Ein Ultratriathlon quer durch Bayern – und das für einen guten Zweck: Benedikt Held plant mit dem Projekt „BavariaMan“ eine außergewöhnliche Herausforderung aus Schwimmen, 360 Kilometern Radfahren und einem Marathon bis nach Füssen. Auf tri-mag.de berichtet der 25-Jährige regelmäßig über Vorbereitung, Planung und Training.

Sommer 2025, 32 Grad, die dritte Langdistanz ist gemeistert, ein Supportteam aus 22 Freunden und Familie um mich, und das Gefühl: „Da geht noch mehr“.
Ich bin Benedikt Held. Im Juni 2025 bin ich beim Ironman Austria in Klagenfurt ins Ziel gekommen. Knapp drei Jahre nach meinem Langdistanzdebüt 2022 in Roth – damals als jüngster Starter. Seitdem ist viel passiert: mehr Training, mehr Erfahrung, mehr Verständnis dafür, was der Körper kann, wenn der Kopf nicht aussteigt.
Aber nach dieser dritten Langdistanz habe ich gemerkt: Ich will das nicht mehr nur für mich machen. Nicht mehr nur Zeiten sammeln, Finisher-Shirts, Medaillen. Ich will, dass das Ganze einen Sinn bekommt. Ich möchte Menschen für unseren Sport begeistern – und ich möchte etwas zurückgeben.

Hilfe für Kinder in Not
So ist die Idee vom BavariaMan entstanden. Ein Ultratriathlon durch ganz Bayern – ca. 17 Stunden im Wasser, auf dem Rad und in den Laufschuhen. Nicht mit dem Ziel, eine „Sub-irgendwas“-Zeit auf Instagram zu posten. Sondern mit einem klaren Zweck: Aufmerksamkeit und Spenden sammeln für Sternstunden e.V.. Sternstunden übernimmt seit 33 Jahren Verantwortung für kranke, behinderte und in Not geratene Kinder – in Bayern, deutschlandweit und weltweit. Und zwar so, dass Hilfe schnell und unkompliziert ankommt.
Das war mir bei diesem Projekt extrem wichtig: Alle Spenden gehen zu 100 % an den guten Zweck.
Nicht „ein Teil davon“, keine Abzüge, keine Verwaltungskosten aus dem Spendentopf. Die Kosten für den BavariaMan selbst – also alles, was Organisation, Sicherheit, Begleitung, Produktion und Material betrifft – tragen wir privat und über Sponsoren.
Alle Infos zum Spendenkonto gibt es hier unter bavaria-man.de.
DIY-Triathlon BavariaMan, Radfahren bei Nacht
Das Besondere an der Sache: Der BavariaMan ist kein Triathlon mit abgesperrten Straßen, Wendepunkten und Verpflegungsstationen alle fünf Kilometer. Es ist eine Strecke, die wirklich durch Bayern führt. Start ist am 28. Mai 2026 um 18 Uhr. Los geht es natürlich mit dem Schwimmen: 3,8 Kilometer im Froschgrundsee in Oberfranken.
Auf dem Rad wird es dann ernst: Ich fahre 360 Kilometer quer durch den Freistaat. Vorbei an Nürnberg, durch die Triathlonstadt Roth weiter Richtung Augsburg, bis nach Schongau. Ein großer Teil der Radstrecke wird nachts gefahren. Das klingt erst mal verrückt, ist aber logisch: weniger Verkehr, leere Straßen, meist angenehmere Temperaturen. Denn ganz ehrlich: Ende Mai kann man nicht sicher sein, ob man bei zwölf bei 30 Grad unterwegs ist. Wenn es heiß wird, ist nachts einfach die bessere Option.
Marathon bis Füssen
Die zweite Wechselzone ist schließlich in Schongau. Rad abstellen, Laufschuhe an und dann: 42,195 Kilometer bis nach Füssen. Wer will, darf hier auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung Teilstücke oder sogar die komplette Strecke mitlaufen. Denn jeder, der schon mal ein Tief im Marathon hatte, weiß: Am meisten helfen am Ende Menschen. Stimmung. Stimmen von außen. Ziel ist der Kaiser-Maximilian-Platz in Füssen, voraussichtlich gegen zwölf Uhr mittags. Auch hier darf jeder beim Anfeuern und Mitfiebern dabei sein.
Ohne Team geht gar nichts
So ein Projekt funktioniert nur, wenn Leute dahinterstehen, die wissen, was sie tun, und denen ich blind vertrauen kann. Im Hintergrund passiert jetzt schon unglaublich viel. Genehmigungen, Absprachen mit Ämtern, Planung, Streckenchecks, Content-Produktion. Meine Freundin Serafina Heerling übernimmt dabei einen großen Teil der Organisation.
Am Tag selbst sind wir nicht nur mit einem Kamerateam unterwegs, sondern auch mit medizinischer Begleitung (Ärztin, Notfallsanitäter) und einem sportlichen Supportteam unter der Leitung von Rainer Huber. Das Sport-Supportteam ist dabei nicht einfach Nice-to-have. Es ist essenziell. Da geht es um ganz konkrete Dinge:
- Der Wechsel vom Rennrad aufs Triathlonrad und umgekehrt – vor und nach den Städten.
- Wie bekomme ich konstant genug Kohlenhydrate pro Stunde rein?
- Wie laufen Wechselzonen „on the road“ ab, wenn es keine offiziellen gibt?
- Wer fährt wo, wer sichert, wer reicht Getränke und Verpflegung an?
Das muss alles getestet werden – und wird es auch. Wie so ein Probelauf aussieht, lässt sich dann in einem der nächsten Artikel nachlesen.
Und jetzt?
Bis dahin heißt es für unser Orga-Team: regeln, planen, absichern, testen. Für mich steht weiterhin strukturiertes Training an. Wenn du das Projekt begleiten willst, kannst du meinen Weg unter anderem auf tri-mag.de verfolgen, mitfiebern, beim Event vorbeikommen und natürlich, wenn möglich, spenden. Das Projekt BavariaMan soll zeigen, was möglich ist, wenn man den Sport nicht nur für sich macht. Ich wollte etwas machen, was noch nie jemand gemacht hat. Nicht, weil es besonders „krass“ klingt, sondern weil es sinnstiftend ist.









