Montag, 19. Januar 2026

Der Hyrox-Hype: So profitieren Triathleten

Kraft, Ausdauer, mentale Stärke – Hyrox fordert und fördert viele Aspekte, die auch im Triathlon entscheidend sind. In gefühlter Überschallgeschwindigkeit hat sich die Sportart zu einem globalen Trend entwickelt. Wie lässt sich das hybride Format für Triathleten sinnvoll nutzen?

Privat Bis zur Erschöpfung: Beim Hyrox folgt als Höhepunkt kurz vor dem Ziel mit den Wall Balls noch eine echte Herausforderung. Fabian Eisenlauer geht die Sache konzentriert an..

„Es ist eine Herzensangelegenheit!“ Die ­Worte stammen von niemand Geringerem als Sebastian ­Kienle. Der Ironman-Weltmeister von 2014 spricht aber nicht etwa vom Triathlon. Kienle meint Hyrox. Nach seinem Karriere­ende im Jahr 2023 fand er in dieser Wettkampfform eine neue sportliche Leidenschaft. „Hätte ich früher Berührungspunkte damit gehabt, hätte ich die Sportart möglicherweise ­gewechselt“, sagt er augenzwinkernd. „Zumindest ­hätte mir das Hyrox-Training in meiner aktiven Karriere als Triathlet vermutlich Vorteile ­gebracht.“ 

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Standardisiert, vergleichbar

Hyrox besteht aus acht Ein-Kilometer-Läufen, zwischen denen je eine Kraft- beziehungs­weise Kraftausdauerübung absolviert wird. Darunter etwa Ski- und Ruderergometer, Lunges (Ausfallschritte), Farmers Carry (jeweils mit Gewicht) oder die berüchtigten Wall Balls. Die Abläufe sind standardisiert, die Gewichte nach ­Geschlechtern klar definiert, das Regelwerk ­international ­einheitlich. Das sorgt für eine Vergleichbarkeit unter den Athletinnen und ­Athleten. Die Wertungen finden in offenen Klassen als Individualsportler oder Zweier- beziehungsweise Viererteams statt. Profis treten in einer eigenen Wertung an, benötigen aber keine Lizenz. Die Events finden in großen Hallen statt, in denen die Athleten ihre Runden um einen zentralen Work-out-Bereich laufen. Zuschauer und Mitstreiter sind hautnah dabei. Das sorgt für eine Atmosphäre, die den Wettkampf- und Community-Gedanken gleichermaßen befeuert.

Neue mentale und physische Reize

Hyrox boomt. Und viele Triathletinnen und Triathleten fragen sich, inwiefern sie von der hybriden Sportart ­profitieren können. Alexander Gräf, ehemaliger Profi­triathlet und aktueller Hyrox- und Triathlon­trainer, stellt klar: „Triathleten sollten nicht glauben, dass sie Hyrox trainieren müssen, um dadurch automatisch einen großen Vorteil im Triathlon zu haben. Aber: Wenn man Abwechslung sucht und Lust auf Wettkampffeeling mit Spaßfaktor hat, ist ­Hyrox ideal.“ Gräf, Gründer der Plattform ReWork Coaching, betont: „Hyrox kann dich zu ­einem stärkeren Athleten machen – aber nicht automatisch zu einem besseren ­Triathleten.“

Strategische Ausrichtung bis 2029

Wie sehr sich die beiden Sportarten ergänzen, zeigt eine Sitzung des Exekutivkomitees von World Triathlon Mitte des Jahres, um die strategische Ausrichtung der Organisation für die Jahre 2026 bis 2029 festzulegen. „Die Diskussionen konzentrierten sich auf zentrale Prioritäten, darunter die Förderung von Wachstum, die Steigerung des kommerziellen Potenzials des Sports und die Sicherstellung seiner langfristigen Nachhaltigkeit“, erklärte der Weltverband. Laut World Triathlon „wird der neue strategische Plan auf der kürzlich veröffentlichten Studie ‚The Future of Triathlon‘ aufbauen“. Die Studie präsentiere eine strategische Vision zur Erschließung der ungenutzten kommerziellen und globalen Chancen des Triathlons. Der Plan werde Empfehlungen zur Neugestaltung der derzeitigen Veranstaltungsstruktur einbeziehen, um sie mit der sich entwickelnden Vision und Mission von World Triathlon in Einklang zu bringen.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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