber gesprochen, ob wir den ehemaligen Radprofi in unsere Liste der Gesprächspartner für unsere Interviews vor dem Rennen mit aufnehmen. Einem Ex-Doper eine Bühne bieten? Oder so tun, als sei er gar nicht dabei? Wir haben uns am Ende dafür entschieden, nicht nur über den ehemaligen Team-Telekom- und Gerolsteiner-Profi zu sprechen, sondern mit ihm – und ihm die Fragen zu stellen, die zu stellen sind. Klar war: Ein solches Interview würde Zeit brauchen. Zwei Tage vor dem Rennen haben wir diese gefunden: Ein wichtiges (und wie wir im Nachhinein meinen: auch richtiges) Gespräch über Radsport und Triathlon, Höhen und Tiefen, Siegesgefühlen und Depressionen, Doping und Kontrollen.

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26 Kommentare
  1. Taki

    Hallo Triathlon-Redaktion,
    danke, ein gutes und faires Interview! Ich habe jedenfalls meine Meinung zu Schumacher/Doping geändert, weg von der klaren (Vor-)Verurteilung. Ich denke inzwischen, Schumacher ist, so wie er sich gibt und was er sagt, tatsächlich ein Gewinn für die Triathlon-Welt.
    Ich drücke ihm die Daumen, dass er das Schwimmem brauchbar “überlebt” und mit einer guten Zeit ins Ziel kommt.

    1. Frederick

      Definitiv eine falsche Entscheidung!!! Damit steht die Entscheidung fest, das Abo zu kündigen!

  2. stefan

    jawohl tu das es gibt kein schwarz und weiss … andere sichtweisen und erklärungen für dinge sind gänzlich abzulehnen…

    1. Nico

      Das Interview ist und war sehr wichtig für die Szene!!! Jeder von uns kann „erwachsen“ oder eben nicht damit umgehen und eine 2.Chance hat in einer Demokratie, unter bestimmten Umständen jeder verdient…✌🏻

  3. Adrian Zahnd

    “Die Leitungen sind gelegt die Mitochondrien entwickelt…” Genau! Ist ja schön das er sich im Antidopingkampf engagiert. Nur ist es nicht glaubwürdig, wenn man nur die verordnete Strafe absitzt und keine persönlichen Konsequenzen zieht, wie zum Beispiel keine Wettkämpfe mehr zu bestreiten, weil man die Sportgemeinschaft getäuscht und enttäuscht hat. Das würde von echter Einsicht zeugen. Ich freue mich in dem Fall auf die Interviews mit Vinokurov, Weiss, Hütthaler und anderen einsichtigen Betrügern. Ebenso auf die begeisterte Auflistung der Palmares von Frank das zeugt von schönem Fantum.

  4. Günter

    Doper haben das falsche Mindset. Sie verachten den fairen Wettkampf, verhöhnen damit ihre Gegner und pissen auf den Sport. … Eine zweite Chance? Er ist überführt, mehrfach, und gehört lebenslang gesperrt. Eine Schande, dass er hier sprechen darf !

    1. Jörg Westhofen

      Tatsächlich ist es nicht selbstverständlich sich eine differenzierte Meinung zu bilden, das sieht man tagtäglich in unserer Gesellschaft. Ne Schublade aufziehen und zumachen ist nun mal leichter. Das Interview gibt einem eine Chance sich ein Bild zu machen und eine Sicht auf einen Menschen im dopingverseuchten Leistungssport zu bekommen. Was man damit macht liegt an jedem und hängt auch von den Fähigkeiten jedes einzelnen ab. Ich finde es sehr interessant und richtig, dass das Interview gemacht wurde und drücke dem Kerl die Daumen!

    2. Dominok

      Zu der Zeit, zu der er gedopt hat, hat er doch dadurch nur faire Bedingungen geschaffen. Er ist in ein System reingewachsen das nunmal sehr kaputt war. Naturlich muss er dafür Verantwortung tragen, aber eine lebenslange Sperre? Vielleicht, aber so sicher wie Sie bin ich mir leider nicht.

  5. Lars B. aus W.

    Ein gutes sachliches Interview, wo auch klar die Thematik Doping diskutiert wurde. Seine Meinung dazu kann und sollte sich jeder selbst bilden. Wichtig ist meines Erchtens aber, dass das Thema nicht totgeschwiegen wird und man allen Seiten die Möglichkeit gibt sich dazu zu äußern. Nur so kann man sich eine umfassende Meinung bilden. Von daher ist es wie in vielen anderen Bereichen im Leben wichtig, in einen konstruktiven und fairen Austausch zu kommen.

    Von daher finde ich die Entscheidung dieses Interview zu führen, genau richtig.

  6. Harald M.

    Danke für das Interview und viel Erfolg an Schumacher beim Rennen.

    1. Stefan Reim

      Doping pusht dich auf ein anderes Level. Er profitiert unter Umständen heute noch davon, deswegen finde ich das gegenüber fairen ungedopten Triathleten ein Schlag ins Gesicht, wenn so jemand starten darf(auch wenn er ne Sperre hatte…)

    2. Matthias

      Hhhhm, würde mich mal interessieren ob die Leute die hier den Stefan Schumacher so verteufeln ihm zugejubelt hätten wenn er 10. im Zeitfahren bei der DM geworden wäre. Wieviele der „Leidtragenden“ seiner Karriere nicht gedopt haben wäre auch ein interessantes Thema. Umgekehrt kann man auch fragen wie oft er der Leidtragende war. Nur so ein paar Gedanken an die „heiligen Triathleten“ hier. Bei den Christen gibt es einige interessante Geschichte dazu: wer ohne schuld ist werfe den ersten Stein oder dem Hern ist ein reuiger Sünder lieber als etc. . Wenn’s gut läuft lassen einige junge Sportler die Hände vom Doping und damit hat Stefan mehr für den Sport getan, als eine blütenweisse Radfahrikone, die nie erwischt wurde….. P.S. Nein ich kenne Stefan nicht und bin auch nicht wirklich christlich…

  7. Markus

    Solche Sportler gehören Lebenslang von allen Wettkämpfen aller Sportarten, sogar der örtlichen Dorfrunde, gesperrt. Die Zeitsperren für ein paar Jahre bringen rein gar nichts, was hinlänglich bewiesen ist! Ihr habt euch zu recht über Michael Weiss als Fahnenträger beklagt und bieten dem Stinker Schumacher hier eine Bühne – NOGO!!!

  8. Gabriel Hopf

    “Dass ich hier bin, bedeutet für mich auch, dass ich noch am Leben bin” und dafür reist man um die halbe Welt?
    Eine zweite Chance scheint jeder des Doping überführten Athleten als selbstverständlich zu betrachten und mit ein paar Schulbesuchen oder Vorträgen will man sich für einen Sport ohne Doping einsetzten, respektive sich wohl das Gewissen reinwaschen!?!
    Ich freue mich bereits auf das nächste Interview mit Michael Weiss, damit er die Gefühle/Emotionen beschreiben kann, welche er beim tragen der Österreichischen Fahne an der Nationenparade erlebt hat – zu solchen Idolen sollte doch der Triathlonnachwuchs mit voller Bewunderung hochschauen…

  9. SZ

    S. Schumacher hat in diesem Sport nichts zu suchen! Wenn er schon im verseuchten Radsport keine 2. Chance bekommen hat, dann in diesem Sport schon gar nicht!
    Wenn er Größe hätte und es für sich braucht, hätte er ja als Agegrouper starten und alle Ehrungen/Slots, die er im Zweifel erreicht, ablehnen können. Damit hätte ich leben können, aber so bekommt er von mir weder Respekt noch Erfolgswünsche!

    1. Reto walser

      Absoluter Quatsch was du da erzählst! Jeder…jeder hat eine 2. Chance verdient!

  10. Romy

    Danke für das gute Interview.
    Eins Vorweg: ich unterstütze in keiner Weise Doping oder andere Dinge, die illegal Wettbewerbsvorteile bringen.
    Ich persönlich finde es furchtbar, dass „nachgewiesene“ Doping“Sünder“ von vielen Menschen so derart beschimpft und herabgewürdigt werden. Diese Sportler haben ebenso hart trainiert wie alle anderen Leistungssportler, keiner von ihnen liegt in der Hängematte, wirft sich etwas ein und ist dann auf gleichem Niveau wie alle anderen Leistungssportler.
    Nicht die Sportler sind an den Pranger zu stellen, sondern das System dahinter. Die Sportler hatten und haben teilweise keine andere Wahl, wenn sie von ihrem „Beruf“ leben wollen, wenn sie bestehen wollen. Sponsoren, Fans, Medien erwarten permanent neue Rekorde und bringen die Sportler ebenso unter Druck. Da geht es nicht mehr um einen Wettkampf bei dem sich Leute miteinander messen und das Podium ausfechten, da zählt manchmal nur noch, ob der Sieger auch einen neuen Streckenrekord aufstellt.
    Ich bin kein Verfechter des Dopens, der Sport muss fair und sauber sein! Auch ich möchte, dass es gerechte Wettkämpfe gibt.
    Ich ärgere mich allein darüber wie man mit diesen Menschen umgeht und dass manche Menschen sich aufspielen, als würde die Welt untergehen weil eben diese Sportler sich weiterhin in dem bewegen wollen, wofür sie ihr Leben lang hart gearbeitet haben. Sport war und ist deren Leben!
    Mich würde interessieren, inwiefern sich tatsächlich ein Doping vor 10 Jahren noch heute positiv auswirkt. Gibt es dazu wissenschaftliche Studien, die das nachweisen?

    Alles Gute für alle Wettkämpfer, Respekt und Achtung für jeden, der sich dieser Herausforderung stellt und einen hoffentlich fairen Wettkampf!

    1. SZ

      Doping ist der größtmögliche Betrug im Sport. Er hat sich 4,5 Jahre Siegprämien, Sponsorengelder/zuwendungen, ein Gehalt erschummelt, welches wohlmöglich einem anderen, sauberen Athleten zugestanden hätte.
      Ja, er muss davon leben, Sport ist sein Leben! Aber der saubere Athlet, der nicht betrügen will, und deswegen eben nicht den Platz im Profi-Team bekommt, die Tour gewinnt und eben nicht seine Familie ernähren kann, bekommt diese Chance nicht! DAS ist der Betrug!
      Natürlich ist das System schuld, 2 Jahre Sperre für 5 Jahre systematischen Betrug stehen in keinem Verhältnis! Und die tatsache, dass heute schon Wald-und-Wiesen-Sportler zur Spritze greifen zeigt, wie wenig abschreckend diese Sperren sind! Das Sporlter-Volk stimmt hier halt mit den Füßen ab, wenn sie diese Menschen anprangern und beleidigen, das System lässt sie ja im Stich. DOPER STINKEN! ALLE! IMMER!

  11. Uwe Bernhardt

    Hmmm,
    Ich bin der Meinung, dass niemand der so eine Vita im Sport hat eine Platform auf dem Niveau bekommen sollte. Er wird ähnlich wie Michi Weiss nie mehr als Profi ernst genommen werden. Das Interview war interessant aber bei den entscheidenden Themen ist er immer ausgewichen. Ich habe nie das Gefühl , dass er die Verantwortung alleine trägt… es war das System, Telekom, Gerolsteiner und die Uni Freiburg…
    Wir haben alle die Verantwortung ob wir etwas nehmen, draften oder betrügen.
    Der Verlierer ist der saubere Athlet.
    Wer einmal lügt dem glaubt man nicht…

    Es war trotzdem Richtig von Frank und seinem Team das Interview zu führen, eben wegen der Ambivalenz.

    Go Sebi go

  12. JW

    Schade, dass Triathlon Dopingsündern sportliches Asyl bietet. Für mich als neuer Triathlet ist das schwer zu akzeptieren. Auf der anderen Seite macht diese liberale Denkweise Triathlon vielleicht gerade aus??

  13. Chris

    Glauben einige Naive wirklich, dass gerade der Triathlonsport sauberer als der Radsport ist. Nur weil im Triathlon kaum bis ganz wenig getestet wird. Oder welcher Triathlet kann behaupten, dass er an einem Rennen DREI Mal von unterschiedlichen Verbänden getestet wurde!?

  14. crashko

    “Wer frei von Schuld ist werfe den ersten Stein!” Ich kann diese ganze Doping-Debatte nicht nachvollziehen. Jeder ambitionierte Sportler investiert in jedes noch so kleine Detail um die bestmögliche Performance abzuliefern. Ob bei der Bike-Technik, bei Schuhen, Wetsuit oder der Kleidung, bei der Trainingstechnik, der Umfangstrategie, bei der Standortwahl, beim Mentaltraining oder bei der Ernährung. Überall werden Innovationen gesucht, beforscht und gehypt. Niemand schreit auf wenn ein Bike 10 Watt aerodynamischer ist als das des Gegners. Aber gerade in Punkto Ernährung ist die Grenze von legalem zu illegalem Doping so fließend – das es rein philosophisch (also auf Haltung oder Wahrheitsliebe aufbauend) die ganze Doping Debatte überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist. Wie soll sich ein junger Mensch der maximale Ambitionen verfolgt hier sinnvoll orientieren oder gar tadellos verhalten? Jeder Profisportler supplementiert und achtet akribisch auf Nahrungsmittel und Mengen. Ich bin dafür, dass das Thema Dopingkotrolle aufgegeben bzw. stark dereguliert wird und eine Entkriminalisierung dieser Menschen stattfindet die bereit waren alles inkl. Ihrer Gesundheit dem Sport und der Leistung zu opfern. Jeder Mensch soll die Freiheit haben so weit zu gehen wie er bereit ist. Wieso künstliche Grenzen ziehen und damit immer wieder den Raum für illegale Vorteile aufrecht erhalten oder Anreiz zum “Vorteil” zu schaffen? Wenn jeder für sich selbst verantwortlich wäre müsste diese kraftraubende und zwitrachtschürende Debatte die dem Sport nichts als schadet endlich nicht mehr geführt werden.

  15. Jens Richter

    Ein gutes Gespräch mit allen wichtigen Fragen und – ganz besonders wichtig – viel Geduld und Raum für Antworten.

  16. Theo

    Der Beitrag war gut und richtig.
    Ich Persönlich würde jedem der des Doping überführt wurde zwar ein Startrecht geben, ihn / sie aber in keiner Bewertung mit einfließen lassen. Wie viele die den Triathlon für sich und ihre eigen Leistung betreiben, dürfen sie das auch.

  17. Rainer Gärtner

    Rainer
    Eine Schande, das er hier eine Bühne bekommt.Frank, du siehst beim Interview nicht sehr gut und selbstsicher aus. Keine konkrete bzw. direkte Frage an Herrn Schumacher bezüglich seiner Konsequenz als Dopingsünder. Er hat nichts aber , aber auch gar nichts mehr an Wettkämpfen zu suchen.

  18. Jonas

    Hier eine Interresante Analyse von einer Studie zu Langzeitwirkungen von Steroiden…. es gibt also schon Studien welche die Langzeitwirkung analysieren.
    –> Spricht eher für Lebenslange Sperre!

    https://soundcloud.com/user-586323726/ep6-muscular-differences-between-clean-powerlifters-steroid-taking-powerlifters

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