Dienstag, 25. Juni 2024

Vier Wochen Challenge 120: Jonas Deichmann setzt zum Höhenflug an

Körperliche Probleme, Unwetter, Müdigkeit – auf seinen bisher 29 Langdistanzen hat Jonas Deichmann Rückschläge hinnehmen müssen. Auch in der vergangenen Woche. Jetzt aber sieht die Zukunft des Projekts beinahe rosig aus.

Guntram Rudolph Nass, kalt, windig: In der vergangenen Woche musste Jonas Deichmann sich auf dem Rad gegen das ungemütliche Wetter schützen.

Ein Viertel ist heute Abend geschafft. Drei Viertel liegen noch vor ihm. Aber Jonas Deichmann denkt in kleineren Schritten. Oder in größeren Sphären. Denn ein Viertel von 120 Langdistanzen in 120 Tagen bedeutet zugleich: Halbzeit. Zumindest in Bezug auf das Highlight zur Mitte seines Projekts Challenge 120. An Tag 60 wartet mit der Challenge Roth ein Triathlon-Spektakel, auf das Jonas Deichmann bereits hinfiebert. Die Stimmung am Streckenrand, die Athleten, die ihn bisher täglich begleitet haben – der Extremsportler schwärmt immer wieder von der „Wahnsinnsstimmung“. Die ist aber nur ein Vorbote dessen, was ihn am 7. Juli im fränkischen Landkreis erwarten wird. Dafür nimmt der 37-Jährige auch Rückschläge in Kauf. Von denen gab es an den bisherigen 29 kompletten Tagen einige. Vergangenen Woche stand vor allem das Unwetter im Süden Deutschlands im Fokus, das Auswirkungen auf Deichmanns Tagesablauf hatte. Aber der Abenteurer wäre nicht er selbst, wenn er nicht aus der Not eine Tugend gemacht hätte und sich so in eine komfortablere Situation als zuvor gebracht hätte.

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Sehr lange Tage bedeuten wenig Erholung

„Das Unwetter, das in Teilen von Süddeutschland für Zerstörung gesorgt hat, hat ebenfalls für unangenehme Momente in Roth gesorgt. Es war aber nicht so schlimm wie in anderen Teilen von Bayern oder Baden-Württemberg“, sagt Deichmann. „Wir hatten drei Tage Dauerregen, mit teilweise richtigem Starkregen. Es war kalt und es wehte ein ziemlicher Wind. Daher waren die Radzeiten extrem langsam. Auch beim Schwimmen war teilweise richtiger Wellengang.“ Für das Rad bedeuteten die Bedingungen, dass sich die Zeiten teilweise der Sieben-Stunden-Marke näherten. „Für mich waren das sehr lange Tage, mit 15 Stunden und mehr“, sagt der Abenteurer und erklärt die Auswirkungen: „Ich habe gemerkt, dass es total auf die Recovery geht, wenn ich in diesem Zeitrahmen unterwegs bin. Ich erhalte dann einfach nicht genug Schlaf. Ich war dermaßen müde.“

Marc Bernreuther Geschafft: Nach dem Schwimmen ist vor dem Radfahren.

Not macht Deichmann allerdings erfinderisch. „Ich habe mich da selbst wieder rausgezogen. Ich habe eingeführt, mittags nach der ersten Radrunde immer mal einen Powernap zu machen. Das sind acht bis neun Minuten im Van. Das bringt richtig was – ich bin auf der zweiten Radrunde nicht mehr müde. Das ist richtig klasse.“ Die Gesamtzeiten sind seit Montag wieder besser geworden, da das Wetter mitspielt. „Ich bekomme wieder genug Schlaf und bin topfit. Ich fühle mich einfach gut“, betont der 37-Jährige.

Verletzungen sind kein Thema mehr

Das liegt ebenfalls daran, dass die körperlichen Einschränkungen verschwunden sind. „Stand heute habe ich alle meine Beschwerden überwunden. Ich habe nichts mehr im Knie, in der Achillessehne oder im Fuß, es ist alles gut verheilt. Der Druck kommt wieder zurück aufs Pedal beim Radeln. Und beim Laufen hat sich eine gewisse Konstanz entwickelt, ohne wirklichen Tiefpunkt in den vergangenen Tagen.“ Klingt nach einem regelrechten Höhenflug Richtung Challenge Roth.

Wer Jonas Deichmann per Livetracker verfolgen möchte, kann das auf der Website des Abenteurers an jedem der 120 Tage seiner Challenge tun. Begleitung auf der Strecke ist ebenfalls willkommen. Damit nichts schiefläuft, hat er Regeln und Hinweise für Begleiter auf seiner Homepage zusammengefasst.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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